{"id":1769,"date":"2010-05-17T10:14:13","date_gmt":"2010-05-17T09:14:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1769"},"modified":"2010-05-31T10:18:54","modified_gmt":"2010-05-31T09:18:54","slug":"gotterdammerung-freiburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1769","title":{"rendered":"G\u00d6TTERD\u00c4MMERUNG &#8211; Freiburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Oper in einem Vorspiel und drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Richard Wagner, UA: 17. August 1876 Bayreuth, Festspielhaus<\/p>\n<p>Regie: Frank Hilbrich, B\u00fchne: Volker Thiele, Kost\u00fcme: Gabriele Rupprecht, Licht: Michael Philipp, Video: Klaus Fritz, Dirigent: Fabrice Bollon, Orchester: Philharmonisches Orchester Freiburg, Opernchor, Extrachor und Zusatzchor des Theater Freiburg, Choreinstudierung: Bernhard Moncado<\/p>\n<p>Solisten: Christian Voigt (Siegfried), Wolfgang Newerla (Gunther), Gary Jankowski (Hagen), Neal Schwantes (Alberich), Sabine Hogrefe (Br\u00fcnnhilde), Sigrun Schell (Gutrune), Anja Jung (Waltraute), Anja Jung (1. Norn), Sang Hee Kim (2. Norn), Jana Havranova (3. Norn). Lini Gong (Woglinde), Sang Hee Kim (Wellgunde), Sally Wilson (Flo\u00dfhilde).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Mai 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Freiburg-Goetterdaemmerung.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1770\" title=\"Freiburg-Goetterdaemmerung\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Freiburg-Goetterdaemmerung.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Freiburg-Goetterdaemmerung.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Freiburg-Goetterdaemmerung-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Held Siegfried ger\u00e4t am Hof der Gibichungen in die Intrige seines Widersachers Hagen, der f\u00fcr seinen Vater Alberich an den Ring der Macht gelangen will. Um Gutrune, die Schwester des Herrschers Gunther, zu bekommen, soll Siegfried f\u00fcr Gunther die Walk\u00fcre Br\u00fcnnhilde vom Walk\u00fcrenfelsen holen. Was Siegfried aber durch einen Vergessenstrank vergessen hat und was nur Hagen wei\u00df: Br\u00fcnnhilde ist eigentlich Siegfrieds Geliebte. Als Br\u00fcnnhilde merkt, da\u00df sie von Siegfried verraten wurde, schw\u00f6rt sie ihm gemeinsam mit Gunther und Hagen Rache. Bei einer Jagd im Wald verabreicht Hagen Siegfried den Gegentrank, so da\u00df Siegfried nun vor versammelter Gesellschaft davon erz\u00e4hlt, wie er Br\u00fcnnhilde, jetzt Gunthers Braut, fr\u00fcher erobert hatte. Daraufhin sticht Hagen Siegfried mit seinem Speer in den R\u00fccken. Zur\u00fcck am Hof, beansprucht Hagen den Ring an Hand von Siegfrieds Leiche f\u00fcr sich. Daraufhin kommt es zu einem Kampf, in dem Hagen Gunther t\u00f6tet. Als Hagen sich den Ring nehmen will, tritt der Rhein \u00fcber seine Ufer und die Rheint\u00f6chter rei\u00dfen ihn mit sich in die Tiefe. Br\u00fcnnhilde l\u00e4\u00dft Siegfried ein Feuer bereiten und geht mit ihm in die Flammen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der Freiburger Ring-Zyklus setzt auch bei der <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em> wieder auf Aktualisierung und ein spartanisches B\u00fchnenbild. Die Nornenszene zu Beginn des St\u00fccks erlebt Br\u00fcnnhilde als Traum. Die drei Nornen umspannen sie immer fester mit einem Faden, der kurz vor Ende der Szene, wie im Textbuch vorgesehen, rei\u00dft. W\u00e4hrend der Walk\u00fcrenfelsen aus einem schlichten Schlafzimmer besteht, ist die Gibichungenhalle ein