{"id":1859,"date":"2010-06-26T21:36:30","date_gmt":"2010-06-26T20:36:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1859"},"modified":"2010-07-02T21:41:48","modified_gmt":"2010-07-02T20:41:48","slug":"eugen-onegin-weimar-deutsches-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1859","title":{"rendered":"EUGEN ONEGIN &#8211; Weimar, Deutsches Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Peter Iljitsch Tschaikowski (1840 \u2013 1893), Lyrische Szenen in 3 Akten, Libretto vom Komponisten und Konstantin S. Schilowski nach dem Roman von Alexander Puschkin, UA: 29. M\u00e4rz 1879, Moskau, Maly-Theater<\/p>\n<p>Regie: Susanne \u00d8gl\u00e6nd, B\u00fchne: Alissa Kolbusch, Kost\u00fcme: Sophie du Vinage, Dramaturgie: Mark Schachtsiek, Dirigent: Stefan Solyom, Opernchor des Deutschen Nationaltheaters Weimar, Choreinstudierung: Markus Oppeneiger<\/p>\n<p>Solisten: Julia Oesch (Larina), Larissa Krokhina (Tatjana), Karin Neubauer (Olga), Christine Hansmann (Filipjewna), Uwe Schenker-Primus (Eugen Onegin), Szabolcs Brickner (Lenski), Hidekazu Tsumaya (F\u00fcrst Gremin), Philipp Meierh\u00f6fer (Ein Hauptmann\/Saretzki), (Saretzki), Frieder Aurich (Triquet)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. Juni 2010 (Premiere, in russischer Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Weimar-Eugen-Onegin1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1861\" title=\"Weimar-Eugen-Onegin\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Weimar-Eugen-Onegin1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Weimar-Eugen-Onegin1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Weimar-Eugen-Onegin1-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Gutsbesitzerin Larina hat zwei T\u00f6chter: Olga und Tatjana. Sie geraten in Aufregung, als Olgas Verlobter Lenski seinen Freund Eugen Onegin vorstellt, der auf Tatjana tiefen Eindruck macht. Tatjana schreibt des Nachts einen Brief, in dem sie ihm ihre Gef\u00fchle gesteht, doch Onegin weist sie zur\u00fcck. Auf einem Ball spielt Onegin Lenski einen Streich, indem er um dessen Verlobte Olga wirbt. Daraufhin fordert Lenski Onegin zum Duell, bei dem Lenski stirbt. Nachdem Onegin wegen des Duells das Land verlassen mu\u00dfte, kehrt er nach Jahren wieder zur\u00fcck. Auf einem Fest in einem Adelspalast trifft er erneut auf Tatjana, die inzwischen mit dem F\u00fcrsten Gremin verheiratet ist. Pl\u00f6tzlich gesteht Onegin ihr seine Liebe, und auch bei Tatjana werden die alten Gef\u00fchle wach. Doch sie erinnert ihn an sein einstiges kr\u00e4nkendes Verhalten und weist ihn endg\u00fcltig ab.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das Geschehen spielt sich haupts\u00e4chlich auf einer Drehb\u00fchne ab, die flie\u00dfende \u00dcberg\u00e4nge der B\u00fchnenbilder erm\u00f6glicht. Die beiden Seiten der B\u00fchne sind spiegelverkehrt angelegt und durch Glast\u00fcren voneinander getrennt. An den Seiten befindet sich eine Treppe, die auf einen Balkon f\u00fchrt. Das B\u00fchnenbild wird u.a. durch Gem\u00e4lde, Wandbilder und Lampen bereichert. Hinzu kommen verschiedene Bildprojektionen, die unterschiedliche Landschaften und Regieanweisungen einblenden. Die Kost\u00fcme sind abwechslungsreich gestaltet und kontrastieren miteinander. Im ersten Akt sind sie g\u00e4nzlich im 50er Jahre-Stil gehalten. Olga und Tatjana tragen t\u00fcrkisfarbene knielange R\u00f6cke, Lederjacke und schwarze