{"id":1655,"date":"2010-04-25T22:18:48","date_gmt":"2010-04-25T21:18:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1655"},"modified":"2010-05-06T22:28:03","modified_gmt":"2010-05-06T21:28:03","slug":"die-stumme-von-portici-la-muette-de-portici-anhaltisches-theater-dessau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1655","title":{"rendered":"DIE STUMME VON PORTICI (LA MUETTE DE PORTICI) &#8211; Dessau, Anhaltisches Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Daniel Francois Esprit Auber (1782-1871); Oper in f\u00fcnf Akten; Libretto von Eug\u00e8ne Scribe und Germain Delavigne; UA: 1828, Paris<br \/>\nRegie: Andre B\u00fccker, B\u00fchne: Jan Steigert<br \/>\nDirigent: Antony Hermus, Anhaltische Philharmonie, Opernchor, Coruso Chor und Kinderballett des Anhaltischen Theaters Dessau<br \/>\nSolisten: Eric Laporte (Alphonse), Angelina Ruzzafante (Elvire), Angus Wood (Lorenzo), Ulf Paulsen (Selva), Anne Weinkauf (Hofdame), Diego Torre (Masaniello), Gabriella Gilardi (Fenella, stumme Ballettrolle), Wiard Witholt, Kostadin Aguirov, Stephan Biener (Gef\u00e4hrten)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 24. April 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Dessau-Stumme-di-Portici.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1656\" title=\"Dessau-Stumme-di-Portici\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Dessau-Stumme-di-Portici.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Dessau-Stumme-di-Portici.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Dessau-Stumme-di-Portici-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Prinzessin Elvire und Alphonse, Sohn des spanischen Vizek\u00f6nigs, treffen Heiratsvorbereitungen. Die stumme Fenella erkennt ihn als ihren Verf\u00fchrer. Dies provoziert ihren Bruder, den Fischer Masaniello, einen Aufstand gegen die verha\u00dfte spanische Besatzung anzuf\u00fchren. Gerade als Masaniello die Kontrolle \u00fcber den Aufstand zu verlieren droht, suchen Alphonse und Elvire Schutz bei ihm, der nun den Zorn seiner rebellischen Freunde f\u00fcrchten mu\u00df. Sein Freund Pietro sieht in ihm einen Verr\u00e4ter und potentiellen Tyrannen und vergiftet ihn. Alphonse ist es zwischenzeitlich gelungen, Truppen gegen die Revolte zu mobilisieren. Sterbend gelingt es Masaniello, Elvire vor den Rebellen zu retten, Fenella t\u00f6tet sich verzweifelt selbst. Zum Schlu\u00df bricht der Vesuv aus.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Wir befinden uns im Neapel der Gegenwart. Nicht die Spanier haben die Stadt im W\u00fcrgegriff, sondern die Camorra. Die Anh\u00e4nger Masaniellos sind schwarz gekleidet und sonnenbebrillt. Die K\u00e4mpfe mit dem Gegner erfolgt mit dem Maschinengewehr. Kinder hasten eifrig spielend durch die Kulissen. All das geschieht zwischen Containerhafen und Werft, selbst die Hochzeit zwischen Alphonse und Elvire findet auf der R\u00fcckseite eines Schiffsrohbaus statt \u2013 der Vesuvausbruch f\u00e4llt aus.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Das Duett zwischen Masaniello und Pietro <em>Die heilige Liebe zum Vaterland<\/em> und Masaniellos Arie im dritten Akt <em>Laufet zur Rache! Die Waffen, das Feuer!<\/em> sind nicht nur sehr effektvoll geschrieben, sondern auch eine gewaltige Herausforderung f\u00fcr jeden Tenors. Beides stellte <strong>Diego Torre<\/strong> (Masaniello) unter Beweis. Allerdings hatte er damit keinerlei Schwierigkeiten. Leicht und schwerelos, aber mit viel franz\u00f6sischer Verve und hoher Durchschlagskraft sang er diese beiden St\u00fccke. Gleiches kann man f\u00fcr den zweiten Tenor <strong>Eric Laporte<\/strong> sagen. Seine Auftritte als Alphonse im \u00a0ersten Akt sind v\u00f6llig an der Gesangslinie orientiert. Der dritte Tenor <strong>Angus Wood<\/strong> als Lorenzo hat zwar nur einige kurze Auftritte, kann aber mit eher dramatischen Ausbr\u00fcchen gl\u00e4nzen. <strong>Angelina Ruzzafante<\/strong> ist der Koloratursopran des Hauses und gewinnt das Publikum mit ebendiesen Koloraturen als Elvire mit Szenenapplaus \u2013 so als w\u00e4ren diese Koloraturen ganz einfach. <strong>Ulf Paulsen<\/strong> in der leider viel zu kurzen Rolle des Selva kann auch in einer etwas tiefer liegenden Partie mit Ausdruck und kluger Gestaltung \u00fcberzeugen &#8211; als echter Opernb\u00f6sewicht mit Ausstrahlung. \u00a0<strong>Antony Hermus<\/strong> f\u00fchrt die Anhaltische Philharmonie und diese Produktion auf eine musikalische Entdeckungsreise, die\u00a0 Auber als einen Mitbegr\u00fcnder der Grand Op\u00e9ra mehr als w\u00fcrdigt. Diese musikalische F\u00fclle, die den Zuh\u00f6rer fast drei Stunden mit franz\u00f6sischem Wohlklang und Klangwolken mitrei\u00dft, f\u00fchrt hoffentlich zu einer Auber-Wiedergeburt.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Ohne Zweifel eine aufsehenerregende Produktion und eine Wiederentdeckung eines wichtigen Beitrages der Musikgeschichte. Musikalisch mit drei Aufsehen erregenden S\u00e4ngern herausragend besetzt. Szenisch hat man sich sehr bem\u00fcht, hat sehr viel Bewegung auf die B\u00fchne gebracht. Atemberaubend in welchem Tempo die B\u00fchnen-Arbeiter die Kulissen immer wieder neu zusammen schieben. Eine Revolution entfiel an diesem Abend: Auch wenn der Chor zur Pause durch den Zuschauerraum faustschwingend abgezogen ist, so ist das Publikum nicht hinterhergezogen. Das Publikum feierte die Produktion lange und st\u00fcrmisch. Den Besuch einer Vorstellung kann man auf jeden Fall sehr empfehlen.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Claudia Heysel<br \/>\nDas Bild zeigt: Den Hochzeitszug von Eric Laporte (Alphonse) und Angelina Ruzzafante (Elvire) beherrscht der Pate Selva (Ulf Paulsen).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Daniel Francois Esprit Auber (1782-1871); Oper in f\u00fcnf Akten; Libretto von Eug\u00e8ne Scribe und Germain Delavigne; UA: 1828, Paris Regie: Andre B\u00fccker, B\u00fchne: Jan Steigert Dirigent: Antony Hermus, Anhaltische Philharmonie, Opernchor, Coruso Chor und Kinderballett des Anhaltischen Theaters Dessau<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1655\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[54,1],"tags":[],"class_list":["post-1655","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dessau-anhaltisches-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1655","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1655"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1655\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1659,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1655\/revisions\/1659"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1655"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1655"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1655"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}