{"id":1803,"date":"2010-05-30T15:35:49","date_gmt":"2010-05-30T14:35:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1803"},"modified":"2010-06-04T15:38:52","modified_gmt":"2010-06-04T14:38:52","slug":"nabucco-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1803","title":{"rendered":"NABUCCO &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Dramma lirico in vier Akten, Libretto: Temistocle Solera, UA: 1842, Mailand<\/p>\n<p>Inszenierung: Andreas Baesler, B\u00fchne: Harald Thor<\/p>\n<p>Dirigent: Guido Johannes Rumstadt, N\u00fcrnberger Philharmoniker<\/p>\n<p>Solisten: Paolo Gavanelli (Nabucco), Aleksandrs Antonenko (Ismaele), Giacomo Prestia (Zaccaria), Maria Guleghina (Abigaille), Daniele Sindram (Fenena), Andreas Kohn (Il gran sacerdote), Kevin Conners (Abdallo), Lana Kos (Anna)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 29. Mai 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Nuernberg-Nabucco.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1804\" title=\"Nuernberg-Nabucco\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Nuernberg-Nabucco.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Nuernberg-Nabucco.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Nuernberg-Nabucco-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nig Nebukadnezar (Nabucco) belagert Jerusalem. Der Hohepriester Zaccaria macht den im Tempel versammelten Hebr\u00e4ern Hoffnung auf Rettung, denn Nabuccos zweite Tochter Fenena befindet sich in seiner Gewalt. Doch Nabucco erobert den Tempel, Ismaele \u00fcbergibt dabei Nabucco Fenena, um deren Geisel-Tod zu verhindern \u2013 daf\u00fcr wird er von den Hebr\u00e4ern als Verr\u00e4ter beschimpft. In Babylon erf\u00e4hrt Nabuccos erste Tochter Abigaille, da\u00df sie lediglich Tochter einer Sklavin sei. Nabucco h\u00e4lt man dort inzwischen f\u00fcr tot. Man erkl\u00e4rt Fenena zu seiner Nachfolgerin. Da erscheint Nabucco und will nun als K\u00f6nig und Gott verehrt werden. Abigaille l\u00e4\u00dft den wahnsinnigen Nabucco in den Kerker werfen, kr\u00f6nt sich selbst und verurteilt Fenena zum Tode. Als Nabucco zum Gott der Hebr\u00e4er fleht, verl\u00e4\u00dft ihn der Wahnsinn und er kann wieder die Regierungsmacht \u00fcbernehmen. Daraufhin vergiftet Abigaille sich selbst.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Hebr\u00e4er in schwarzen Gew\u00e4ndern und schwarzen Kopft\u00fcchern heben meist flehend die H\u00e4nde zum Himmel, die Babylonier tragen Helm, R\u00fcstung und Speer. Der Priester des Baal wird als Ziegenbock an der Leine vorgef\u00fchrt, die \u00fcbrigen Hauptdarsteller tragen pseudo-historisierende, aber nichtssagende Gew\u00e4nder, einzig Nabucco ist durch eine Helmkrone gekennzeichnet. Die Darsteller stehen meist starr und bedeutungsschwanger in einer einfachen Kulisse, die aus einem gro\u00dfem Bilderrahmen besteht, der auf und zugeklappt werden kann und dann den Blick freigibt auf einige wenige Kulissen im Hintergrund wie das Pferd Nabuccos oder Palmen als Schattenri\u00dfbild. \u00c4u\u00dfere Handlung wie die Erst\u00fcrmung des Tempels wird durch bedeutungsvolles Schwingen der Speere bestenfalls angedeutet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Viel Schatten und wenig Licht gab es in diesem keineswegs als schwierig einzustufenden Fr\u00fchwerk Verdis. <strong>Mikolaj Zalasinski<\/strong> in der Titelrolle ist zwar ein gro\u00dfvolumiger Ba\u00dfbariton mit viel gurgelnden Pathos in der Tiefe, jedoch in der Kopfstimme hatte er kaum einen sch\u00f6nen Ton zu bieten. Gerade so wichtige Arien wie <em>Mio furor \u2013 Meine