{"id":1666,"date":"2010-04-11T13:20:51","date_gmt":"2010-04-11T12:20:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1666"},"modified":"2010-05-10T13:28:34","modified_gmt":"2010-05-10T12:28:34","slug":"pollicino-daumling-weimar-deutsches-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1666","title":{"rendered":"POLLICINO (D\u00c4UMLING) &#8211; Weimar, Deutsches Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Hans Werner Henze (*1926), M\u00e4rchen f\u00fcr Musik nach Collodi, Grimm und Perrault, Deutsche Fassung von Hans Werner Henze, UA: 1980, Montepulciano (im Rahmen des 5. Cantiere Internazionale d&#8217;Arte)<br \/>\nRegie: Dorotty Szalma, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Beate Voigt, Choreographie: Amira Shemeis, Cordula Fischer (Kinderchoreinstudierung)<br \/>\nDirigent: Joan Pag\u00e8s Valls, Orchester der Musikschule Ottmar Gerster &amp; Mitglieder der Staatskapelle Weimar, Schola Cantorum Weimar<br \/>\nSolisten: S\u00f6hne des Holzf\u00e4llers: Sarah Davidovic (Pollicino), Deborah Kapsner, Svenja Herz, Madleen Singer, Wiebke Steinh\u00f6fel, Teresa Lippold, Franziska Mechow (Br\u00fcder), T\u00f6chter des Menschenfressers: Sara Gouzy (Clotilde), Olga Hohmann, Vivienne M\u00fcller, Johanna L\u00fctzelberger, Kathleen Kresse, Emily Irsen, Tina B\u00e4hringer (T\u00f6chter), Anna Buschbeck (Pollicinos Mutter, Uhu, Frau des Menschenfressers), Alexander G\u00fcnther (Pollicinos Vater, Wolf, Menschenfresser), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 10. April 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Weimar-Pollicino.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1667\" title=\"Weimar-Pollicino\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Weimar-Pollicino.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Weimar-Pollicino.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Weimar-Pollicino-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Die Handlung lehnt sich an verschiedene M\u00e4rchen wie <em>H\u00e4nsel und Gretel<\/em>, <em>D\u00e4umling<\/em> oder <em>Sieben Br\u00e4ute f\u00fcr Sieben Br\u00fcder<\/em> an: Pollicinos Familie lebt in bitterer Armut. Von den Eltern im Wald ausgesetzt, gelingt ihnen beim ersten Mal noch die R\u00fcckkehr mit Hilfe von Brotkrumen, beim zweiten Mal gelangen er und seine sechs Br\u00fcder mit Hilfe der Waldtiere zum Haus des Menschenfressers, dessen Frau ihnen Obdach gew\u00e4hrt. Als ihr Mann nach Hause kommt, versteckt sie die sieben Br\u00fcder in der Kammer ihrer sieben T\u00f6chter. Die Kinder fliehen gemeinsam und gr\u00fcnden eine Kommune, wo sie fortan ohne ihre Eltern gl\u00fccklich bis ans Ende ihrer Tage leben.<br \/>\n<strong>Vorbemerkung<br \/>\n<\/strong>Unter Nutzung aller technischen und k\u00fcnstlerischen M\u00f6glichkeiten des professionellen Theaterbetriebs ist die Produktion auf der B\u00fchne des ehemaligen E-Werkes keinesfalls ein Experimentiertheater sondern hat als vollwertige Produktion zu gelten \u2013 es geht auch ohne B\u00fchnenmaschinerie.<br \/>\nHans Werner Henze schrieb seine poetische Oper <em>Pollicino \u2013 D\u00e4umling<\/em> im Jahr 1980 f\u00fcr die Kinder von Montepulciano, wo der Komponist ein Festival f\u00fcr moderne Musik gegr\u00fcndet hatte. In der verf\u00fchrerisch eing\u00e4ngigen und humorvollen Partitur finden sich Ankl\u00e4nge von Carl Orff, Renaissance-Musik, Belcanto-Oper und italienische Volksweisen \u2013 bis hin zum Rigoletto-Seufzer. Jedoch ist die Oper so einfach gestrickt, da\u00df Laienorchester, Kinder und Nachwuchss\u00e4nger das St\u00fcck spielen k\u00f6nnen.