{"id":1693,"date":"2010-05-09T21:37:16","date_gmt":"2010-05-09T20:37:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1693"},"modified":"2010-05-26T07:12:32","modified_gmt":"2010-05-26T06:12:32","slug":"hercules-luzern-luzerner-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1693","title":{"rendered":"Hercules &#8211; Luzern, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685 \u20131759), Drama per musica in drei Akten, Libretto: Thomas Broughton. UA: 1745 in London<\/p>\n<p>Regie: Dominique Mentha, B\u00fchne: Werner Hutterli, Kost\u00fcme: Anna Ardelius, Dramaturgie: Ursula Benzing, Licht: Peter Wei\u00df<\/p>\n<p>Dirigent: Howard Arman, Luzerner Sinfonieorchester, Chor und Extrachor des Luzerner Theaters, Choreinstudierung: Lev Vernik<\/p>\n<p>Solisten: Marc-Olivier Oetterli (Hercules), Caroline Vitale (Dejanira), Utku Kuzuluk (Hyllus), Simone Stock (Iole), Olga Privalova (Lichas), Marco Bappert (Priester des Zeus)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Mai 2010 (Premiere, in englischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Luzen-Hercules-9720-350.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1694\" title=\"Luzen Hercules-9720-350\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Luzen-Hercules-9720-350.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"245\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Luzen-Hercules-9720-350.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Luzen-Hercules-9720-350-300x210.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hercules kehrt lange nicht aus dem Krieg gegen Oechalia zur\u00fcck. Seine Frau Dejanira erwartete trauernd und sehnsuchtsvoll Hercules. Ihre Trauer wegen Hercules\u2019 langer Abwesenheit verwandelt sich in Raserei, als ihr geliebter Mann die sch\u00f6ne Prinzessin Iole als Gefangene aus Oechalia mitbringt. Ihr und nicht seiner Frau schenkt er seine volle Aufmerksamkeit. Aber auch sein Sohn Hyllus ist von der Anmut der Prinzessin ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Dejanira greift zu \u00fcbernat\u00fcrlichen Mitteln, um ihre Eifersucht zu befriedigen. Vor Jahren hat der \u00a0Zentaurer Nessos Dejanira \u00fcber das Wasser getragen, und sie wegen ihrer Sch\u00f6nheit ber\u00fchrt. Dabei rief sie Hercules um Hilfe, der Nessos mit Giftpfeilen t\u00f6tete. Nessos versprach sterbend, da\u00df sein Blut Treue und Liebe bewirken w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dejanira erinnert sich an die Weisung Nessos, holt dessen blutiges Gewand und l\u00e4\u00dft Lichas es Hercules zu einer Opferhandlung im Tempel \u00fcberbringen. Hercules legt das Gewand an und in der Hitze der Opferung verklebt das Gewand an seinem K\u00f6rper, wodurch das im Gewand enthaltene Gift auf Hercules \u00fcbergeht.<\/p>\n<p>Von unertr\u00e4glichen Schmerzen gepeinigt bittet Hercules seinen Sohn Hyllus, ihn auf dem Berg Oeta auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen, damit seine Seele zu den G\u00f6ttern gelangen kann. Dejanira verf\u00e4llt daraufhin dem Wahnsinn. Hyllus heiratet nun die begehrte Iole.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>B\u00fchne bleibt lange Zeit hell. Wei\u00dfe Stoffw\u00e4nde mit aufgemalten architektonischen Umrissen, dazu passend ein schwarzwei\u00dfer Boden. In griechischen Gew\u00e4ndern gekleidete stumme Mitspieler sind wei\u00df im Gesicht und am K\u00f6rper gef\u00e4rbt. Die B\u00fchne wird rasch umgestaltet. Manchmal erwecken die herunter schwingenden W\u00e4nde den Eindruck der Schwerelosigkeit und das Gef\u00fchl des Abhebens der Hauptdarsteller. Die R\u00e4umlichkeit der B\u00fchne wird dreidimensional ausgenutzt: S\u00e4nger stehen auf Podesten, schwingen auf Schaukeln herab, sind permanent in Bewegung. Die bunten Kost\u00fcme sind in klaren Farben und verschiedenen Formen geschneidert. Die Chormitglieder wechseln zu jeder Szene ihre Kleidung. Hinzu kommen Notenst\u00e4nder, B\u00fccher, Taschen, H\u00fcte, Fotokameras