{"id":185,"date":"2008-02-08T22:25:17","date_gmt":"2008-02-08T20:25:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=185"},"modified":"2008-02-18T20:02:48","modified_gmt":"2008-02-18T18:02:48","slug":"regensburg-hoffmanns-erzahlungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=185","title":{"rendered":"Regensburg &#8211; HOFFMANNS ERZ\u00c4HLUNGEN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jacques Offenbach (1819 \u2013 1880), phantastische Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto nach dem gleichnamigen Drama von Jules Barbier und Michel Carr\u00e9; UA: 10. Februar 1881<br \/>\nRegie: Angela Brandt, B\u00fchnenbild: Johannes Haufe<br \/>\nDirigent: Raoul Gr\u00fcneis, Regensburger Philharmoniker, Opernchor, Einstudierung (Christoph Heil)<br \/>\nSolisten: Hoffmann (Michael Suttner), Muse (Mirna Ores), Olympia (Julia Amos), Antonia (Gesche Geier), Giulietta (Anna Peshes), Stella (Myriam Ch\u00e1vez de K\u00fchner), Lindorf, Coppelius, Mirakel, Dapertutto (Adam Kruzel), Andreas, Cochenille, Franz, Pitichinaccio (Kalle Koiso-Kanttila), Mutter (Silvia Fichtl), Spalanzani (Berthold Gronwald), Crespel (Martin-Jan Nijhof), Schlemihl (Seymur Karimov), Nathanael (Christian Schossig), Hermann (Steffen K\u00f6llner), Luther (Thomas Brinkel)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13. November 2007 (Premiere, 2. November 2007)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/hoffmann-regensburg.jpg\" TITLE=\"hoffmann-regensburg.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/hoffmann-regensburg.jpg\" ALT=\"hoffmann-regensburg.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Rausch und Traum sind Br\u00fcder, aller Menschen H\u00fcter&#8230;unter diesem Motto wurde Offenbachs unvollendete, autobiographische Oper, die uns in surrealer Weise mit Offenbachs\/Hoffmanns Sehns\u00fcchten, Erinnerungen, R\u00e4uschen und Tr\u00e4umen bekannt macht, zur Auff\u00fchrung gebracht.<br \/>\nVom Vorhang blickt uns ein \u00fcberdimensionales Auge fragend an. Die Inszenierung von Angela Brandt in B\u00fchnenbildern von Johannes Haufe l\u00e4\u00dft die winterliche Operntrendfarbe schwarz dominieren. Hoffmann dreht sich aus einem Fenster in einem b\u00fchnenf\u00fcllenden Raumteiler, der von innen beleuchtet ist, in die Szene, w\u00e4hrend sich Lindorf aus einem zweiten Fenster herausdreht, derweil die Muse aus einem Fahrstuhl entstiegen ist. Dieser Raumteiler steht genau in der Mitte der B\u00fchne, er dreht sich jeweils um 180\u02da und erm\u00f6glicht so als quasi interne Drehb\u00fchne die Abfolge der Schaupl\u00e4tze. Die 1. Drehung versetzt uns in Luthers Bar, die 2. Drehung zeigt uns einen Operationsraum, in dem eine Video-Reklame f\u00fcr plastische Operationen l\u00e4uft. Dort wird gerade Olympia von einem Vertreter der sog. Heilkunst zugerichtet. Hoffmanns Zauberbrille erzeugt einen stimmigen Umkehreffekt: Er selbst sieht die nat\u00fcrlichen Menschen damit als k\u00fcnstlich und die k\u00fcnstliche Menschin Olympia als nat\u00fcrlich. Die nat\u00fcrlichen Menschen lassen sich davon nat\u00fcrlich nicht blenden und Hoffmann wird in eine Zwangsjacke gesteckt w\u00e4hrend Olympias K\u00f6rperteile mal wieder durch die Gegend fliegen. Bei Antonia h\u00e4ngt der Himmel voller Geigen und roter Rosen, der Geist der Mutter f\u00e4hrt hoch und \u00fcber ihr, auf so einer Art Br\u00fccken-B\u00fchne, weilt Doktor Mirakel. Giulietta erscheint so gewandet wie man es von ihrem, dem Vernehmen nach, \u00e4ltesten Berufsstand der Welt, erwartet \u2013 und ganz zum Schlu\u00df werden Hoffmanns Erz\u00e4hlungen signiert und verteilt.