{"id":1837,"date":"2010-06-13T21:06:11","date_gmt":"2010-06-13T20:06:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1837"},"modified":"2010-06-20T21:10:12","modified_gmt":"2010-06-20T20:10:12","slug":"undine-hof-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1837","title":{"rendered":"UNDINE &#8211; Hof, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Albert Lortzing (1801-1851), Romantische Zauberoper in 4 Akten, nach der Erz\u00e4hlung <em>Undine <\/em>von Friedrich de la Motte Fouqu\u00e9 Libretto: Albert Lortzing, UA:1845, Magdeburg<\/p>\n<p>Regie: Uwe Drechsel, B\u00fchne: Thomas Mogendorf<\/p>\n<p>Dirigent: Arn Goerke, Hofer Symphoniker, Opernchor Theater Hof.<\/p>\n<p>Solisten: Ingrid Katzengruber (Bertalda), Chong Sun (Ritter Hugo), Thomas Rettensteiner (K\u00fchleborn), Wladimir Polatynski (Tobias),. Stefanie Rhaue (Marthe), Urska Arlic (Undine), Thilo Andersson (Veit), Karsten Schr\u00f6ter (Hans, Pater Heilmann).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. Juni 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Hof-Undine.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1838\" title=\"Hof-Undine\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Hof-Undine.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"230\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Hof-Undine.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Hof-Undine-300x197.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Ritter Hugo von Ringstetten hat auf der Flucht vor einer Flut die sch\u00f6ne Fischerstochter Undine kennengelernt und geheiratet. Der Wasserf\u00fcrst K\u00fchleborn, der Vater Undines, ist wenig erfreut vom Knappen Veit zu h\u00f6ren, da\u00df Undine f\u00fcr Ritter Hugo nur ein Abenteuer sei. Zur\u00fcckgekehrt am Hof stellt die stolze Bertalda fest, da\u00df Hugo, der ihr einst die Ehe versprochen hatte, inzwischen verheiratet ist. Als Bertalda \u00fcber Undines niedrige Herkunft zu spotten beginnt, dreht K\u00fchleborn, verkleidet als Diplomat des K\u00f6nigreichs Neapel, den Spie\u00df um und verk\u00fcndet, Bertalda sei in Wahrheit die Tochter der Fischersleute. Der Herzog Heinrich habe sie als Findelkind aufgenommen. Bertalda gelingt es trotzdem Hugo zur\u00fcckzuerobern. Undine mu\u00df feststellen, da\u00df ihr Geliebter nichts mehr von ihr wissen will, deshalb f\u00fchrt K\u00fchleborn Undine zur\u00fcck in sein nasses Reich. Hugo und Bertalda feiern Hochzeit. Der Stein, der aus Furcht vor der Rache der Wassergeister auf die \u00d6ffnung des Brunnens gelegt worden war, wird entfernt. Undines blasse Gestalt entsteigt dem Brunnen, ihr gelingt es Hugo zur\u00fcckzugewinnen. K\u00fchleborn begnadigt Hugo, dieser mu\u00df aber bei Undine im Reich der Wassergeister bleiben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die gesamte Handlung spielt auf einem Einheitsb\u00fchnenbild das durch drei Seerosenbl\u00e4tter dargestellt wird. Variiert wird das Bild nur durch unterschiedliche B\u00fchnenprospekte, vom Fischerdorf bis zur Herzogsburg bei Tag oder Nacht kann schnell gewechselt werden. Auch erm\u00f6glicht diese N\u00e4he zum Wasser die raschen Auftritte des Wasserf\u00fcrsten K\u00fchleborn, ohne die vielen Wechsel vom Menschen ins Wasserreich explizit darzustellen. So wird die Verbannung Hugos ins Wasserreich am Schlu\u00df nur durch die Verdunkelung der B\u00fchne angedeutet. Einige wenige Gegenst\u00e4nde runden das Bild ab, wie Weinf\u00e4sser, Kanonen oder S\u00e4ulen. Der Brunnen, aus dem Undine am Schlu\u00df heraustritt, ist der Bl\u00fctenkelch einer Seerose. Die bunten, historisierenden Kost\u00fcme unterstreichen den Eindruck eines Kinderm\u00e4rchens.