{"id":1865,"date":"2010-07-01T21:51:18","date_gmt":"2010-07-01T20:51:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1865"},"modified":"2010-07-02T21:57:14","modified_gmt":"2010-07-02T20:57:14","slug":"la-donna-del-lago-%e2%80%93-die-dame-vom-see-paris-palais-garnier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1865","title":{"rendered":"LA DONNA DEL LAGO \u2013 Die Dame vom See &#8211; Paris, Palais Garnier"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Dramma giocoso in 2 Akten, Libretto: Leone Andrea Tottola nach der Verserz\u00e4hlung <em>The Lady of the Lake <\/em>(1810) von Walter Scott, UA: 18. Oktober 1819 Neapel, Teatro San Carlo<\/p>\n<p>Regie: Llu\u00eds Pasqual, B\u00fchne: Ezio Frigerio, Kost\u00fcme: Franca Squarciapino, Licht: Vinicio Cheli, Choreographie: Montse Colome<\/p>\n<p>Dirigent: Roberto Abbado, Orchester und Chor der Op\u00e9ra national, Choreinstudierung: Alessandro Di Stefano<\/p>\n<p>Solisten: Juan Diego Fl\u00f3rez (Uberto\/K\u00f6nig Giacomo), Simon Orfila (Douglas), Colin Lee (Rodrigo), Joyce DiDonato<\/p>\n<p>(Elena), Daniela Barcellona (Malcolm), Diana Axentii (Albina), Jason Bridges (Serano)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. Juni \u00a02010 (Koproduktion Teatro alla Scala und Royal Opera House)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Paris-La-Donna.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1866\" title=\"Paris-La-Donna\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Paris-La-Donna.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Paris-La-Donna.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Paris-La-Donna-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Im schottischen Hochland revoltiert der Clan gegen K\u00f6nig Giacomo. Vor diesem kriegerischen Hintergrund ereignet sich die Liebesgeschichte der sch\u00f6nen Elena, Tochter von Douglas, Anf\u00fchrer des Clans und ihres Geliebten Malcolm. Elena trifft bei ihrer morgendlichen Bootsfahrt den unbekannten J\u00e4ger Uberto, der sich auf der Jagd verirrt hat. Dieser ist der verkleidete K\u00f6nig Giacomo. Uberto verabschiedet sich rasch, als Douglas hinzukommt. Dieser will sie mit\u00a0 Rodrigo, seinem Heerf\u00fchrer, verehelichen. Kurze Zeit sp\u00e4ter trifft Uberto erneut Elena, um ihr seine Liebe zu offenbaren, doch sie erkl\u00e4rt, da\u00df sie schon lange Malcolm liebe. Entt\u00e4uscht zieht er sich zur\u00fcck, \u00fcbergibt ihr aber einen Ring, den sie bei Gefahr dem K\u00f6nig zeigen sollte, womit sie gerettet w\u00fcrde. Die Aufst\u00e4ndischen verlieren und der gesamte Clan kommt zusammen mit Elena in Gefangenschaft. Elena zeigt dem K\u00f6nig den Ring. Zur \u00dcberraschung aller verzeiht er den Rebellen, so da\u00df Malcolm und Elena ein Paar werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Hohe kannelierte, goldenfarbene S\u00e4ulen mit rund umlaufendem Geb\u00e4lk bilden ein Halbrund, vor dem sich die Handlung abspielt. Je nach Szene \u00f6ffnet sich das Halbrund, um einen Blick auf das schottische Hochland freizugeben. M\u00e4nner im Frack und Frauen in bunten langen Abendkleidern, Sektgl\u00e4ser in der Hand, er\u00f6ffnen die Opernhandlung. Sp\u00e4ter treten Elena und Uberto\/K\u00f6nig Giacomo in goldbestickten Gew\u00e4ndern auf. Die Krieger zeigen sich mit Helm, Brust- und Beinpanzern. Eine T\u00e4nzerin und ein bis zwei T\u00e4nzer in goldenen Gew\u00e4ndern kommen im Vorder- und Hintergrund hinzu und zeigen akrobatische T\u00e4nze. Im zweiten Akt beherrscht das Halbrund eine m\u00e4chtige Eiche, unter der sich Elena, Uberto und Rodrigo mit Kriegern treffen. Am Opernende schlie\u00dfen sich wieder die goldenen S\u00e4ulen. Die Damen und Herren, gekleidet wie zu Anfang, betreten das Halbrund, das nun mit sechs, statt den anf\u00e4nglichen vier Kronleuchtern beleuchtet wird. Malcolm und Douglas treten im Frack mit goldbesticktem Umhang vor den K\u00f6nig. Dieser und Elena haben ihr urspr\u00fcngliches goldenes Gewand an.