{"id":1854,"date":"2010-06-22T22:21:12","date_gmt":"2010-06-22T21:21:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1854"},"modified":"2011-07-18T10:19:52","modified_gmt":"2011-07-18T09:19:52","slug":"der-konig-kandaules-bielefeld-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1854","title":{"rendered":"DER K\u00d6NIG KANDAULES &#8211; Bielefeld, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Alexander Zemlinsky (1871 \u2013 1942), Oper in drei Akten, Libretto: Alexander Zemlinsky nach dem Drama <em>Le Roi Candaule<\/em> von Andr\u00e9 Gide; Partitur rekonstruiert und Instrumentation vervollst\u00e4ndigt von Antony Beaumont, UA: 6. Oktober 1996, Hamburg<\/p>\n<p>Regie: Birgit Kronshage, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme: Marina Hellmann, Dramaturgie: Uwe Sommer, Dirigent: Peter Kuhn, Bielefelder Philharmoniker. Solisten: Luca Martin (K\u00f6nig Kandaules), Sabine Passow (Nyssia), Alexander Marco-Buhrmester (Gyges), Ilknur \u00d6zcan (Trydo, stumme Rolle), Torben J\u00fcrgens (Koch\/Philebos), Meik Schwalm (Phedros), Lasse Penttinen (Simias\/Syphax), Jacek Janiszewski (Nicomedes), Lutz Laible (Pharnaces), Eric Laporte (Sebas), Sebastian Pilgrim (Archelaos), Statisterie des Stadttheaters Bielefeld<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. Juni 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bielefeld-Kandaules.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1855\" title=\"Bielefeld-Kandaules\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bielefeld-Kandaules.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bielefeld-Kandaules.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bielefeld-Kandaules-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr K\u00f6nig Kandaules ist es das gr\u00f6\u00dfte Gl\u00fcck, seine H\u00f6flinge und Freunde in vollen Z\u00fcgen an seinem Reichtum teilhaben zu lassen. Nachdem der Fischer Gyges ihm einen Fisch schenkt, in dessen Inneren ein Ring steckt, freundet sich Kandaules mit Gyges an und kommt auf den infamen Gedanken, sein gr\u00f6\u00dftes &#8222;Gut&#8220;, seine Frau Nyssia, mit ihm zu teilen. Mit Hilfe des Ringes, der seinen Tr\u00e4ger unsichtbar macht, soll Gyges eine Liebesnacht mit Nyssia verbringen. Am n\u00e4chsten Tag schw\u00e4rmt Nyssia Kandaules von der letzten Nacht vor, was diesen nun rasend eifers\u00fcchtig macht. Gyges wiederum wird so von Gewissensbissen geplagt, da\u00df er Nyssia den Betrug beichtet und ihr sein Leben bietet. Die tief in ihrer Ehre gekr\u00e4nkte K\u00f6nigin r\u00e4cht sich, indem sie Gyges auffordert, Kandaules zu t\u00f6ten. Widerwillig wird Gyges schlie\u00dflich zum M\u00f6rder an K\u00f6nig Kandaules und \u00fcbernimmt an der Seite von Nyssia die Herrschaft \u00fcber dessen Reich.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Gyges steht auf einem trapezf\u00f6rmigen Podest in der Mitte der B\u00fchne. Gekleidet wie ein armer Fischer spricht er den Leitsatz, der die Pointe des St\u00fccks bildet: <em>Wer sein Gl\u00fcck kennt, der halte es gut fest<\/em>. Die B\u00fchnenw\u00e4nde sind erdfarben und schlicht.