{"id":1720,"date":"2010-05-17T22:02:03","date_gmt":"2010-05-17T21:02:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1720"},"modified":"2010-05-26T07:03:50","modified_gmt":"2010-05-26T06:03:50","slug":"aida-hamburg-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1720","title":{"rendered":"Aida &#8211; Hamburg, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: Antonio Ghislanzoni nach einem Entwurf von Auguste Mariette Bey und einem Szenarium von Camille du Locle, UA: 1871, Dar Elopera Al Misria, Kairo<\/p>\n<p>Regie: Guy Joosten, B\u00fchne: Johannes Leiacker, Kost\u00fcme: Jorge Jara, Licht: Davy Cunningham<\/p>\n<p>Dirigent: Carlo Montanaro, Philharmoniker Hamburg, Chor und Sonderchor der Staatsoper Hamburg, Choreinstudierung: Florian Csizmadia<\/p>\n<p>Solisten: Wilhelm Schwinghammer (Il Re), Laura Brioli (Amneris), Latonia Moore (Aida), Franco Farina (Radam\u00e8s), Diogenes Randes (Ramfis), Andrzej Dobber (Amonasro), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Mai 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Hamburg-Aida-726-350.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1721\" title=\"Hamburg Aida 726-350\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Hamburg-Aida-726-350.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Hamburg-Aida-726-350.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Hamburg-Aida-726-350-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>\u00c4gypten, zur Zeit der Pharaonen: Die \u00e4thiopische Prinzessin Aida wird in \u00c4gypten als Sklavin gefangen gehalten. Sie liebt den Heerf\u00fchrer Radam\u00e8s, der die \u00c4gypter gegen Aidas Volk, die \u00c4thiopier, in den Krieg f\u00fchren will, obwohl auch er in Aida verliebt ist. Aus diesem Grund meidet Radam\u00e8s die Gegenwart der Pharaonentochter Amneris, die sich ihrerseits nach Radam\u00e8s Liebe sehnt und hofft, ihn heiraten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach der siegreichen R\u00fcckkehr der \u00c4gypter erkennt Aida ihren geliebten Vater Amonasro unter den Kriegsgefangenen. Er dr\u00e4ngt Aida dazu, Radam\u00e8s den geheimen Kriegsplan der \u00e4gyptischen Streitmacht zu entlocken, was ihr auch gelingt. Amonasro, der alles aus einem Versteck belauscht hat, tritt nach der Preisgabe des Geheimnisses hervor. Alle drei werden von dem Oberpriester Ramfis und Amneris \u00fcberrascht. Radam\u00e8s dr\u00e4ngt Aida und ihren Vater zur Flucht, er selbst stellt sich der Strafe der Priester: Er soll eingemauert werden. Aida kehrt heimlich zu Radam\u00e8s zur\u00fcck, um mit ihm gemeinsam zu sterben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Guy Joosten hat in seiner Inszenierung auf jegliches historisches Lokalkolorit verzichtet, der auf das alte \u00c4gypten verweist. Man sieht weder Palmen noch der Glanz des Pharaonenhofs, auch der ber\u00fchmte Tanz der Priesterinnen wurde gestrichen. Einzige Anspielung auf den Originalschauplatz der Oper ist das B\u00fchnenbild: Es mutet durch seine fahrbaren, wei\u00dfen Elemente, die sich st\u00e4ndig verschieben, wie ein undurchdringliches Labyrinth an, wie es sie im Inneren der Pyramiden gab. Unz\u00e4hlige Ameisen, die auf die W\u00e4nde projiziert werden, weisen schon zu Anfang darauf hin, da\u00df diese f\u00fcr die beiden Liebenden zur Grabkammer werden.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das gesamte musikalische Ensemble der Staatsoper Hamburg brachte unter der Leitung von Carlo Montanero eine hervorragende Leistung. Orchester, Chor und Solisten musizierten und sangen auf hohem musikalischen Niveau. Die Bl\u00e4sersoli an transparenten Stellen waren durchgehend sauber in der Intonation und differenziert im Klang. Die Aida-Trompeten erklangen klar und federnd von einem der obersten R\u00e4nge; auch hier gelang das Zusammenspiel mit dem Orchester dadurch, da\u00df sich der Dirigent ihnen \u00f6fters zuwandte und sie direkt dirigierte. Der Chor meisterte sowohl Fortestellen (wie etwa in dem ber\u00fchmten Marsch im zweiten Akt) als auch leise, spannungsreiche Stellen mit deutlicher Textaussprache und reiner Intonation.<\/p>\n<p>Unter den Solisten verdient die Sopranistin <strong>Latonia Moore <\/strong>besondere W\u00fcrdigung. Sie sang und spielte die Rolle der Aida mit gro\u00dfer Leidenschaft, stimmlicher F\u00fclle und Kraft. Ihre farbenreiche Sopranstimme hatte auch in der H\u00f6he ein geschmeidiges Legato und ihr Vibrato klang selbst an Pianostellen nicht gepre\u00dft. M\u00fchelos konnte sie sich mit ihrer Stimme gegen Chor und Orchester durchsetzen. Diese Meisterleistung wurde mit mehrfachen Szenenapplaus gew\u00fcrdigt. <strong>Franco Farina <\/strong>(Radam\u00e8s) war ihr stimmlich gesehen nicht unterlegen, jedoch wirkte er auf der B\u00fchne manchmal etwas verloren. Seine Gestik und Mimik war manchmal teilnahmslos und der Tiefe und Tragik der Rolle nicht immer angemessen. Die Gestaltung des Schlu\u00dfduetts der beiden S\u00e4nger war der H\u00f6hepunkt des Abends.<\/p>\n<p>Die Mezzosopranistin <strong>Laura Brioli <\/strong>in der Rolle der Amneris war im ersten Teil stimmlich deutlich schw\u00e4cher als im zweiten. Die hohen Lagen klangen metallen und gepresst. Nach der Pause lie\u00df sich jedoch eine deutliche Steigerung ausmachen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die um ihre traditionellen Elemente reduzierte Inszenierung lenkt den Blick des Zuschauers konsequent auf das Schicksal der Hauptdarsteller Aida und Radam\u00e8s, die sich entscheiden m\u00fcssen zwischen individuellem Liebesgl\u00fcck und der gro\u00dfen, \u00fcberpers\u00f6nlichen Verantwortung, die sie f\u00fcr ihre jeweiligen V\u00f6lker tragen.<\/p>\n<p>Musikalisch gesehen war es ein gelungener Opernabend, was von den Zuschauern mit Bravorufen und langanhaltendem Beifall gew\u00fcrdigt wurde. Die vereinzelten Buh-Rufe gingen unter. Auch das Regie- und B\u00fchnenteam bekam kr\u00e4ftigen Applaus.<\/p>\n<p>Annika Klanke<\/p>\n<p>Bild: Forster<br \/>\nDas Bild zeigt:\u00a0 Latonia Moore (Aida), Andrzej Dobber (Amonasro), Chor der Hamburgischen Staatsoper und Statisterie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: Antonio Ghislanzoni nach einem Entwurf von Auguste Mariette Bey und einem Szenarium von Camille du Locle, UA: 1871, Dar Elopera Al Misria, Kairo Regie: Guy Joosten, B\u00fchne: Johannes Leiacker, Kost\u00fcme: Jorge<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1720\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[31,1],"tags":[],"class_list":["post-1720","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hamburg-staatsoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1720","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1720"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1720\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5777,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1720\/revisions\/5777"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1720"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1720"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1720"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}