Rache<\/em> konnte er so weder gesanglich noch mit Ausdruck gestalten. <strong>Gabriella Morigi<\/strong> mu\u00df man als Fehlbesetzung bezeichnen. Sie r\u00fcckte als hochdramatischer Sopran die Rolle der Abigaille eher in die Richtung eines Wagner-Soprans, sang mit deutlich zu viel Kraft, war viel zu schrill und konnte keine Koloratur gestalten. Schon ihre vielschichtige Auftrittsarie <em>Prode guerrier \u2013 Tapferer Held<\/em> konnte sie weder h\u00f6hnisch, noch h\u00e4misch, noch flehend, sondern eigentlich nur laut gestalten. \u00a0<strong>Jordanka Milkova<\/strong> kann ihre Rolle der Fenena zwischen Verzweiflung und Trauer ausgezeichnet gestalten, kann sich jedoch hinsichtlich der Lautst\u00e4rke nicht im Ensemble durchsetzen: Gerade hier setzt man ein Gleichgewicht der Kr\u00e4fte voraus. Fast schon ein Gegensatz dazu ist der Rest der Hauptdarsteller: <strong>David Yim<\/strong> (Ismaele) hat sich zu einem hervorragenden italienischen Tenor im Ensemble weiterentwickelt und kann mittlerweile mit fast schwerelosen L\u00e4ufen gerade auch in den hohen Lagen gl\u00e4nzen. <strong>Nicolai Karnolsky<\/strong> als Zaccaria ist ein vollt\u00f6nender, fast schwarzer Ba\u00df, der auch mit einer soliden H\u00f6he gl\u00e4nzt. Aus dessen Schatten vermag <strong>Vladislav Solodyagin<\/strong> als Oberpriester des Baal nicht herauszutreten.<\/p>\n<p>Unter dem Dirigat von <strong>Philipp Pointner<\/strong> entwickelte sich ein uninspirierter Abend. Keine Spur von Emotionen, Wut oder Streit \u2013 eine Analogie zur Inszenierung auf der B\u00fchne.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung im Stil der italienischen Sandalenfilme der 50er Jahre \u2013 noch dazu in schwarz-wei\u00df gehalten &#8211; lie\u00df kaum Spannung aufkommen. Dazu kam, da\u00df in der statischen, rein auf optisch eindrucksvolle Bilder ausgelegten Inszenierung dramatische Rahmenhandlung wie die Erst\u00fcrmung des Tempels, die Verbr\u00fcderung Fenenas mit den Hebr\u00e4ern oder ihre Befreiung, schlichtweg nicht vorkamen. Auch die Strichfassung (vor allem die viel zu kurze Ouvert\u00fcre!) &#8211; \u00a0und die wenig gelungene musikalische Umsetzung &#8211; konnte die Freunde der italienischen Oper nicht begeistern. Am Ende nur m\u00e4\u00dfiger Applaus von einem sichtlich \u00fcberm\u00fcdeten Publikum.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Abigaille (Maria Guleghina) und der Priester des Baal (kniend) halten Gericht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Dramma lirico in vier Akten, Libretto: Temistocle Solera, UA: 1842, Mailand Inszenierung: Andreas Baesler, B\u00fchne: Harald Thor Dirigent: Guido Johannes Rumstadt, N\u00fcrnberger Philharmoniker Solisten: Paolo Gavanelli (Nabucco), Aleksandrs Antonenko (Ismaele), Giacomo Prestia (Zaccaria), Maria Guleghina (Abigaille),<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1803\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134,7,1],"tags":[],"class_list":["post-1803","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-featured","category-nurnberg-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1803","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1803"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1803\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1806,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1803\/revisions\/1806"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1803"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1803"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1803"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}