{"id":1869,"date":"2010-06-28T14:08:18","date_gmt":"2010-06-28T13:08:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1869"},"modified":"2010-07-04T14:10:45","modified_gmt":"2010-07-04T13:10:45","slug":"der-eingebildete-kranke-%e2%80%93-le-malade-imaginaire-aachen-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1869","title":{"rendered":"DER EINGEBILDETE KRANKE \u2013 LE MALADE IMAGINAIRE &#8211; Aachen, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Marc-Antoine Charpentier, musikalische Kom\u00f6die in drei Akten, Libretto von Moli\u00e8re<\/p>\n<p>UA: 10. Februar 1673, Paris<\/p>\n<p>Regie: Albrecht Hirche, B\u00fchne: Katrin Busching<\/p>\n<p>Dirigent:: Volker Hiemeyer, Aachener Sinfonieorchester und Opernchor des Theater Aachen, Choreinstudierung: Frank Flade<\/p>\n<p>Solisten: Karsten Meyer (Argan), Michaela Maria Mayer (B\u00e9line), M\u00e9lanie Forgeron (Ang\u00e9lique), Katharina Bergrath (Louison), Rainer Krause (B\u00e9ralde), Julia Brettschneider (Toinette), Patricio Arroyo (Cl\u00e9ante), Pawel Lawreszuk (Monsieur Diarrhoerius), Louis Kim (Thomas Diarrhoerius)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Juni 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Aachen-Eingebildete-Kranke.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1870\" title=\"Aachen-Eingebildete-Kranke\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Aachen-Eingebildete-Kranke.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"260\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Aachen-Eingebildete-Kranke.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Aachen-Eingebildete-Kranke-300x222.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Argan ist ein schwerkranker Mann \u2013 das bildet er sich zumindest so ein. Er gibt ein Verm\u00f6gen f\u00fcr \u00c4rzte und Medikamente aus. Auch sein Dienstm\u00e4dchen Toinette kann ihn nicht davon \u00fcberzeugen, da\u00df die \u00c4rzte nur aus Profitgier handeln. In seinem Wahn, st\u00e4ndig \u00c4rzte um sich haben zu m\u00fcssen, will er sogar seine Tochter Ang\u00e9lique mit dem Arztsohn Thomas Diarrhoerius verheiraten. Ang\u00e9lique ist aber in Cl\u00e9ante verliebt. Ihre Stiefmutter B\u00e9line hat es nun auf Argans Verm\u00f6gen abgesehen und wartet nur darauf, alles zu erben. Argan glaubt hingegen an B\u00e9lines Liebe zu ihm. Toinette will ihrem Herrn die Augen \u00f6ffnen. Sie gibt sich als Arzt aus, der Argan mit eigenartigen Methoden heilen m\u00f6chte. Argan ist skeptisch und traut der Medizin von nun an nicht mehr \u00fcber den Weg. Danach schl\u00e4gt Toinette vor, Argan solle sich tot stellen und die Reaktionen seiner Familie testen. Dies tut Argan. B\u00e9line freut sich \u00fcber den Tod des Gatten und ist entlarvt. Ang\u00e9lique ist tats\u00e4chlich traurig \u00fcber den vermeintlichen Tod des Vaters. Argan sieht nun ein, da\u00df seine Tochter Cl\u00e9ante wirklich liebt und erlaubt den beiden zu heiraten. Am Ende wird der einst Kranke zum Arzt ernannt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im Vordergrund der B\u00fchne sitzt der kr\u00e4nkelnde Argan und schneidet groteske Fratzen. Sein Krankenbett: ein Plastiksessel. Die B\u00fchne besteht aus sternf\u00f6rmig angeordneten Holzbrettern, die schr\u00e4g auf den Sessel zulaufen. Argan ist der Mittelpunkt des St\u00fcckes. Wenn er um Hilfe schreit, erscheint eine ganze Armee von Krankenschwestern (vom Chor dargestellt), die