{"id":1783,"date":"2010-06-01T20:02:47","date_gmt":"2010-06-01T19:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1783"},"modified":"2010-06-01T20:02:47","modified_gmt":"2010-06-01T19:02:47","slug":"euryanthe-karlsruhe-badisches-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1783","title":{"rendered":"EURYANTHE &#8211; Karlsruhe, Badisches Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Carl Maria von Weber (1786-1826);Gro\u00dfe romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen; UA: 25. Oktober 1823, K\u00e4rntnertortheater Wien<\/p>\n<p>Regie: Roland Aeschlimann, Kost\u00fcme: Andrea Schmidt-Futterer, Licht: Gerd Meier, Dramaturgie: Margrit Poremba<\/p>\n<p>Dirigent: Christoph Gedschold, Badische Staatskapelle, Badischer Staatsopernchor<\/p>\n<p>Solisten: Lukas Schmid (K\u00f6nig Ludwig), Bernhard Berchtold (Adolar), Edith Haller (Euryanthe), Armin Kolyrczyk (Lysiart), Christiane Libor (Eglantine), \u00d6zgecan Gen\u00e7er (Bertha), Brian-Michael Fischer (Rudolph)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 29. Mai 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Baden-Baden-Euyanthe.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1784\" title=\"Baden-Baden-Euyanthe\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Baden-Baden-Euyanthe.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Baden-Baden-Euyanthe.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Baden-Baden-Euyanthe-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Bei einem Fest auf der Burg des franz\u00f6sischen K\u00f6nigs Ludwig VI. zu Pr\u00e9m\u00e9ry geraten die beiden Grafen Adolar und Lysiart in Eifers\u00fcchteleien. Adolar preist in einem Minnelied seine Braut Euryanthe, worauf Lysiart mit ihm um deren Treue wettet. Auf der Burg zu Nevers vertraut Euryanthe Eglantine, die falsche Freundschaft heuchelt, das Geheimnis von Adolars verstorbener Schwester Emma an. Diese hat sich mit einem in einem Ring verborgenen Gift das Leben genommen. Sie w\u00fcrde aber erst den ewigen Frieden finden, wenn <em>der Unschuld Tr\u00e4ne netzt im h\u00f6chsten Leid und Treu\u2019 dem M\u00f6rder Rettung beut f\u00fcr Mord<\/em>. Eglantine findet den Ring, durch den sie zusammen mit Lysiart die Untreue Euryanthes beweisen kann. Adolar will daher seine Braut t\u00f6ten, l\u00e4\u00dft dann jedoch Gnade walten. Euryanthe \u00fcberzeugt den K\u00f6nig von der Intrige. W\u00e4hrend der Hochzeit von Eglantine und Lysiart erf\u00e4hrt man vom Tod Euryanthes. Dar\u00fcber zeigt Eglantine so sehr ihre Freude, so da\u00df Lysiart sie w\u00fctend ersticht. Als Adolar erf\u00e4hrt, da\u00df Euryanthe doch noch lebt, steht einer Vereinigung nichts im Wege. So hat der Geist Emmas seinen Frieden gefunden.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild besteht aus einer gro\u00dffl\u00e4chigen Treppe, die sanft nach hinten ansteigt. An der Rampe befindet sich, in hellem Wei\u00df angeleuchtet, eine Grabplatte, auf dem der Name <em>Emma<\/em> geschrieben steht. Deren Geist durchzieht wie ein\u00a0 nicht variierendes Leitmotiv die ganze Oper. Das aussageschwache B\u00fchnenbild wird durch traditionelle Kost\u00fcme bereichert, die in der neutralen Architektur die Blicke auf sich ziehen: Ritter in R\u00fcstung, Damen in langen Gew\u00e4ndern und spitzen H\u00fcten. Zentrales Symbol ist neben Emmas Ring, der in dieser Inszenierung einem leuchtenden Cocktailarmreif (Leuchtfl\u00fcssigkeit