Stiefel. Eugen Onegin erinnert mit Kleidung und Frisur an Elvis Presley. Ein Bild von Elvis unterstreicht sein charismatisches Auftreten. Die Gutsbesitzerin Larina tr\u00e4gt einen weinroten Hosenanzug und eine schwarze Haube. Eine Gehhilfe spielt auf ihr fortgeschrittenes Alter an. Im zweiten Akt kommt nur mittels Pelzm\u00fctzen und \u2013M\u00e4nteln ein russischer Zug in die Inszenierung. Der Chor tritt einheitlich in roten Gummistiefeln und anderen l\u00e4ndlichen Kleidungsst\u00fccken wie Sch\u00fcrzen oder Kopft\u00fcchern auf. W\u00e4hrend der Festveranstaltungen dominieren schlichte Anz\u00fcge und elegante Kleider.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Larissa Krokhina<\/strong> in der Rolle der Tatjana war darstellerisch und stimmlich \u00fcberragend. Sie beeindruckte mit ihrer strahlenden Sopranstimme. In der Briefszene (1. Akt, 2. Bild) sang sie sehr gut und verstand es, die verschiedenen Gef\u00fchlslagen ihrer Partie nachvollziehbar umzusetzen. Daf\u00fcr wurde sie vom Publikum mit langanhaltendem Applaus geehrt. Neben ihr gl\u00e4nzte <strong>Szabolcs Brickner<\/strong> als Lenski. Seine volumin\u00f6se, klar klingende Tenorstimme zog den H\u00f6rer in ihren Bann. Besonders bei seinen hohen, langgehaltenen T\u00f6nen konnte er stimmlich beeindrucken. Die Rolle der Olga \u00fcbernahm <strong>Karin Neubauer<\/strong>. Erw\u00e4hnenswert bei ihr ist vor allem ihre schauspielerische Leistung: ihre Rolle als lebenslustige Person setzte sie darstellerisch gekonnt um. Eugen Onegin wurde von <strong>Uwe Schenker-Primus<\/strong> gespielt. Sein kraftvoller Bariton kam besonders in seiner Arie <em>Kogda bi zhizn domashnim krugom \u2013 Wenn ich mein Leben so verbringen wollte <\/em><em>(1. Akt, 3. Bild) <\/em><em>zur Geltung. <\/em><strong>Hidekazu Tsumaya<\/strong> (F\u00fcrst Gremin) sang seine Passagen mit einer durchschlagenden Ba\u00dfstimme, und seine Arie (3. Akt, 1. Bild) faszinierte die Zuh\u00f6rer. <strong>Julia Oesch<\/strong> (Larina) brachte ihren warmen und kraftvoll klingenden Mezzosopran in das Ensemble ein, ebenso wie Christine <strong>Hansmann<\/strong> als Filipjewna, die ihre Rolle als Amme musikalisch und schauspielerisch \u00fcberzeugend umsetzte.<\/p>\n<p>Das Orchester stellte unter der Leitung von Stefan Solyom sein K\u00f6nnen unter Beweis. Solyom verstand es, das Orchester mit dem Ensemble auf der B\u00fchne zusammenzubringen. Der Opernchor konnte mit seinen ausdrucksstarken und energiegeladenen Passagen brillieren, die gut mit dem Orchester harmonierten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Premiere war von den stimmlich und schauspielerisch gediegenen Leistungen der S\u00e4nger gepr\u00e4gt. Fast alle wurden mit Zwischenapplaus und Bravo-Rufen bedacht. Das Regie- und Ausstattungsteam mu\u00dfte hingegen einige Buh-Rufe hinnehmen.<\/p>\n<p>Saskia Hankel<\/p>\n<p>Bild: Monika Rittershaus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Uwe Schenker-Primus (Eugen Onegin), Hidekazu Tsumaya (F\u00fcrst Gremin), Larissa Krokhina (Tatjana), Livia Meinhold (Tatjana als Kind), Opernchor des Deutschen Nationaltheaters Weimar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Peter Iljitsch Tschaikowski (1840 \u2013 1893), Lyrische Szenen in 3 Akten, Libretto vom Komponisten und Konstantin S. Schilowski nach dem Roman von Alexander Puschkin, UA: 29. 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