ihn versorgt. Ein schrilles Kost\u00fcm unterstreicht Argans Charakter: ein Morgenrock in pink, darunter eine Art Hosenlatz mit Schleifen. B\u00e9line tr\u00e4gt ein auff\u00e4lliges Rokokokleid. Es wird mit Barockelementen gespielt, aber nur, um sich dar\u00fcber lustig zu machen. Ang\u00e9lique und Louison erscheinen im jugendlichen Stra\u00dfenlook, Cl\u00e9ante wird als feuriger Torero pr\u00e4sentiert. Eine Farce durch und durch. Im ersten Akt fehlen f\u00fcr eine Kom\u00f6die die witzigen Einf\u00e4lle. Gelungen ist allerdings <strong>Karsten Meyers<\/strong> (Argan) Interpretation des eingebildeten Kranken: groteske Gesichtsausdr\u00fccke, extreme K\u00f6rpersprache und lautes Geschreie geh\u00f6ren dazu. Nach der Pause wird das Tempo dann angezogen. Vor allem <strong>Julia Brettschneider<\/strong> (Toinette) bringt Leben auf die B\u00fchne: Mit Temperament feuert sie das Publikum sogar an, im Sprechchor die Worte <em>der Enddarm<\/em> zu schreien. Diese und andere Einlagen sorgen f\u00fcr eine gute Unterhaltung.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Als Musikst\u00fcck ist <em>Der eingebildete Kranke<\/em> kaum bekannt. Das Theater Aachen bindet die Musik gut in die Handlung ein. Besonders lobenswert sind die galanten Chorpartien, die sich wundervoll mit dem darstellenden Spiel des Hauptdarstellers erg\u00e4nzen. Der Chor kann durch sein gesangliches Volumen \u00fcberzeugen. Daneben stechen die drei Sopranistinnen besonders hervor. <strong>Michaela Maria Meyer<\/strong> (B\u00e9line) verleiht ihrer Rolle der hinterlistigen Stiefmutter durch einen lyrischen, geschmeidigen Sopran Ausdruck. Eine besondere \u00dcberraschung ist <strong>Katharina Bergrath<\/strong> (Louison), die ausnehmend klar und rein singt: die Verk\u00f6rperung der jugendlichen Unschuld. Ebenfalls hervorzuheben ist die Mezzosopranistin <strong>M\u00e9lanie Forgeron<\/strong> (Ang\u00e9lique). Mit ihrer warmen, samtigen Stimme verk\u00f6rpert sie charmant die reifere Tochter. Weniger erfreulich ist allerdings <strong>Patricio Arroyo<\/strong> (Cl\u00e9ante), der mit seiner d\u00fcnnen Tenorstimme zu wenig Temperament f\u00fcr die Rolle besitzt. Als Liebhaber hat er allenfalls kom\u00f6diantischen Wert f\u00fcr das St\u00fcck. Das Orchester spielt in Barockbesetzung. Unter <strong>Volker Hiemeyers<\/strong> F\u00fchrung l\u00e4uft alles wie am Schn\u00fcrchen. Die Interaktion zwischen Musik und Handlung ist gelungen. So spricht Karsten Meyer das Orchester mehrmals direkt an, wie etwa: <em>Musik bitte!<\/em> oder: <em>K\u00f6nnt ihr nicht mal aufh\u00f6ren zu spielen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Krankheit und Tod \u2013 das sind in Moli\u00e8res St\u00fcck keine ernsten Themen, sondern Themen f\u00fcr eine Kom\u00f6die. Dies bringt die Aachener Inszenierung gut zum Ausdruck. Im Mittelpunkt stehen Musik und Schauspiel. Und das ist gut so. Ausgezeichnet sind neben dem Chor die drei Sopranistinnen, sowie das unschlagbar komische darstellende Spiel von Karsten Meyer und Julia Brettschneider.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Will van Iersel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Karsten Meyer (Argan) und Chor (Krankenschwestern)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Marc-Antoine Charpentier, musikalische Kom\u00f6die in drei Akten, Libretto von Moli\u00e8re UA: 10. 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