<br \/>\nUnter der Leitung von Joan Pag\u00e8s Valls und haben die Jungen Musiker und S\u00e4nger seit September 2009 das Werk einstudiert- unterst\u00fctzt von den Profis des Nationaltheaters Weimar. Eine profunde Mischung wie der Abend bewies.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Die Verwandlung geschieht durch einfache Schiebekulissen, die zumeist von den Darstellern selbst bewegt werden. Z.B. l\u00e4\u00dft sich der Tisch, an dem die Kinder des Holzf\u00e4llers Platz nehmen und der sein karges Mahl wie ein Tischlein Deck dich preis gibt, in zwei Teile teilen und in die Ecke schieben. Der dunkle Wald ist eine Sammlung Art-deco-Tannenb\u00e4ume, die man st\u00e4ndig neu zusammenschieben kann. Das Haus des Menschenfressers ist ein Gew\u00e4chshaus, in dem er seine T\u00f6chter als Pfl\u00e4nzchen im Topf aufzieht. Auch sind die sehr aufwendigen bunten Kost\u00fcme aufsehenerregend. So bekam der Menschenfresser \u2013 mit gro\u00dfem z\u00e4hnestarrenden Mund wenig angsterregend \u2013 und die gro\u00dfe Eule heftigen Szenenapplaus. Die Auftritte der Kinder, z.B. der Gruppe der Br\u00fcder und Schwestern sowie der Wildtiere, wurden wie ein Kinderballett choreographiert.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Das Orchester ben\u00f6tigte nur in drei Positionen die Hilfe der Staatskapelle und mu\u00df f\u00fcr das harmonische und exakte Zusammenspiel gelobt werden. Die Br\u00fcder und Schwestern waren als Chor genauestens aufeinander eingestellt. <strong>Sara Gouzy<\/strong> als Clotilde war der einzige solistische Laie und kann als glockenreiner jugendlicher Sopran sicherlich bald eine Gesangs-Karriere beginnen. <strong>Alexander G\u00fcnther<\/strong> bringt als durchschlagsstarker und erz\u00e4hlfreudiger Bariton die beiden sch\u00e4bigen Charaktere Holzf\u00e4ller und Menschenfresser ausdrucksstark auf die B\u00fchne. <strong>Sarah Davidovic<\/strong> gewinnt als armer Pollicino die Herzen der Zuh\u00f6rer mit einem leisen, aber ausrucksstarken Sopran, der sehr beweglich und nach allen Richtungen ausbaubar ist. <strong>Anna Buschbeck<\/strong> sprang kurzfristig f\u00fcr <strong>Silona Michel<\/strong> ein und konnte die Rolle vom Pult aus gut gestalten.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Am Ende wei\u00df man nicht, was bemerkenswerter ist: Hans Werner Henze, dem es gelungen ist ein einfaches St\u00fcck trotzdem sehr effektvoll zu gestalten, die gelungene Mischung aus Profis des Nationaltheaters und Kindern (Laien), die sehr motiviert zu Werke gingen oder die jugendlichen Zuschauer, die h\u00f6rbar begeistert an die Oper und die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts herangef\u00fchrt wurden. Letzteren hat es offensichtlich gefallen: Sie feierten einen kindgerechten Opernabend f\u00fcr alle zwischen 6 und 99.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Anke Neugebauer<br \/>\nDas Bild zeigt: Die sieben Br\u00fcder verlaufen sich im Wald<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Hans Werner Henze (*1926), M\u00e4rchen f\u00fcr Musik nach Collodi, Grimm und Perrault, Deutsche Fassung von Hans Werner Henze, UA: 1980, Montepulciano (im Rahmen des 5. 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