{"id":1798,"date":"2010-06-03T14:31:25","date_gmt":"2010-06-03T13:31:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1798"},"modified":"2015-10-20T19:40:14","modified_gmt":"2015-10-20T18:40:14","slug":"die-walkure-paris-opera-bastille-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1798","title":{"rendered":"DIE WALK\u00dcRE &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Musik und Text von Richard Wagner,\u00a0 B\u00fchnenfestspiels <em>Der Ring des Nibelungen<\/em>, Erster Tag in drei Akten. UA: 26 Juni 1870, K\u00f6nigliches Hof- und Nationaltheater, M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Regie: G\u00fcnter Kr\u00e4mer,\u00a0 B\u00fchne: J\u00fcrgen B\u00e4ckmann, Kost\u00fcme: Falk Bauer, Licht: Diego Leetz, Choreographie: Otto Pichler<\/p>\n<p>Dirigent: Philippe Jordan, Orchester der Op\u00e9ra National de Paris<\/p>\n<p>Solisten: Robert Dean Smith (Siegmund),\u00a0 G\u00fcmther Groisb\u00f6ck (Hunding), Thomas Johannes Mayer (Wotan),: Ricarda Merbeth (Sieglinde), Katarina Dalayman (Br\u00fcnnhilde), Yvonne Naef (Fricka) u.a<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31. Mai 2010\u00a0 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Paris-Walkuere.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1799\" title=\"Paris-Walkuere\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Paris-Walkuere.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Paris-Walkuere.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Paris-Walkuere-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Im Kampf um die Weltherrschaft hat Wotan den Ring, der die Macht enth\u00e4lt, dem Nibelungenzwerg Alberich entrissen, ihn dann aber den Riesen \u00fcberlassen m\u00fcssen. Durch seine Vertr\u00e4ge mit den Riesen unfrei, hofft er, das von ihm gezeugte Menschengeschlecht der W\u00e4lsungen wird einst den Ring zur\u00fcckgewinnen.<\/p>\n<p>Der verfolgte W\u00e4lsunge Siegmund findet bei der verlorengeglaubten Zwillingsschwester Sieglinde Zuflucht, wird ihr Geliebter und zeugt Siegfried. Da Sieglinde durch Zwang mit Hunding verheiratet ist, fliehen die beiden Liebenden. Wotan l\u00e4\u00dft sie durch\u00a0 die Walk\u00fcre Br\u00fcnnhilde besch\u00fctzen. Doch Fricka verlangt S\u00fchne f\u00fcr Ehebruch und Blutschande. Durch die eigenen Gesetze gebunden, mu\u00df Wotan Siegmund opfern. Todgeweiht will dieser die Schwester lieber t\u00f6ten, als ungesch\u00fctzt zur\u00fcckzulassen. Da beschlie\u00dft Br\u00fcnnhilde, entgegen Wotans Befehl,\u00a0 die W\u00e4lsungengeschwister zu retten. Doch Wotan bewirkt Siegmunds Tod. Br\u00fcnnhilde flieht mit Sieglinde vor Wotans Strafe. Ihre Schwangerschaft gibt Sieglinde neuen Lebenswillen. Sie flieht in den Wald der Riesen. Wotan versetzt Br\u00fcnnhilde in wehrlosen Schlaf, aus dem jeder Sterbliche sie erwecken und nehmen kann. Erkennend, da\u00df sie nur tun wollte, was er nicht tun durfte, wird er vom strafenden Gott zum liebenden Vater, nimmt bewegt Abschied von seiner Lieblingstochter und bettet sie, auf ihren letzten Wunsch, in einen Feuerring, aus dem nur ein wirklicher Held sie erretten kann.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Nur einige Beispiele: Die Oper begann mit dem Bajonettmassaker unbewaffneter Zivilisten durch eine uniformierte Miliz. Auch w\u00e4hrend anderer, meist intimer Szenen befanden sich unerkl\u00e4rte Statisten auf der B\u00fchne. W\u00e4hrend des schwierigen Zwiegesangs Siegmund-Br\u00fcnnhilde (2. Akt), mu\u00dfte letztere in neurotischem Bestreben die \u00fcber die ganze B\u00fchne verstreuten Ewige-Jugend-\u00c4pfel Freias aufklauben und feins\u00e4uberlich hintereinander aufreihen. Als Walk\u00fcreritt schleppten wei\u00dfbekittelte Walk\u00fcren-Krankenschwestern nackte, blutbeschmierte junge M\u00e4nner heran, schrubbten sie auf Operationstischen sauber und erweckten sie mit Ku\u00df zum Leben. Die Oper schlie\u00dft mit dem Feuerzauber eines <em>apocalypse-now<\/em> \u2013 Bildes.