{"id":1704,"date":"2010-05-09T22:45:41","date_gmt":"2010-05-09T21:45:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1704"},"modified":"2010-05-14T22:54:44","modified_gmt":"2010-05-14T21:54:44","slug":"turandot-mannheim-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1704","title":{"rendered":"Turandot &#8211; Mannheim, Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini, Dramma lirico in drei Akten und f\u00fcnf Bildern, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni, UA: 25. April 1926, Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Regula Gerber, B\u00fchne: Sandra Meurer, Kost\u00fcme: Dorothee Scheiffarth, Licht: Nicole Berry, Choreographie: Guido Markowitz<\/p>\n<p>Dirigent: Dan Ettinger, Opernorchester, Chor, Extra-Chor und Kinderchor des Nationaltheaters Mannheim Choreinstudierung: Tilman Michael, Kinderchoreinstudierung: Anke-Christine Kober<\/p>\n<p>Solisten: Caroline Whisnant (Turandot), Cornelia Ptassek (Li\u00f9), Michail Agafonov (Calaf), Frank van Hove (Timur), Jaco Venter (Mandarin), Lars M\u01ffller (Ping), Charles Reid (Pong), David Lee (Pang), Mario Brell (Altoum), Wayne Hobbs (Stimme des persischen Prinzen), Sibylle Vogel, Susanne Nederkorn (Junge M\u00e4dchen), Mara Bittmann \/ Annabel Lee (Lo-u-Ling)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Mai 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Mannheim-TURANDOT04-350.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1705\" title=\"Mannheim TURANDOT04-350\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Mannheim-TURANDOT04-350.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Mannheim-TURANDOT04-350.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Mannheim-TURANDOT04-350-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Drei R\u00e4tsel m\u00fcssen gel\u00f6st werden, um Prinzessin Turandot zur Frau zu gewinnen. Bereits ein dutzend Prinzen lie\u00dfen ihr Leben, da sie die L\u00f6sung nicht herausfanden. Doch Calaf, ein unbekannter Prinz, will um jeden Preis die mysteri\u00f6se Prinzessin gewinnen. Er l\u00f6st nicht nur die drei Fragen, er zwingt Sie zur Gegenfrage: Bis zum Morgengrauen soll Turandot seinen Namen herausfinden, auch wenn deswegen die treue Sklavin Li\u00f9, die Calafs Vater Timur das Leben rettete, den Opfertod sterben mu\u00df.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>An welchem Ort diese Turandot spielt, ist schwer zu sagen. Auf der Hinterb\u00fchne befindet sich ein Metallger\u00fcst, unter dem sich ein nach hinten ansteigender B\u00fchnenboden erstreckt. Ein Mandarin verk\u00fcndet seine Ansprachen \u00fcber einen Video-Oculus, der nur seine Mundpartie zeigt. Im weiteren sieht man darin eine Erscheinung Turandots sowie das vergossene Blut des ermordeten Prinzen..<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Jaco Venters<\/strong> (Mandarin) <em>Popolo di Pekino \u2013 B\u00fcrger von Peking<\/em> wird aus dem B\u00fchnenhintergrund (dem Off), durch Lautsprecher verst\u00e4rkt, mit leichtem Hall gesungen, ebenso wie der Kinderchor, der in Intonation und Stimmsicherheit makellos einstudiert war. Der Chor imitiert bei <em>Muoia! S\u00ec muoia! \u2013 Er sterbe! Ja, er sterbe!<\/em> das Wetzen der Messer. Der Opernchor zeigt sein lyrisches Einf\u00fchlverm\u00f6gen im <em>Perch\u00e8 tarda la luna \u2013 Wieso z\u00f6gert der Mond?<\/em> Die Weitr\u00e4umigkeit der auf dem Ger\u00fcst verteilten Stimmen zieht die Artikulation stark in Mitleidenschaft, was den Zerfall des Einheitsklangs wie z.B. bei Zischlauten zur Folge hatte. \u00c4hnliches konnte man bei <strong>Lars M\u01ffller<\/strong> (Ping), <strong>Charles Reid<\/strong> (Pong) und <strong>David Lee<\/strong> (Pang), den drei Ministern, beobachten, denn ihr <em>fermo che fai? \u2013 Halt, was tust du? <\/em>fordert im Unisono und den Soli stimmliche Einheit. Im ersten Akt hatten alle drei mit der Textverst\u00e4ndlichkeit zu k\u00e4mpfen. Stimmlich bildeten sie jedoch eine geschlossene Einheit. <strong>Mario Brell<\/strong> (Altoum) tritt mit nasaler, substanzloser Stimme auf, was das <em>Un giuramento atroce mi costringe \u2013 Ein bitterer Schwur bindet mich<\/em> zu einem rossinischen <em>Pace, gioa<\/em> ungewollter Komik degradiert.<\/p>\n<p><strong>Caroline Whisnants<\/strong> (Turandot) <em>In questa Reggia \u2013 In diesem Reich<\/em> zeigt die zerrissenne Tessitura der Hauptfigur: Die Stimmgewalt im fortissimo ist beeindruckend. Ansonsten scheint sie massiv in der Tiefe, moderat in mittleren Lagen und steigert sich in den H\u00f6hen mit unangenehmen Sch\u00e4rfen zu einer in der Tat giftspeienden Prinzessin. <strong>Michail Agafonov<\/strong> (Calaf) singt seine Partie solide, wobei er in hohen Lagen an Gestaltungsspielraum und Vibrato verlor. Das <em>Nessun dorma a Pekino \u2013 Keiner schlafe in Peking<\/em> gelingt mit stimmlicher Sicherheit und rundem Klang. Unangefochten waren zwei an diesem Abend: <strong>Cornelia Ptassek<\/strong> (Li\u00f9). Sie zeigt in der Sterbeszene <em>Tanto amore, segreto \u2013 So viel geheime Liebe<\/em> einen dunklen, farbenreichen Sopran mit milden Spitzent\u00f6nen, der beieindruckend im Pianissimo abstirbt (messa di voce). <strong>Frank van Hove<\/strong> (Timur) gl\u00e4nzt durch seine \u00e4u\u00dferst pr\u00e4sente Stimme, die sich leicht gegen\u00fcber der Orchestermassen durchsetzt. Sein Timbre ist klar und resolut im Ausdruck. Vor allem an Textverst\u00e4ndlichkeit und Artikulation kann sich hier manch anderer S\u00e4nger ein Beispiel nehmen!<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der zum Finale in den Logen auftretende Chor ist nichts Neues<\/p>\n<p>Neben einer weiteren spannungsreichen musikalischen Glanzleistung Dan Ettingers l\u00e4\u00dft die Inszenierung den Zuschauer weitgehend allein, da diese sich weder durch Musik noch durch Handlung selbst erkl\u00e4rt. Kurz gesagt: Viel Effekthascherei mit wenig Wirkung.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Cornelia Ptassek (Li\u00f9), Frank van Hove (Timur)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini, Dramma lirico in drei Akten und f\u00fcnf Bildern, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni, UA: 25. 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