{"id":1790,"date":"2010-06-02T09:12:58","date_gmt":"2010-06-02T08:12:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1790"},"modified":"2010-06-08T22:31:55","modified_gmt":"2010-06-08T21:31:55","slug":"pique-dame-erfurt-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1790","title":{"rendered":"PIQUE DAME &#8211; Erfurt, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Peter Iljitsch Tschaikowski (1840 1893), Oper in 3 Akten, Libretto von Modest Iljitsch Tschaikowski nach einer Novelle von Alexander Puschkin, UA: 19. Dezember 1890, St. Petersburg, Mariinski-Theater<\/p>\n<p>Regie: Gregor Horres, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hank Irwin Kittel, Dramaturgie: Arne Langer<\/p>\n<p>Dirigent: Walter E. Gugerbauer, Opernchor des Theaters Erfurt, Einstudierung: Andreas Ketelhut<\/p>\n<p>Solisten: Sergej Nayda (Hermann), Juri Batukov (Graf Tomski), Peter Sch\u00f6ne (F\u00fcrst Jeletzki), Marwan Shamiyeh (Tschekalinski), Vazgen Ghazaryan (Surin), J\u00f6rg Rathmann (Tschaplitzki, Festordner), Dario S\u00fc\u00df (Narumow), Gail Gilmore (Gr\u00e4fin), Ruth-Maria Nicolay (Lisa), St\u00e9phanie M\u00fcther (Pauline)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Mai 2010\u00a0(Premiere, russisch gesungen)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Erfurt-Pique-Dame.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1791\" title=\"Erfurt-Pique-Dame\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Erfurt-Pique-Dame.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Erfurt-Pique-Dame.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Erfurt-Pique-Dame-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Offizier Hermann verliebt sich in Lisa, die Verlobte des F\u00fcrsten Jeletzki. F\u00fcr ihn als B\u00fcrgerlichen ist die Adlige Lisa unerreichbar. Hermann, der seine ganze Zeit im Spielkasino verbringt, ohne jedoch selbst zu spielen, erf\u00e4hrt von der geheimnisvollen Kartenkombination, mit der Lisas Gro\u00dfmutter, die alte Gr\u00e4fin, einst ein Verm\u00f6gen gewonnen hat. Hermann \u00fcberrascht die Gr\u00e4fin in ihrem Gemach und \u2013 um das Geheimnis zu erfahren \u2013 bedroht er sie, \u00a0worauf sie vor Schreck stirbt. Lisa, die Hermann ihre Liebe gestanden hat, mu\u00df erkennen, da\u00df es ihm um das Kartenspiel und nicht um sie geht. Entt\u00e4uscht begeht sie Selbstmord. Nachdem der Geist der Verstorbenen Gr\u00e4fin ihm die entscheidende Kombination der drei Karten verr\u00e4t, eilt er zum Spieltisch. Doch als er darauf setzt, stellt sich kein Erfolg ein. Nun bleibt auch Hermann nur noch der Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die einzelnen B\u00fchnenbilder gehen flie\u00dfend ineinander \u00fcber. Die B\u00fchne ist w\u00e4hrend des gesamten St\u00fcckes sehr dunkel gehalten. Schwarze W\u00e4nde und S\u00e4ulen grenzen die B\u00fchnenfl\u00e4che ab. Die drei Kartenmotive sind in das B\u00fchnenbild, speziell in den S\u00e4ulen eingearbeitet. In der vorderen linken Ecke befindet sich das ganze St\u00fcck \u00fcber ein Bett. Dort spielt sich ein Gro\u00dfteil des Geschehens ab. Weitere Gegenst\u00e4nde, wie ein Klavier, eine Schaukel oder auch der Spieltisch, bilden Mittelpunkte der einzelnen Szenen. Durchweg verst\u00e4rkt aufsteigender Nebel die dunkle und