{"id":1850,"date":"2010-06-06T22:16:49","date_gmt":"2010-06-06T21:16:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1850"},"modified":"2010-06-25T22:19:44","modified_gmt":"2010-06-25T21:19:44","slug":"genoveva-plauen-zwickau-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1850","title":{"rendered":"GENOVEVA &#8211; Plauen-Zwickau, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Robert Schumann (1810-1856), Oper in vier Akten nach Ludwig Tieck und Friedrich Hebbel, Libretto: Robert Reinick und Robert Schumann, UA: 1850 Leipzig<\/p>\n<p>Regie: Jochen Biganzoli, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Stefan Morgenstern, Videokonzeption: Thomas Lippick<\/p>\n<p>Dirigent: Tobias Engeli, Philharmonisches Orchester und Opernchor des Theaters Plauen-Zwickau, Liederkranz und Singakademie Zwickau<\/p>\n<p>Solisten: Igor Gavrilov (Hidulfus), Shin Taniguchi (Siegfried), Maria Gessler (Genoveva), Fritz Feilhaber (Golo), Nathalie Senf (Margaretha), Nikolaus Meer (Drago), Holger Rieck (Balthasar), Hasso Wardeck (Caspar).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. Juni 2010 (Premiere, Schumann-Fest 2010)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Plauen-Genoveva.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1851\" title=\"Plauen-Genoveva\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Plauen-Genoveva.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"260\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Plauen-Genoveva.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Plauen-Genoveva-300x222.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Pfalzgraf Siegfried zieht 730 n. Chr. aus, um die Mauren zu bek\u00e4mpfen. Golo setzt er als H\u00fcter seiner Frau Genoveva und Verwalter seiner Burg ein. Golos Amme Margaretha \u2013 der schwarzen K\u00fcnste wegen aus dem Schlo\u00df vertrieben \u2013 dr\u00e4ngt Golo, sich des Schlosses und Genovevas zu bem\u00e4chtigen, die er verzweifelt liebt, die aber seine Ann\u00e4herungen emp\u00f6rt zur\u00fcckweist. Zusammen mit Margaretha lockt der w\u00fctende Golo den Hofmeister Drago in Genovevas Gem\u00e4cher. Drago wird entdeckt und einer Beziehung zu Genoveva beschuldigt, worauf er im Kampf erstochen und Genoveva wegen Ehebruchs verhaftet wird. Siegfried liegt verletzt in Stra\u00dfburg, wo Margaretha ihn pflegt, aber auch vergiften m\u00f6chte. Golo \u00fcberbringt die Nachricht von Genovevas angeblicher Untreue. Margaretha zeigt Siegfried in ihrem Zauberspiegel ein Trugbild von der Z\u00fcgellosigkeit seiner Frau, woraufhin er das Todesurteil bekr\u00e4ftigt. Dragos Geist erscheint Margaretha und droht ihr mit dem Scheiterhaufen, worauf sie Siegfried die Wahrheit gesteht. Genoveva soll hingerichtet werden, aber Siegfried eilt herbei und rettet seine Gemahlin im letzten Moment. Die beiden werden von Bischof ein zweites Mal verm\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das meistbenutzte B\u00fchneninstrument ist in dieser Produktion die Drehb\u00fchne. Auf ihr werden die Projektionsw\u00e4nde gezeigt. Im Hintergrund steht eine zweigeteilte Rampe, auf der der Chor den Auszug der milit\u00e4rischen F\u00fchrer feiert, w\u00e4hrend Golo als Ersatzk\u00f6nig mit einer Pappkrone begr\u00fc\u00dft wird. Durch eine Zwischenkulisse entsteht ein abgeschlossener Raum. Er dient auch als Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr die Ansprachen der personifizierten Fieberphantasien und kann auch angehoben werden, um ein gewaltsames Eindringen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Die Darsteller zeigen heutige gehobene Gesellschaftskleidung. Auch andere Requisiten, wie z.B. Rollstuhl, weisen auf die heutige Zeit hin, w\u00e4hrend ein Schwert als Machtsymbol f\u00fcr Siegfried wohl deutlich ein Anachronismus darstellt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Ein