und andere Accessoires. Die Beleuchtung setzt Akzente und illustriert die Stimmung. Das Blut des Hercules zur Sterbeszene wird mit roten Lichteffekten dargestellt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der Chor des Luzerner Theaters sang ausdruckstark. Der Chorklang war leicht vibratogef\u00e4rbt, doch sch\u00f6n intoniert. Das Orchester verzichtete auf Vibrato, spielte aber doch etwas monoton. St\u00f6rend waren die eher schnellen Tempi und der manche S\u00e4nger \u00fcbert\u00f6nende Orchesterklang. Das S\u00e4ngerensemble konnte mit attraktiven Stimmen brillieren. <strong>Simone Stock <\/strong>(Iole) sang klar, elegant und lie\u00df makellose Koloraturen h\u00f6ren. Besonders empfindsam gestaltete sie die Arien <em>How blest the maid <\/em>\u2013 <em>Selig ist das M\u00e4dchen <\/em> (2. Akt) und <em>My breast with tender pity swells \u2013 Mein Herz aus sanftem Mitleid schwillt<\/em> (3. Akt). <strong>Olga Privalova<\/strong> (Lichas) spielte fortw\u00e4hrend leidenschaftlich und konnte ihre angenehme und durchdringende Stimme unter Beweis stellen. <strong>Caroline Vitale<\/strong> (Dejanira) wurde oftmals vom Orchesterklang \u00fcbert\u00f6nt und spielte die Eifers\u00fcchtige hervorragend. Gute Leistung zeigte sie mit der Arie <em>Cease, ruler of the day, to rise<\/em> \u2013 <em>Sonne, gehe nicht mehr auf (<\/em>2. Akt).<em> <\/em>In einem ungew\u00f6hnlich schnellen Tempo sang sie das Recitativ <em>Some kinder power inspire me \u2013 \u00a0Eine liebe Macht soll mich befl\u00fcgeln <\/em>(2. Akt)<em>.<\/em> <strong>Marc-Olivier Oetterli<\/strong> (Hercules) sang deutlich artikuliert und ansprechend mit seinem warmen Ba\u00dfbariton alle seine Partien ausgezeichnet, die Arie <em>I rage &#8211; O Qual<\/em> (3. Akt) war im Einklang mit dem Orchester und einwandfrei intoniert. <strong>Utku Kuzuluk<\/strong> (Hyllus) \u00fcberraschte mit kr\u00e4ftiger und durchdringender Stimme.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Nicht die k\u00f6niglichen Gem\u00e4cher, sondern das Museum sollte die spannende Idee der B\u00fchnengestaltung und der Dramaturgie sein. Die B\u00fchne war wohltuend durch die einfallsreich gew\u00e4hlten Gegenst\u00e4nde gestaltet. Durch das Weglassen der Arie des Herold Lichas im ersten Akt konnte man Dejaniras Trauer eigentlich nicht so gut nachvollziehen. Sehenswert war die Auff\u00fchrung aber allein schon durch die bunten Kost\u00fcme. Das Publikum fand offenbar Wohlgefallen an der Darstellung, denn Beifall begleitete auch schon viele Chorauftritte wie auch die Arien. Der Schlu\u00dfapplaus \u00a0zeigte gro\u00dfe positive Anteilnahme.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Ingo H\u00f6hn<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Caroline Vitale (Dejanira), Marc-Olivier Oetterli (Hercules)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685 \u20131759), Drama per musica in drei Akten, Libretto: Thomas Broughton. UA: 1745 in London Regie: Dominique Mentha, B\u00fchne: Werner Hutterli, Kost\u00fcme: Anna Ardelius, Dramaturgie: Ursula Benzing, Licht: Peter Wei\u00df Dirigent: Howard Arman, Luzerner Sinfonieorchester, Chor<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1693\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32,1],"tags":[],"class_list":["post-1693","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-luzerner-theater-ch","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1693","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1693"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1693\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1754,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1693\/revisions\/1754"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1693"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1693"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1693"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}