<strong> Birgit Kronshage<\/strong> h\u00e4lt das B\u00fchnenbild \u00fcber alle drei Akte weitgehend gleich. Das Podest dient im weiteren Verlauf als reich gedeckter Tisch des K\u00f6nigs Kandaules. Im dritten Akt dient es als Bett f\u00fcr die Liebesnacht von Gyges und Nyssia und wird von wei\u00dfen Vorh\u00e4ngen, die von oben herunter gelassen werden, umh\u00fcllt. Die hintere B\u00fchnenwand wird bei dem Erscheinen Kandaules\u2019 etwas ge\u00f6ffnet. Dahinter erscheint eine blau-t\u00fcrkise B\u00fchnenwand mit gro\u00dffl\u00e4chigem Muster, die sich ganz erst zeigt, als der Fisch von Gyges serviert wird. Nun ist ein riesiger Fisch symbolhaft in der hinteren linken B\u00fchnenh\u00e4lfte zu sehen. Kleine \u00c4nderungen der B\u00fchnenrequisiten werden von vier Bediensteten des K\u00f6nigs vorgenommen, die alle als stumme Darsteller in \u00e4gyptisch anmutender Kleidung agieren. Nyssia, anfangs in schlichter grau-schwarzer Kleidung, tr\u00e4gt w\u00e4hrend der Liebesnacht ein cremefarbenes und im dritten Akt ein rotes Gewand. F\u00fcr die Darstellung der Liebesnacht kommt ein musikbegleiteter Lichteffekt in dem ansonsten sehr effektarmen B\u00fchnenbild zum Einsatz: Im Inneren des von wei\u00dfen Vorh\u00e4ngen umh\u00fcllten Liebesschauplatzes wird parallel zur ansteigenden Dramatik in der Orchestermusik ein visuelles An- und Abschwellen der Spannung durch Farbwechsel von hell- bis dunkelgelb erzeugt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die wichtigsten Partien sind die des Kandaules, der Nyssia und des Gyges. <strong>Luca Martin<\/strong> (Kandaules) spielt die Rolle des K\u00f6nigs passabel und tr\u00e4gt die Gesangspassagen mit klarer Stimme vor. <strong>Sabine Pa\u00dfow<\/strong> (Nyssia) zeigt sich sehr ausdrucksstark in ihrer Gestik. Doch teilweise benutzt sie ein so starkes Vibrato, da\u00df die Textverst\u00e4ndlichkeit leidet. <strong>Alexander Marco-Buhrmester<\/strong> (Gyges) hebt sich an diesem Abend mit seiner Leistung von den anderen S\u00e4ngern ab. Mit seinem kr\u00e4ftigen Bariton und seinem darstellerischen K\u00f6nnen bereichert er die Auff\u00fchrung. Seine Stimme kann sich gegen die gro\u00dfe Orchesterlautst\u00e4rke behaupten. Die weiteren Nebenrollen haben lediglich kurze gesangliche Einlagen oder Sprechszenen, die unauff\u00e4llig in das musikalische Geschehen eingehen. <strong>Peter Kuhn<\/strong> dirigiert mit diesem Werk seine letzte Opernpremiere als Bielefelder GMD, und das tat er mit gro\u00dfer, sogar zu gro\u00dfer dynamischer Intensit\u00e4t. Insbesondere bei den dramatisch anschwellenden Phasen haben es die meisten S\u00e4nger schwer, gegen das Orchester anzukommen.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Ob es die gewaltige Orchesterlautst\u00e4rke war oder die eher belanglos inszenierte Auff\u00fchrung \u2013 nach der ersten Pause blieben einige Pl\u00e4tze im Publikum unbesetzt, und nach der zweiten Pause lichtete sich die Reihen weiter. Das Bielefelder Theater pr\u00e4sentiert sich mit der Aufnahme dieses Werkes in sein Repertoire als experimentierfreudig und mutig, vermag jedoch das dramatisch anmutende Sujet nicht so b\u00fchnenwirksam zu verarbeiten, wie es das Publikum wohl erwartet hatte.<\/p>\n<p>Britta Winkelnkemper<\/p>\n<p>Bild: Matthias Stutte<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: v.l.n.r. Lasse Penttinen (Simias\/Syphax), Meik Schwalm (Phedros), Sabine Passow (Nyssia, seine Gemahlin), Luca Martin (K\u00f6nig Kandaules), Sebastian Pilgrim (Archelaos), Eric Laporte (Sebas), Jacek Janiszewski (Nicomedes), Lutz Laible (Pharnaces)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Alexander Zemlinsky (1871 \u2013 1942), Oper in drei Akten, Libretto: Alexander Zemlinsky nach dem Drama Le Roi Candaule von Andr\u00e9 Gide; Partitur rekonstruiert und Instrumentation vervollst\u00e4ndigt von Antony Beaumont, UA: 6. 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