ist ja tats\u00e4chlich giftig!) gleicht, ein wei\u00dfer Violoncellokasten, der abwechselnd von Adolar und Eglantine umspielt wird. Ernst genommen fehlt dieser Idee eine tiefere Bedeutung, ironisch betrachtet kann man sich kaum dar\u00fcber am\u00fcsieren. Die Schlange im dritten Akt sucht man vergebens. Sie weicht einem Liebesakt \u2013 anders gesagt einem pantomimischen S\u00fcndenfall \u2013 von Eglantine und Lysiart. Das b\u00e4uerliche Ambiente bei Berthas Mailied wird durch eine Schar h\u00f6fisch wei\u00df-gewandeter Damen in Szene gesetzt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die s\u00e4ngerischen Anspr\u00fcche darf man bei dieser liedhaften Oper nicht untersch\u00e4tzen. Gerade aufgrund eines schwachen Librettos h\u00e4ngt die Qualit\u00e4t an ihrer musikalischen Aufbereitung. Diese hat <strong>Christoph Gedschold <\/strong>mit der <strong>Badischen Staatskapelle<\/strong> solide einstudiert. Alles wirkt an vielen Stellen jedoch noch etwas brav und verhalten. Zu Beginn ist der Opernchor f\u00fcr die homophonen Passagen so weitl\u00e4ufig \u00fcber die B\u00fchne verteilt, das sich eine einheitliche Artikulation in der Fl\u00e4che verliert. Romantische M\u00e4rchenkl\u00e4nge l\u00e4\u00dft der neue Kapellmeister jedoch in den Solopartien erbl\u00fchen, wie im ersten Auftritt Euryanthes Solo-Violoncello und Oboe. In dieser kantablen Musizierweise wirkt <strong>Edith Hallers<\/strong> (Euryanthe) Phrasierung sehr hart. Ihre Spitzent\u00f6ne sind nicht wenig dynamisch, doch gro\u00dfe Intervallspr\u00fcnge meistert sie mit Leichtigkeit. Dazu gesellt sich <strong>Bernhard Berchtolds<\/strong> (Adolar) klares Timbre, das an sich sehr angenehm zu h\u00f6ren ist. Leider kann auch er die Affektbreite nicht ausf\u00fcllen. Sein Ton ist geradlinig und in jeder Gef\u00fchlslage neutral. So haben die beiden Intriganten stimmlich ein leichtes Spiel gegen das Liebespaar. <strong>Christiane Libors<\/strong> (Eglantine) Stimme ist pr\u00e4sent und f\u00fcllt den Raum. Das gewaltige Fortissimo gelingt ihr ohne forcieren zu m\u00fcssen. Zudem mischt sie ihrem Timbre den f\u00fcr diese Partie n\u00f6tigen Geifer bei. Unerreicht bleibt ein weiteres Mal <strong>Armin Kolarczyk<\/strong> (Lysiart). Seine Darbietung voller Ha\u00df und Intrige ist Inbegriff diabolischer M\u00e4nnlichkeit. Und man nimmt ihm sein einf\u00fchlsames Liebesbekenntnis zu Beginn des zweiten Aktes ab: Ein gelungener Kraftakt, Abneigung und Leidenschaft stimmlich miteinander zu vereinen. <strong>\u00d6zgecan Gen\u00e7er<\/strong> (Bertha) singt das Mailied mit klarem Sopran, wobei ihr in den H\u00f6hen die dynamische Feinarbeit noch etwas schwer fiel. Eine besondere Erw\u00e4hnung verdienen diesmal die H\u00f6rner. Im J\u00e4gerchor schmettern sie mit einer f\u00fcr Karlsruhe ungewohnten Pr\u00e4zision und intonatorischer Sicherheit dem Jagdgefolge das einpr\u00e4gsame Thema entgegen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Dank eines starken Intrigantenpaars (Lysiart\/Eglantine) und sch\u00f6ner Kost\u00fcme ein angenehmer Opernabend.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Jacqueline Krause-Burberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Edith Haller (Euryanthe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Carl Maria von Weber (1786-1826);Gro\u00dfe romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen; UA: 25. 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