<br \/>\n<strong>Dirigent und S\u00e4nger<\/strong><br \/>\nMit viel Schwung f\u00fchrt <strong>GMD Raoul Gr\u00fcneis<\/strong> durch das farbenpr\u00e4chtige Phantasie-Spektakel. Er nimmt viel R\u00fccksicht auf die S\u00e4nger, l\u00e4\u00dft diesen gro\u00dfen Raum ohne sie mit der Wucht der Musik zuzusch\u00fctten. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich \u2013 Hoffmann ist eine Oper, die instrumental schnell \u00fcberborden kann. Sehr gut auch der von <strong>Christoph Heil<\/strong> vorz\u00fcglich einstudierte Chor. Besonders erfreut hat ein ausgezeichneter <strong>Michael Suttner<\/strong> als Hoffmann. Gerne begr\u00fc\u00dfen wir diesen jungen, vielversprechenden Tenor nach l\u00e4ngerer Zeit einmal wieder in Regensburg. Er zeigt das gewohnt kraftvolle tenorale Material, widersteht der Versuchung zu forcieren, was er ja auch gar nicht n\u00f6tig h\u00e4tte, und beeindruckt mit unglaublich engagiertem Spiel: das ist Hoffmann, nicht mehr Suttner. Sicher eine Partie, mit der der sympathische S\u00e4nger derzeit seine Grenzen austestet. <strong>Mirna Ores<\/strong> begleitet ihn als feine Muse durch die rauschhaften Tr\u00e4ume, aber am meisten \u00fcberzeugt hat doch wieder einmal eine gro\u00dfartige <strong>Julia Amos<\/strong> als Olympia, optisch, s\u00e4ngerisch und darstellerisch gro\u00dfe Klasse! <strong>Anna Peshes<\/strong> als Giulietta, Silvia Fichtl als Erscheinung der Mutter und <strong>Myriam Ch\u00e1vez <\/strong>de K\u00fchner als Stella waren absolut rollendeckend. Stimmliche Opulenz ist bei den Herren zu verzeichnen: Der Regensburger Bariton-Liebling <strong>Adam Kruzel <\/strong>gl\u00e4nzte mit seinem weichen, immer sauber gef\u00fchrtem Bariton gleich in vier Rollen, n\u00e4mlich als Lindorf, Coppelius, Mirakel und Dapertutto. Ebenfalls vierfach rollendeckend der finnische Tenor <strong>Kalle Koiso-Kanttila<\/strong> als Andreas, Cochenille, Franz und Pitichinaccio. Auch f\u00fcr die kleineren Partien ist Lob ohne Abstriche f\u00e4llig: <strong>Martin-Jan Nijhof<\/strong> als Crespel, Seymour Karimov als Schlemihl, <strong>Berthold Gronwald<\/strong> als Spalanzani,<strong> Christian Schossig<\/strong> als Nathanael, <strong>Stefan K\u00f6llner<\/strong> als Herrmann und <strong>Thomas Brinkel<\/strong> als Luther.<br \/>\nGro\u00dfe Oper in Regensburg in einer durchaus werkgerechten Inszenierung und mit \u00fcber den Erwartungen liegenden S\u00e4ngerleistungen \u2013 entsprechend der Beifall der sonst eher zur\u00fcckhaltenden Oberpf\u00e4lzer.<\/p>\n<p>R\u00fcdiger Ehlert \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Bild: Theater Regensburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jacques Offenbach (1819 \u2013 1880), phantastische Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto nach dem gleichnamigen Drama von Jules Barbier und Michel Carr\u00e9; UA: 10. 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