{"id":1675,"date":"2010-04-30T13:44:00","date_gmt":"2010-04-30T12:44:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1675"},"modified":"2010-05-10T13:54:51","modified_gmt":"2010-05-10T12:54:51","slug":"love-and-other-demons-koln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1675","title":{"rendered":"LOVE AND OTHER DEMONS  &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Peter E\u00f6tv\u00f6s (*1944)<strong>, <\/strong>Oper in zwei Akten, Libretto: Korn\u00e9l Hamvai, UA: 2008, Glyndebourne, Glyndebourne Festival Opera<br \/>\nRegie: Silviu Purcarete, B\u00fchne: Helmut St\u00fcrmer, Kost\u00fcme: Helmut St\u00fcrmer, Beleuchtung: Helmut St\u00fcrmer, Jerry Skelton, Dramaturgie: Edward Kemp, Birgit Meyer, Choreographische Mitarbeit: Athol Farmer, Video: Andu Dumitrescu<br \/>\nDirigent: Markus Stenz, Chor der Oper K\u00f6ln, Choreinstudierung: Andrew Ollivant<br \/>\nSolisten: Anna Palimina (Sierva Maria), Ren\u00e9 Kollo (Don Ygnazio), Jovita Vaskeviciute (Domingo de Adviento), Miljenko Turk (Father Caetano Delaura), Vladimiras Prudnikovas (Don Tiribo), Dalia Schaechter (Josefa Miranda), Adriana Bastidas Gamboa (Martina Laborde), John Heuzenroeder (Abrenuncio)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 29. April 2010 (Premiere) in englischer, spanischer, lateinischer und Yoruba-Sprache<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Koeln-Love-and-the-other.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1676\" title=\"Koeln-Love-and-the-other\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Koeln-Love-and-the-other.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"174\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Koeln-Love-and-the-other.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Koeln-Love-and-the-other-300x149.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Sierva Maria wird an ihrem zw\u00f6lften Geburtstag unverhofft von einem Hund gebissen. In der vorherrschenden Atmosph\u00e4re von Aberglauben und religi\u00f6sem Wahn wird der Bi\u00df als Ausl\u00f6ser einer Tollwut und in letzter Konsequenz als eine \u201eTollwut der Seele\u201c gewertet. Sierva Marias teilweise etwas un\u00fcbliches Benehmen wird damit erkl\u00e4rt, da\u00df sie von D\u00e4monen besessen ist. Sierva Maria wird in ein Kloster gegeben, um dem Treiben der D\u00e4monen Einhalt gebieten zu k\u00f6nnen. Dort wird sie allerdings von Alptr\u00e4umen heimgesucht und vertraut sich nur einer M\u00f6rderin, Martina Laborde an, die ihr zu fliehen r\u00e4t. Ihr gesteht sie, da\u00df sie tats\u00e4chlich D\u00e4monen in sich tr\u00e4gt. Zwischen Pater Cayetano Delaura, der mit der Teufelsaustreibung beauftragt ist, und Sierva Maria entspinnt sich eine unaufhaltbare Liebesbeziehung. Das Geschehen zwischen den beiden wird von der \u00c4btissin Josefa entdeckt. Sofort wird die Teufelsaustreibung eingeleitet: Die \u00c4btissin will Sierva Marias D\u00e4monen auf sich selbst nehmen. Nach Beendigung der Zeremonie bleibt Sierva Maria allein zur\u00fcck und stirbt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Die B\u00fchne stellt eine Mischung aus einer gro\u00dfen Kathedrale und einer Baustelle dar. Durch Bretterkonstruktionen wird eine Atmosph\u00e4re des Unfertigen hergestellt. Lichteffekte bringen die Kathedralstimmung mit einfachen Mitteln zur Geltung. Videoinstallationen verdeutlichen die Gef\u00fchlswelt der handelnden Personen auf der B\u00fchne. Bunte Kost\u00fcme der heidnischen Sklaven stehen im krassen Gegensatz zu den dunklen und farblosen Erscheinungen der Personen, die der Kirche angeh\u00f6ren. Die Wandlung\u00a0 von der farbenfrohen, langhaarigen und kindlich wirkenden Sierva Maria in eine kahlgeschorene verzweifelte B\u00fc\u00dferin innerhalb der gesellschaftlichen Regularien der Kirche steht deutlich im Vordergrund.