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Auffallendster S\u00e4ngerdarsteller war wieder einmal <strong>Thomas Rettensteiner<\/strong>, diesmal als Wasserf\u00fcrst K\u00fchleborn. Dieser ausdrucksstarke und durchschlagsstarke Bariton kann im Finale des dritten Akts <em>Nun ist\u2019s vollbracht<\/em> Beifall ernten, und es ist ein Gl\u00fccksfall f\u00fcr Hof, da\u00df er den Wechsel an ein gr\u00f6\u00dferes Haus noch nicht angeht. Ebenfalls zum Publikumsliebling avancierte <strong>Thilo Andersson<\/strong> als Veit, der seine spielerischen Mittel als Tenorbuffo voll ausspielte und mit der bekannten Konzertarie <em>Vater, Mutter, Schwestern, Br\u00fcder<\/em> brillieren konnte. Er kann sich hier durchaus mit der Aufnahme Richard Taubers mithalten. Sein Nervenkost\u00fcm spielte <strong>Chong Sun<\/strong> als Ritter Hugo wieder manchen Streich, seine Stimme klingt in den h\u00f6heren Lagen nicht frei und ist einfach unsauber. Zu einem immer mehr dramatischen Sopran hat sich <strong>Ingrid Katzengruber<\/strong> (Bertalda) weiterentwickelt. Ihr leichtes Tremolo vermag sie als dramatisches Mittel einzusetzen. Einziger Gast des Abends ist <strong>Urska Arlic<\/strong> in der Titelrolle. Eher ein verhaltener Mezzo, vermag sie bet\u00f6rend der Gesanglinie zu folgen und den zur\u00fcckhaltenden Charakter der Undine darzustellen.<\/p>\n<p>Ebenso zur\u00fcckhaltend, wenn nicht etwas zu farblos, blieb das Dirigat von <strong>Arn Goerke<\/strong>. Etwas mehr mythische, verschw\u00f6rerische Klangbildung h\u00e4tte dieser romantischen Zauberoper sehr gut getan. Daf\u00fcr kann man <strong>Arn Goerke<\/strong> als hervorragenden Liedbegleiter sehen, der die S\u00e4nger von einem H\u00f6hepunkt zur n\u00e4chsten Konzertarie f\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein bunter zauberhafter M\u00e4rchenabend, der jedoch die verworrene Handlung nicht verst\u00e4ndlich machen konnte, auch wenn Uwe Drechsel einige erkl\u00e4rende Worte durch Thomas Rettensteiner als Friedrich de la Motte Fouqu\u00e9 der Inszenierung voranstellte. Die werkimmanente Karikierung der Obrigkeitsh\u00f6rigkeit und auch der bei\u00dfende Spott \u00fcber die Dekadenz des Adels durch Lortzing gingen fast v\u00f6llig unter. Musikalisch ein gelungener Nachweis f\u00fcr das ausgezeichnet best\u00fcckte Ensemble des Hofer Theaters, das vom Publikum mit rauschendem Beifall gefeiert wurde. Seltsam nur, da\u00df die Ballett-Szenen gestrichen wurden, da das Hofer Theater sein Ballett-Ensemble sonst in fast jeder Produktion einsetzt.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Fotodesign Hof, Harald Dietz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Der Knappe Veit (Thilo Andersson) treibt die Hochzeitsvorbereitungen an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Albert Lortzing (1801-1851), Romantische Zauberoper in 4 Akten, nach der Erz\u00e4hlung Undine von Friedrich de la Motte Fouqu\u00e9 Libretto: Albert Lortzing, UA:1845, Magdeburg Regie: Uwe Drechsel, B\u00fchne: Thomas Mogendorf Dirigent: Arn Goerke, Hofer Symphoniker, Opernchor Theater Hof. 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