{"id":1670,"date":"2010-04-19T13:33:10","date_gmt":"2010-04-19T12:33:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1670"},"modified":"2010-05-10T13:39:43","modified_gmt":"2010-05-10T12:39:43","slug":"notre-dame-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1670","title":{"rendered":"NOTRE DAME &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Franz Schmidt (1847-1939), Romantische Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Franz Schmidt und Leopold Wilk nach dem Roman von Viktor Hugo, UA: 1914, Wien<br \/>\nRegie: G\u00fcnter Kr\u00e4mer, B\u00fchne: Herbert Sch\u00e4fer<br \/>\nDirigent: Gerd Albrecht, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Chor der S\u00e4chsischen Staatsoper<br \/>\nSolisten: Markus Butter (Archidiakon), Jan-Hendrik Rootering (Quasimodo), Robert Gambill (Phoebus), Oliver Ringelhahn (Gringoire), Matthias Henneberg (Offizier), Camilla Nylund (Esmeralda), Angela Liebold (Alte Falourdel)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 18. April 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Dresden-Notre-Dame.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1672\" title=\"Dresden-Notre-Dame\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Dresden-Notre-Dame.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"229\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Dresden-Notre-Dame.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Dresden-Notre-Dame-300x196.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Der entstellte Quasimodo wird im Karneval als Narrenpapst verspottet, aber von Esmeralda getr\u00f6stet. Gringoire, den Esmeralda aus Mitleid geheiratet hat, und der Archidiakon Frollo, der Esmeralda verfallen ist, beobachten ein Stelldichein zwischen Ph\u00f6bus und Esmeralda. Als sie sich ihre Liebe gestehen, sticht Gringoire auf Ph\u00f6bus ein. Esmeralda wird als vermeintliche M\u00f6rderin verhaftet und soll hingerichtet werden. Bevor der Henker seine Aufgabe erf\u00fcllen kann, wird Esmeralda von Quasimodo in die Kirche \u201eentf\u00fchrt\u201c, doch Frollo sorgt daf\u00fcr, da\u00df das Kirchenasylrecht beendet wird. Als Esmeralda get\u00f6tet wird, schleudert Quasimodo ihn von der Plattform in die Tiefe und begeht Selbstmord.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Es ist f\u00fcnf vor zw\u00f6lft. Esmeralda sitzt auf dem elektrischen Stuhl und wartet auf Ihre Hinrichtung \u2013 mit blonder Per\u00fccke und M\u00fcllmann-Overall. In einem B\u00fchnenbild, das an ein Gef\u00e4ngnis der 20er Jahre in der Optik von <em>The Green Mile<\/em> erinnert, l\u00e4\u00dft sie die Geschehnisse noch einmal Revue passieren. An den Gatten Gringoire etwa, den sie nur geheiratet hat, um ihn zu sch\u00fctzen. Auch er versucht sie nun zu sch\u00fctzen, indem er mit einer Pistole auf den Gef\u00e4ngnisaufseher Phoebus schie\u00dft. Beteiligt ist auch der Archidiakon Frollo der Kirche N\u00f4tre Dame, der Esmeralda verfallen ist, und sich daf\u00fcr selber gei\u00dfelt, und Quasimodo mit nur einem kleinen Buckel, der als Henker den Schalter umlegt und sp\u00e4ter den b\u00f6sen Glaubensmann umbringt. Im zweiten Akt ist es zwei Minuten vor zw\u00f6lf. Das B\u00fchnenbild besteht eigentlich nur aus den riesigen Buchstaben N-O-T-R-E-D-A-M-E. H\u00f6hepunkt ein eigentlich im Libretto nicht vorgesehenes Ballett der Priester, die Frollo in seinem Treiben moralisch unterst\u00fctzen.<br \/>\nDas Libretto, das z.B. Quasimodo nur zwei Auftritte beschert und seine Beziehung zu Esmeralda nicht erkl\u00e4ren kann, kann den Vergleich mit den bekannten anderen Umsetzungen des Stoffes nicht bestehen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Auch musikalisch ist das Werk prek\u00e4r. Es gibt kaum eine Arie oder Duett, mit dem die S\u00e4nger gl\u00e4nzen k\u00f6nnten, einzig der hervorragend disponierte Chor vermag dauerhaft Aufmerksamkeit zu erregen. <strong>Camilla Nylund<\/strong> spielt mit bet\u00f6rend leichtem Sopran die leidende Schmerzensfrau Esmeralda. <strong>Markus Butter<\/strong> als Frollo besticht mit sonorer baritonaler Stimmf\u00e4rbung. Er hat zwei wirkungsvolle Auftritte, genauso wie <strong>Robert Gambill<\/strong> als Phoebus. Leider \u00fcberzeichnet er diese Auftritte durch \u00fcberm\u00e4\u00dfig starkes stimmliches Forcieren. Die Nebenrollen dieser Oper bieten keine M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die S\u00e4nger, sich eindrucksvoll zu pr\u00e4sentieren. Das trifft auch auf <strong>Oliver Ringelhahns<\/strong> Gringoire zu, hier d\u00fcrfte die Ursache im viel zu oft zum Einsatz kommenden Sprechgesang seiner Partie zu finden sein. Als Quasimodo agiert <strong>Jan-Hendrik Rootering<\/strong> s\u00e4ngerisch \u00fcberzeugend, wunderbar ausgewogen und mit viel Samt in der Stimme, aber brillieren kann man in dieser Rolle ebenfalls nicht.<br \/>\n<strong>Gerd Albrecht<\/strong> gelingt es die Staatskapelle voll aufbl\u00fchen zu lassen, und zwar in den Orchesterst\u00fccken wie etwa dem ber\u00fchmten Zwischenspiel. Ansonsten kann auch er dem St\u00fcck nicht viel abgewinnen und gerade in der Gesangsuntermalung kaum Akzente setzen. Durch umfangreiche Striche versucht er sich auf die musikalischen H\u00f6hepunkte der Oper zu konzentrieren.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Manche Opern sind wohl zu Recht vergessen: Wer das ber\u00fchmte Zwischenspiel kannte, sah sich durch kompositorisch kaum gelungene Arien entt\u00e4uscht. Dank der Bem\u00fchungen der Semperoper wurde es wenigstens in der Umsetzung ein kurzweiliger Abend: G\u00fcnter Kr\u00e4mer versuchte durch eine (wegen der unpassenden Versetzung in die 20er Jahre) unglaubhafte und \u00fcbergest\u00fclpte Handlung die dramaturgischen M\u00e4ngel des Librettos auszugleichen. Eine namhafte S\u00e4nger-Besetzung, mit der man auch eine Wagner- oder Verdi-Premiere auf Weltniveau h\u00e4tte gestalten k\u00f6nnen, rettete den Abend, der von Gerd Albrecht auf zwei Stunden Spieldauer gek\u00fcrzt wurde. Nichtsdestoweniger wurde die Produktion vom Publikum freundlich aufgenommen.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<br \/>\nDas Bild zeigt: Esmeralda (Camilla Nylund) sitzt in Notre Dame und hofft auf Hilfe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Schmidt (1847-1939), Romantische Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Franz Schmidt und Leopold Wilk nach dem Roman von Viktor Hugo, UA: 1914, Wien Regie: G\u00fcnter Kr\u00e4mer, B\u00fchne: Herbert Sch\u00e4fer Dirigent: Gerd Albrecht, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Chor der S\u00e4chsischen Staatsoper<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1670\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,1],"tags":[],"class_list":["post-1670","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dresden-semperoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1670","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1670"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1670\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1674,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1670\/revisions\/1674"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1670"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1670"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1670"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}