{"id":1807,"date":"2010-06-06T22:14:24","date_gmt":"2010-06-06T21:14:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1807"},"modified":"2010-07-08T09:15:45","modified_gmt":"2010-07-08T08:15:45","slug":"orlando-halle-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1807","title":{"rendered":"ORLANDO &#8211; Halle, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759) Opera seria in 3 Akten, Libretto: Unbek. Bearbeiter nach Carlo Sigismondo Capeces Libretto zu Domenico Scarlattis Dramma per musica <em>Orlando ovvero la gelosa pazzia<\/em> (1711), UA: 27. Januar 1733, King\u2019s Theatre Haymarket, London<\/p>\n<p>Regie: Nicola H\u00fcmpel, B\u00fchnenbild: Oliver Proske, Kost\u00fcme: Frauke Ritter<\/p>\n<p>Dirigent: Bernhard Forck, H\u00e4ndelfestspielorchster Halle<\/p>\n<p>Solisten: Owen Willetts (Orlando), Marie Friederike Sch\u00f6der (Angelica), Dmitry Egorov (Medoro), Sophie Klu\u00dfmann (Dorinda), Christoph Stegemann (Zoroastro)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. Juni 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Halle-Orlando.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1808\" title=\"Halle-Orlando\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Halle-Orlando.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Halle-Orlando.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Halle-Orlando-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Orlando ist wie besessen in Angelica, die K\u00f6nigin von Catai verliebt. Dies ruft die Sorge des Magiers Zoroastro hervor, da Orlando daher seine ritterlichen Pflichten vernachl\u00e4ssigt. Dorinda, eine Sch\u00e4ferin, hat sich indessen in den Prinzen Medoro verliebt. Doch dessen Herz schl\u00e4gt allein f\u00fcr Angelica, die ebenfalls in Liebe zu Medoro entbrannt ist. Angelica und Medoro fliehen, als Orlando in eifers\u00fcchtige Raserei ger\u00e4t. In blinder Wut zerst\u00f6rt er beider Liebesgrotte und t\u00f6tet scheinbar Medoro sowie Angelica. Nun greift Zoroastro ein und weckt den in tiefen Schlaf gefallenen Orlando mit Zaubertropfen, der sich daraufhin das Leben nehmen will, da ihm Dorinda seine Vergehen vorh\u00e4lt. Die beiden Totgeglaubten und durch den Magier geretteten Liebenden halten ihn jedoch davon ab und Orlando erkennt ihre Liebe an, und hat \u00a0wieder Zeit, sich neuen Heldentaten zu widmen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Festspiel-Neuproduktion bedient sich klar strukturierter B\u00fchnenelemente, die sich durch alle drei Akte hindurchziehen. Von einem raumgreifenden Podest, von dem funktionale Klappen und Sitzgelegenheiten ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen, setzt sich eine halbkreisf\u00f6rmige R\u00fcckwand mit einer T\u00fcr ab. Auf die R\u00fcckwand werden bisweilen Zitate von Pers\u00f6nlichkeiten sowie unterschiedliche, computer-generierte R\u00e4ume und Natureindr\u00fccke projiziert. \u00dcberdimensionale Hirtenst\u00e4be oder von oben herabh\u00e4ngende und in Bewegung versetzte stilisierte S\u00e4ulen imitieren zudem Natur- und Palastr\u00e4ume. Die Kost\u00fcme der Darsteller sind teilweise modern schlicht gehalten, wobei mitunter auch unterschiedliche Stilepochen und Kulturr\u00e4ume zitiert sowie miteinander verwoben werden. Neben den eigentlichen S\u00e4ngern treten pantomimisch spielende Performer von <em>Nico and the Navigators<\/em> auf, welche sowohl untereinander agieren als auch die S\u00e4nger zur Interaktion bewegen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Owen Willetts<\/strong> (Orlando) versteht es, seinen samtig timbrierten Countertenor, der es nicht an impulsiver Durchschlagskraft in der Mittellage fehlt, in den dramatischen Szenen aufleuchten zu lassen. Dabei f\u00e4llt angenehm auf, da\u00df er in den H\u00f6hen noch Reserven aufzuweisen hat, die er gezielt besonders in hochdramatischen Abschnitten zum Einsatz bringt. Bei ihm ger\u00e4t gesanglich und darstellerisch Liebeswahn und Heldenmut zu einer rasanten Berg- und Talfahrt. Ein weiterer H\u00f6hepunkt des Abends bietet sich mit <strong>Marie Friederike Sch\u00f6der<\/strong>. Ihre Interpretation der Angelica ist \u00e4ngstliche Zur\u00fccknahme und gl\u00fchende Liebe zugleich. Mit wendigen Phrasierungen, schillerndem Tremolo und absolut sauberer Intonation l\u00e4\u00dft sie ihre jugendlich frische Sopranstimme warm und zugleich durchschlagskr\u00e4ftig aufblitzen. Der Reigen der starken Stimmen setzt sich mit Countertenor <strong>Dmitry Egorov<\/strong> (Medoro) nahtlos fort. Seine kontrastreich gef\u00e4rbte Stimme, die von erdigen Mittelt\u00f6nen bis hin zu seidigen H\u00f6hen das Ohr umschmeichelt, stellt einen perfekten Gegenpart zur Stimmqualit\u00e4t von Marie Friederike Sch\u00f6der dar. Ba\u00df <strong>Christoph Stegemann<\/strong> (Zoroastro) stellt mit absolut sauberer Intonation in den stimmlich volumin\u00f6s ausgekosteten Tiefenbereichen, bei kristallklarem Duktus, einen mehr als w\u00fcrdigen Magier dar. Die St\u00e4rke von <strong>Sophie Klu\u00dfmann<\/strong> (Dorinda) liegt eindeutig in den lyrischen Abschnitten, in denen ihre nuancenreich eingesetzte Sopranstimme voll zum Tragen kommt. In den H\u00f6henlagen l\u00e4\u00dft sie etwas an tragendem Fundament vermissen.<\/p>\n<p>Das <strong>H\u00e4ndelfestspielorchester Halle<\/strong> unter <strong>Bernhard Forck<\/strong> bringt dazu die Musik H\u00e4ndels mit engagiert lebendigem Spiel auf ihren Originalinstrumenten zum Leuchten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung verliert sich allerdings durch die Ausstattungselementen und h\u00e4ufigen Handlungsinteraktionen mit den Pantomimen in zahlreichen Anspielungen, die jedoch auf Grund des mythischen Stoffes nicht eindeutig aufgel\u00f6st werden, sondern im Nebel des undeutbaren Omin\u00f6sen versinken. Somit schwebt das St\u00fcck achselzuckend zwischen Mythologie und Moderne. Ein Bravo f\u00fcr die S\u00e4nger und das Orchester, die mit teilweise vorz\u00fcglichen Leistungen dem <em>Orlando<\/em> Leben einhauchten.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Owen Willetts (Orlando), Marie Friederike Sch\u00f6der (Angelica)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759) Opera seria in 3 Akten, Libretto: Unbek. Bearbeiter nach Carlo Sigismondo Capeces Libretto zu Domenico Scarlattis Dramma per musica Orlando ovvero la gelosa pazzia (1711), UA: 27. 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