bedrohlich wirkende Handlung. Beleuchtung und Bildprojektion lie\u00dfen das B\u00fchnenbild abwechslungsreich erscheinen. Die Kost\u00fcme sind eher schlicht und meist dunkel gehalten: Die Gr\u00e4fin und Lisa sind grau gekleidet, Hermann verdeutlicht mit seinem einfachen schwarzen Anzug seinen b\u00fcrgerlichen Stand. Im Gegensatz dazu sticht der in rot gekleidetem Chor hervor, einige in schlichten wei\u00dfen Kleidern gekleidete Frauen ausgenommen. Die Kost\u00fcme k\u00f6nnen dem 19. Jahrhundert zugeordnet werden, spiegeln jedoch nicht die russische Mode der Zeit wider.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Darstellerisch und stimmlich \u00fcberragend war <strong>Sergej Nayda<\/strong> in der Rolle des Hermann. Er zeigte sich im Verlauf der langen und anspruchsvollen Titelpartie als durchgehend stimmgewaltig. Neben ihm gl\u00e4nzte <strong>Ruth-Maria Nicolay<\/strong> als Lisa. Ihr Sopran war in den H\u00f6hen wie auch in den Tiefen reich an Ausdruck und Dynamik. <strong>St\u00e9phanie M\u00fcther<\/strong> (Pauline) konnte in ihren wenigen Passagen stimmlich \u00fcberzeugen. Vor allem in dem Duett zwischen Lisa und Pauline (1. Akt, 2. Bild) klangen beide Stimmen anmutig zusammen. <strong>Peter Sch\u00f6ne<\/strong> in der Rolle des F\u00fcrst Jeletzki verf\u00fcgt \u00fcber einen strahlend, klaren Baritonklang. Besonders in den hohen, langgehaltenen T\u00f6nen konnte er stimmlich beeindrucken. <strong>Juri Batukov<\/strong> spielte Graf Tomski. Er sang mit einer gerade in den H\u00f6hen kraftvoll klingenden Ba\u00dfstimme. An einigen Stellen gelang es ihm jedoch nicht, gegen das Orchester anzukommen. <strong>Gail Gilmore<\/strong> (Gr\u00e4fin) zog die Zuschauer vor allem mit ihrer schauspielerischen Leistung in ihren Bann. In der franz\u00f6sischen Arie (2. Akt, 2. Bild) lie\u00df sie ihre Jugend realistisch aufleben. Stimmlich bekam man ihre langj\u00e4hrige B\u00fchnent\u00e4tigkeit zu sp\u00fcren. Gerade in den H\u00f6henlagen ist die Intonation unausgeglichen. Dem <strong>Philharmonischen Orchester Erfurt in Kooperation mit der Th\u00fcringen Philharmonie Goth<\/strong><strong>a<\/strong> unter der Leitung von <strong>Walter E. Gugerbauer<\/strong> gelang jederzeit die schnellen Stimmungswechsel. Auff\u00e4llig waren einige rhythmische Unsicherheiten. Dem Dirigenten gelang nicht immer, ein stabiles Miteinander von S\u00e4ngern und Musikern herzustellen. Der Opernchor \u00fcberzeugte mit seinen ausdrucksstarken und energievollen Passagen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein detailliertes B\u00fchnenbild und die hohe s\u00e4ngerische und schauspielerische Qualit\u00e4t konnte das Publikum f\u00fcr sich einnehmen. Nahezu alle Solisten bekamen Zwischenapplaus und wurden mit Bravorufen bedacht. Bei der Leistung des Orchesters mu\u00dften jedoch einige Abstriche hingenommen werden. Insgesamt eine gelungene Premiere.<\/p>\n<p>Saskia Hankel<\/p>\n<p>Bild: L. Edelhoff<\/p>\n<p>Das Bild Bild zeigt: Sergej Nayda (Hermann) und Gail Gilmore (Gr\u00e4fin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Peter Iljitsch Tschaikowski (1840 1893), Oper in 3 Akten, Libretto von Modest Iljitsch Tschaikowski nach einer Novelle von Alexander Puschkin, UA: 19. 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