Lagerhaus, in dem in Pappkartons das gesammelte Wissen der Menschen archiviert ist. Siegfrieds Rheinfahrt geschieht als Videoprojektion. Zu Beginn des zweiten Aufzuges besucht Hagen den sterbenden Alberich auf seinem Totenbett, die urspr\u00fcngliche Situation wurde also umgekehrt. Die Ermordung Siegfrieds ereignet sich vor einer grauen Wand, die an die Berliner Mauer erinnert. Am Ende der Oper werden die Kartons durcheinandergeworfen, um den allgemeinen Zusammenbruch von G\u00f6tter- und Menschenwelt zu symbolisieren. Vom Aussehen her werden Gunther und Siegfried stark einander angen\u00e4hert. Gutrune \u00fcberreicht Siegfried keinen Vergessenstrank, sondern k\u00fc\u00dft ihn lediglich.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger &amp; Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch befindet sich die Freiburger <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em> auf erstaunlich hohem Niveau. <strong>Sabine Hogrefe<\/strong> \u00fcbererf\u00fcllt als Br\u00fcnnhilde s\u00e4mtliche an sie gestellten gesanglichen wie auch schauspielerischen Erwartungen. <strong>Christian Voigt<\/strong> (Siegfried) und <strong>Gary Jankowski<\/strong> (Hagen) stehen ihr in Sachen stimmlicher Tragf\u00e4higkeit und artikulatorischer Genauigkeit in nichts nach. Ebenso aber lieferten an diesem Premierenabend die Nebendarsteller respektable Leistungen ab. <strong>Sigrun Schell<\/strong> verlieh ihrer Gutrune eine ungew\u00f6hnlich tragische Tiefe. <strong>Wolfgang Newerla<\/strong> stellte als Gunther den Wandel vom prahlerischen Herrscher zum verratenen Verr\u00e4ter glaubhaft dar. <strong>Anja Jung<\/strong> war stimmlich nicht nur als 1. Norn und Waltraute hochpr\u00e4sent. <strong>Lini Gong<\/strong>, <strong>Sang Hee Kim <\/strong>(auch als 2. Norn) und <strong>Sally Wilson <\/strong>machten als Rheint\u00f6chter eine gute Figur, \u00e4hnlich wie <strong>Neal Schwantes<\/strong> in seinem Kurzauftritt als Alberich. Das <strong>Philharmonische Orchester Freiburg<\/strong> unter <strong>Fabrice Bollon <\/strong>bot eine transparente, jederzeit packende Wagner-Interpretation, die das Gesangsensemble nie \u00fcbert\u00f6nte. Rheinfahrt und Trauermarsch gerieten neben dem Ende des zweiten Aufzuges zu H\u00f6hepunkten der Vorstellung. Mit \u00fcberraschender Wucht sang der <strong>Opernchor des Theater Freiburg<\/strong> vor allem begleitend zu Hagens Hochzeitsrufen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Hilbrich greift f\u00fcr die Requisiten mehrmals auf die Auff\u00fchrungen der vorangegangenen Teile des <em>Rings<\/em> zur\u00fcck. So stammt die Tarnkappe als Skimaske noch aus <em>Rheingold <\/em>genauso wie die zu Beginn des dritten Aktes verwendeten Vorh\u00e4nge.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Fast keine Buhs und ein Riesenjubel erwartete alle Beteiligten am Premierenabend. Musikalisch ist diese <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em>, anders noch als der <em>Siegfried<\/em>, unbedingt einen Besuch wert. Die Regie orientiert sich auf individuelle Art eng an Wagners Textbuch.<\/p>\n<p>Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Maurice Korbel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Im Vordergrund (v. links): Wolfgang Newerla (Gunther), Sabine Hogrefe (Br\u00fcnnhilde), Christian Voigt (Siegfried)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Oper in einem Vorspiel und drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Richard Wagner, UA: 17. 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