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Bei ihrer Auftrittsarie l\u00f6st Daniela <strong> Barcellona<\/strong> (Malcolm) mit ihren Spitzent\u00f6nen gro\u00dfen Beifall aus. <strong>Simon Orfilas<\/strong> (Douglas) vollt\u00f6nender Ba\u00df h\u00e4tte einen gro\u00dfen Genu\u00df bereitet, wenn seine Artikulation besser \u00a0ausgefeilt gewesen w\u00e4re. Diese Oper verlangt neben Uberto einen zweiten, gleichstarken Tenor, Ein solcher ist <strong>Colin Lee<\/strong> (Rodrigo). Mit bester Artikulation und untadeliger Intonation gelingt ihm seine Auftrittsarie, worin er das \u201ehohe C\u201c in vollkommener Leichtigkeit erreicht.<\/p>\n<p>Eine der Sch\u00f6nheiten dieser Rossini-Oper sind die Duette der Protagonisten. Schon beim terzenselige Eingangsduett<strong> <\/strong>von <strong>Joyce DiDonato<\/strong> (Elena) und <strong>Diego Fl\u00f3rez <\/strong>(Uberto): <em>Quali accenti\/qual tormenti \u2013 Welche Betonung\/welche Qual<\/em>, das beide mit unnachahmlicher Inbrunst herausbringen, entl\u00e4dt sich der Applaus explosiv, doch das darauf folgenden <em>Cielo! In qual\u2019estasi \u2013 Himmel, welche Wonne <\/em>wird mit einem Beifall von fast zwei Minuten \u00fcberboten, das war umso erstaunlicher, als der Beifall gegen die leere B\u00fchne brandet, da beide S\u00e4nger die B\u00fchne verlassen hatten. Genauso frenetisch klatscht das Publikum nach dem traumhaft gebotenen <em>O fiamme soave \u2013 o s\u00fc\u00dfe Flamme<\/em> von Fl\u00f3rez. Das mit Recht ber\u00fchmte Schlu\u00df-Rondo wird \u201e<strong>DiDonatos<\/strong> Rondo\u201c! \u00a0Schon <em>Tanti affetti \u2013 so viele Gef\u00fchle<\/em> \u00fcber den wogenden 32tel Noten spickt die Amerikanerin mit Trillern, die auch wirklich welche waren! Aber dann kam der Schlu\u00df: <em>Fra il padre, e fra l\u2019amante \u2013 zwischen dem Vater und dem Geliebten<\/em> mit den witzigen Pausen und den \u00fcberlangen chromatischen L\u00e4ufen. Wir hielten alle den Atem an, es lief einem prickelnd den R\u00fccken hinab bei so einer Tonsch\u00f6nheit und Akzentgenauigkeit, so einem makelloses An- und Abschwellen der Tonlinie. Ein Wunder!<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Balzac hat Recht, als er in seiner Novelle <em>Massimilla Doni<\/em> schrieb: <em>Die Koloratur ist die h\u00f6chste Ausdrucksform der Kunst: ein wenig darunter, und wir haben nichts, ein wenig mehr, und alles ist verwirrt<\/em>. Wir hatten mehr und sind bet\u00e4ubt! Der Applaus wollte nicht enden. Eine Sternstunde des Gesangs!<\/p>\n<p>Dr. Olaf\u00a0 Zenner<\/p>\n<p>Bild: Agathe Poupeney<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Juan Diego Florez (Giacomo V, Uberto di Snowdon), Joyce DiDonato (Elena)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Dramma giocoso in 2 Akten, Libretto: Leone Andrea Tottola nach der Verserz\u00e4hlung The Lady of the Lake (1810) von Walter Scott, UA: 18. 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