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Das Orchester, das laut Vorgabe des Komponisten im Orchestergraben in einer zweigeteilten Aufstellung sitzt, entfaltet unter der Leitung von <strong>Markus Stenz<\/strong> einen transparenten, aufgef\u00e4cherten Klang. Trotz der Schwierigkeiten, die eine Oper aus dem Bereich der Neuen Musik mit sich bringt, wirkt das Zusammenspiel innerhalb des Orchesters und zusammen mit den Darstellern auf der B\u00fchne souver\u00e4n. <strong>Anna Palimina <\/strong>(Sierva Maria) in der Hauptrolle zeigt in den lyrischen Passagen am Ende der Oper einen \u00e4therisch-runden Klang, der allerdings im Gegensatz zu ihrer s\u00e4ngerischen Leistung am Beginn der Oper steht; es entsteht ein fast trockener Klang ihrer Sopranstimme. Zudem wirkt sie im Vergleich zum restlichen Ensemble teilweise etwas leise. <strong>Ren\u00e9 Kollo<\/strong> (Don Ygnazio) verf\u00e4hrt genau umgekehrt: Von ihm werden die ersten Passagen mit wohlsitzender Stimme vorgetragen. Besonders die Tonans\u00e4tze haben aber im weiteren Verlauf der Oper bei ihm nicht mehr die Kopfigkeit und das Vibrato, das zu einer solch ambivalenten Rolle geh\u00f6ren sollte. Au\u00dferdem ist das Vibrato an manchen Stellen leider etwas unausgeglichen. <strong>Miljenko Turk<\/strong> (Father Caetano Delaura) singt in gewohnter Weise verst\u00e4ndlich und sicher, jedoch nicht ganz so nuancenreich, wie es bei seiner Rolle w\u00fcnschenswert w\u00e4re. Seine sch\u00f6ne Stimme klingt durchg\u00e4ngig etwas hart, die widerstreitenden Gef\u00fchle, die die Rolle beinhaltet, sind aus seiner Interpretation nicht herauszuh\u00f6ren. <strong>Adriana Bastidas Gamboa<\/strong> (Martina Laborde) entwickelt einen \u00fcberw\u00e4ltigenden und freien Klang in den hohen, dramatischen T\u00f6nen auf das mehrere Male audrucksvoll wiederholte Wort <em>Escape.<\/em><strong> Dalia Sch\u00e4chters <\/strong>(Josefa Miranda)<strong> <\/strong>Gesangsleitung wirkt etwas durchschnittlich und ihre Aussprache an manchen Stellen fast \u00fcbertrieben. <strong>John Heuzenroeder<\/strong> (Abrenuncio) schenkt dem Publikum erfreulich weiche und von Sch\u00f6nklang gepr\u00e4gte koloraturartige Stellen im zweiten Teil nach der Pause, insgesamt ist seine Stimmf\u00fchrung jedoch etwas nasal.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Es handelt sich um eine Oper in bedr\u00fcckender Stimmung, die in K\u00f6ln nachvollziehbar dargestellt und umgesetzt ist. Alle Darstellenden meistern die Schwierigkeiten der Oper aus dem Bereich der Neuen Musik souver\u00e4n. Die Zuh\u00f6renden k\u00f6nnen einigen Stoff zum Nachdenken mit nach Hause nehmen. Wohlwollende Zuschauerreaktionen und langanhaltender Applaus im Beisein des Komponisten beschlie\u00dfen einen gelungenen Opernabend.<\/p>\n<p>Raika Simone Maier<\/p>\n<p>Bild: Paul Leclaire<br \/>\nDas Bild zeigt: v.l.n.r. Jovita Vaskeviciute (Domingo de Adviento), Anna Palimina (Sierva Maria), Statisterie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Peter E\u00f6tv\u00f6s (*1944), Oper in zwei Akten, Libretto: Korn\u00e9l Hamvai, UA: 2008, Glyndebourne, Glyndebourne Festival Opera Regie: Silviu Purcarete, B\u00fchne: Helmut St\u00fcrmer, Kost\u00fcme: Helmut St\u00fcrmer, Beleuchtung: Helmut St\u00fcrmer, Jerry Skelton, Dramaturgie: Edward Kemp, Birgit Meyer, Choreographische Mitarbeit: Athol Farmer,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1675\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,1],"tags":[],"class_list":["post-1675","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-koln-buhnen-der-stadt","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1675","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1675"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1675\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1678,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1675\/revisions\/1678"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1675"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1675"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1675"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}