<\/p>\n<p>Der Spiegeleffekt der B\u00fchne im zweiten Akt l\u00e4\u00dft das Geschehen sowohl von vorne, wie auch von oben erscheinen.<\/p>\n<p>Die Kost\u00fcme waren f\u00fcr die Frauen wei\u00df gehalten und grau-schwarz f\u00fcr M\u00e4nner. Nur das leuchtend rote Krinolinenkleid Frickas f\u00e4llt wie eine wunderbare Blume b\u00fchnenwirksam auf.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ricarda Merbeth<\/strong> (Sieglinde) kam im ersten Akt nicht gen\u00fcgend zur Geltung und entfaltete die ganze Dimension ihrer eindrucksvollen Stimme erst ab der Verzweiflungsszene im. <em>Hinweg! Hinweg! Flieh\u2019 die Entweihte!<\/em> (2. Akt). Hervorragende Heldenten\u00f6re sind bekanntlich schwer zu finden, doch Robert Dean Smith sang den Siegmund gef\u00fchlvoll und nuanciert, besonders in den mittleren Lagen. Die volle, kr\u00e4ftige Ba\u00dfstimme <strong>G\u00fcnther Groissb\u00f6cks<\/strong> (Hunding) erf\u00fcllte alle Erwartungen. <strong>Yvonne Naef<\/strong> (Fricka) gl\u00e4nzte durch ihren kr\u00e4ftigen, vollen Mezzosopran in <em>Wo in den Bergen du dich birgst<\/em> als vorwurfsvolle, betrogene G\u00f6ttermutter. Mag sein, da\u00df <strong>Thomas Johannes Mayer<\/strong>, der im letzten Moment f\u00fcr Falk Struckmannn einsprang, indisponiert war. Jedenfalls, entbehrte seine Stimme die dramatische Kraft wie auch die lyrische W\u00e4rme, welche die Rolle Wotans erfordert, was bedauerlich war, vielleicht besonders in der Abschiedszene Wotans von Br\u00fcnnhilde <em>Leb\u2019 wohl, du k\u00fchnes, herrliches Kind <\/em>(Schlu\u00dfszene). Der entschiedene Star des Abends war die schwedische S\u00e4ngerin <strong>Katarina Dalayman<\/strong> (Br\u00fcnnhilde), deren sch\u00f6ner, klarer, dramatischer Sopran fast an die gro\u00dfen Walk\u00fcre-Interpretinnen der Vergangenheit heranreicht. Der Reigen der \u00fcbrigen Walk\u00fcren kam mit kraftvollen Stimmen zur Geltung.<\/p>\n<p><strong>Philippe Jordan <\/strong>vermied alle Exzesse und schaffte eine nuancierte Orchesterbegleitung, die in manchen intimen lyrischen Szenen fast kammermusikalische Z\u00fcge annahm.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nicolas Joel<\/strong>, der Direktor der Op\u00e9ra National wollte <em>Den Ring des Nibelungen<\/em>, die in der Pariser Oper seit 1957 nicht mehr gegeben worden war, auf zwei Spielzeiten verteilt, wieder auf die B\u00fchne bringen. Und er hat Wort gehalten. Doch wie auch seine anderen Musikdramen hat Richard Wagner <em>Die Walk\u00fcre<\/em> mit ihrer komplexen Thematik von unm\u00f6glicher Liebe, von Zwang und Freiheit, als ein Gesamtkunstwerk gesehen, in der Musik, Dichtung und B\u00fchnenkunst, miteinander verwoben, einander unterst\u00fctzend ein koh\u00e4rentes Ganzes schaffen. In dieser Auff\u00fchrung ist das musikalisch gelungen, die B\u00fchnenkunst, hingegen, ging manchmal Wege \u2013 und das unabh\u00e4ngig davon, ob sie modern war oder nicht &#8211;, die von der Thematik und der Musik ablenkten, statt sie hervorzuheben. Und das ist sicherlich nicht im Sinne des gro\u00dfen Meisters.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Op\u00e9ra national de Paris\/ Elisa Haberer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Falk Struckmann (Wotan), Robert Dean Smith (Siegmund) und Yvonne Naef (Fricka)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik und Text von Richard Wagner,\u00a0 B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Erster Tag in drei Akten. 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