Jahr hat die Oper Zwickau-Plauen nach diesem Tenor gesucht. Nicht nur die exorbitant hohen Anforderungen an den S\u00e4nger galt es zu erf\u00fcllen, denn er mu\u00df die wirren Fieberphantasien nicht nur mit der Stimme, sondern auch als Darsteller glaubhaft machen k\u00f6nnen. Schumanns Werk wird in dieser Hinsicht gerne untersch\u00e4tzt! Mit <strong>Fritz Feilhaber<\/strong> hat man einen Tenor gefunden, der auf dem Sprung zum Helden-Tenor ist und der Golo zur Hauptfigur aufwerten kann. Die eigentliche Namensgeberin des St\u00fcckes, <strong>Maria Gessler<\/strong> als Genoveva, kann als lyrischer Sopran und sterbender Schwan kaum mithalten \u2013 auch weil es wahrscheinlich von der Regie her so gewollt ist. Das wird auch im Gegensatz zu <strong>Nathalie Senf<\/strong> als Margaretha deutlich, die die b\u00f6sartige D\u00e4monie der Hexe stimmlich mehr als ausleben kann. <strong>Shin Taniguchi <\/strong>als Siegfried komplettiert die Riege der Hauptdarsteller als durchschlagsstarker Bariton, der aber auch leise, nachdenkliche und lyrische Augenblicken gestalten kann. Unter den Nebenrollen sticht <strong>Nikolaus Meer<\/strong> (Drago) als warm t\u00f6nender Ba\u00df mit sicherer Tiefe hervor.<\/p>\n<p>Der eigentliche Hauptdarsteller ist jedoch <strong>Tobias Engeli<\/strong>, der das <strong>Philharmonische Orchester<\/strong> zu einer wahren Glanzleistung f\u00fchrte. Er \u00fcberdeckt die musikdramaturgischen M\u00e4ngel, die Schumann als Opernkomponist nicht l\u00f6sen konnte, und erweist damit, da\u00df Schumann aus symphonischer Sicht einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Romantik ist.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Abend ist Beleg daf\u00fcr, da\u00df man mit viel Liebe, heftigem Bem\u00fchen und relativ wenig Geld eine musikalische Kostbarkeit gleichsam als Sternstunde der Oper erbl\u00fchen lassen kann. Die vier Hauptdarsteller, das Orchester und der Chor zeigen das H\u00f6chste ihres Potentials. Die Regie \u00fcberdeckt gn\u00e4dig mit dem gelungen umgesetzten Ansatz \u2013 Golo als geisteskranken Schumann autobiographische Z\u00fcge zu verleihen \u2013 die dramaturgischen Schw\u00e4chen des St\u00fcckes als wirre Fieberphantasien. Ein weiterer Beweis, da\u00df kleine H\u00e4user mittlerweile in der Lage sind, Staatstheatern den Rang abzulaufen, vor allem wenn man bedenkt, da\u00df zu Schumanns 200. Geburtstag wom\u00f6glich nur in Zwickau seine Oper zu sehen ist. Gleichzeitig ein vom Publikum heftig gefeierter Auftakt zum Schumann-Fest in seiner Geburtsstadt Zwickau, zu dem auch die Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim einen Beitrag leisten wird.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Peter Awtukowitsch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Golo (Fritz Feilhaber) bedr\u00e4ngt Genoveva (Maria Gessler) sehr heftig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Robert Schumann (1810-1856), Oper in vier Akten nach Ludwig Tieck und Friedrich Hebbel, Libretto: Robert Reinick und Robert Schumann, UA: 1850 Leipzig Regie: Jochen Biganzoli, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Stefan Morgenstern, Videokonzeption: Thomas Lippick Dirigent: Tobias Engeli, Philharmonisches Orchester und Opernchor des<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1850\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,106],"tags":[],"class_list":["post-1850","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-plauen-zwickau-theater"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1850","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1850"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1850\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1853,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1850\/revisions\/1853"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}