{"id":1637,"date":"2010-04-11T18:41:01","date_gmt":"2010-04-11T17:41:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1637"},"modified":"2010-04-28T08:58:16","modified_gmt":"2010-04-28T07:58:16","slug":"il-viaggio-a-reims-hannover-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1637","title":{"rendered":"IL VIAGGIO A REIMS &#8211; Hannover, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioacchino Rossini (1792-1868), komische Oper in einem Aufzug, Libretto: Luigi Balocchi, UA: 19. Juni 1825<em> <\/em>Paris<br \/>\nRegie: Matthias Davids, B\u00fchne: Marina Hellmann, Kost\u00fcme: Leo Kula\u0161, Chor: Dan Ratiu<br \/>\nDirigent: Gregor B\u00fchl, Nieders\u00e4chsisches Staatsorchester Hannover<br \/>\nSolisten: Karen Frankenstein (Corinna), Monika Walerowicz (Marquise Melibea), Nicole Chevalier (Gr\u00e4fin von Follevill), Ania Vegry (Madame Cortese), Ivan Tur\u0161i\u0107 ( Chevalier Belfiore), Sung- Keun Park (Graf von Libenskof), Tobias Schabel (Lord Sidney), Frank Schneiders (Don Profondo), Shavleg Armasi (Baron von Trombonok), Jin- Ho Yoo (Don Alvaro), Young Myoung Kwon (Don Profondo), Anke Briegel (Delia), Mareike Morr (Maddalena), Sandra Fechner (Modestina), Marek Durka (Antonio)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 10. April 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Hannover-Il-Viaggio.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1638\" title=\"Hannover-Il-Viaggio\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Hannover-Il-Viaggio.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Hannover-Il-Viaggio.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Hannover-Il-Viaggio-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Verschiedene Personen aus aller Herren L\u00e4nder sind auf dem Weg zu den Kr\u00f6nungsfeierlichkeiten Karls X., die am folgenden Tag in Reims stattfinden sollen. Die Gesellschaft steigt in Plombi\u00e8res in Madame Corteses Badehotel <em>Zur goldenen Lilie<\/em> ab, wo die verschiedenen Charaktere sich begegnen, begehren, be\u00e4ugen und jeden denkbaren Anla\u00df zu einer musikalischen virtuosen Gef\u00fchls\u00e4u\u00dferung nutzen. Alle trifft der Schlag, als sie die Nachricht erreicht, da\u00df in ganz Plombi\u00e8res keine Kutschpferde mehr zu bekommen seien. Madame Cortese erh\u00e4lt von ihrem reisenden Gemahl einen Brief, der berichtet, da\u00df ein gro\u00dfes Fest f\u00fcr den K\u00f6nig gefeiert werden soll, bei dem jeder der G\u00e4ste eine musikalische Kostprobe aus seiner Heimat vortr\u00e4gt. Man lost Karl X. als Thema aus, \u00fcber das die Improvisationsk\u00fcnstlerin Corinna zur Harfe eine Arie vortr\u00e4gt. Lob und Preis Frankreichs und seines neuen K\u00f6nigs beenden den Abend.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Die Handlung ist in einen gro\u00dfz\u00fcgigen Wartebereich im Flughafen verlegt. Schilder verweisen auf die verschiedenen Terminals, auf An- und Abflugbereich. Ein gro\u00dfer Empfangstresen befindet sich auf der rechten Seite, von hier aus werden immer wieder per Mikrophondurchsage, Mittlungen an die Reisenden weitergegeben. Vor dem Empfangsbereich befindet sich eine einladende Warte \u2013 und Sitzgelegenheit, in dem ein Flachbildfernseher f\u00fcr Unterhaltung sorgen soll. Eine Wendeltreppe auf der linken Seite f\u00fchrt nach oben zu weiteren Terminals und dient den S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern als weitere Auftrittsm\u00f6glichkeit. Zeitungsst\u00e4nder und Gep\u00e4ck fehlen ebensowenig wie ein Verweis auf den Duty-Free-Shop. Die Kost\u00fcme sind der Umgebung angepa\u00dft. So tritt Madame Cortese (Ania Vergy) als leitende Stewardesse auf und die Flugreisenden entsprechen in jeder Hinsicht ihren nationalen Klischees.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Rossini komponierte f\u00fcr diese Oper sehr virtuose und technisch h\u00f6chst anspruchsvolle Arien. Das gesamte Ensemble bewegt sich s\u00e4ngerisch wie schauspielerisch auf h\u00f6chstem Niveau. <strong>Ania Vergy <\/strong>(Madame Cortese) mimt die \u00fcberm\u00e4\u00dfig motivierte Leiterin des Bodenpersonals am Flughafen. Mit ihrem Sopran schafft sie es, da\u00df sie die rasend schnelle Arie <em>Di vaghi raggi adorno, il ciel resplende il sole \u2013 Mit lieblichen Strahlen gezieret, lacht die Sonne vom Himmel herab<\/em> nicht gehetzt, sondern gut akzentuiert durch die Koloraturen f\u00fchrt und die Tonspr\u00fcnge mit beachtlichem Umfang lupenrein trifft. Eine ganz andere Seite zeigt sie, wenn sie bei dem Gesangsvortrag der einzelnen Nationen, die am\u00fcsante Jodelnummer zum Besten gibt. <strong>Nicole Chevaliers<\/strong> (Gr\u00e4fin von Follevill) f\u00fchrt ihre Stimme gewollt und sehr passend \u00fcberzogen durch die Koloraturpassagen, in dem Sie die hohen T\u00f6ne spitz anrei\u00dft und abfallende Tonsequenzen in die L\u00e4nge zieht. Ihre schauspielerischen Einlagen, wie z.B. ihre \u00fcbertriebene und absolut komische Hingabe zu ihrem pinkfarbenen Hut, bringen das Publikum ein ums andere Mal zum Lachen. Auch die m\u00e4nnlichen Hauptrollen singen ihre Parts mit Bravour: <strong>Ivan Tur\u0161i\u0107<\/strong> (Belfiore) und <strong>Sung- Keun Park<\/strong> (Graf von Libenskof) mit kr\u00e4ftigem und beweglichem Tenor, <strong>Frank Schneiders<\/strong> (Don Profondo), vor allem mit seinem spritzig ironischen Gesang \u00fcber die Gepflogenheiten der einzelnen Nationalit\u00e4ten, und <strong>Shavleg Armasi<\/strong> (Baron von Trombonok) als fulminante Ba\u00dfbuffos.<br \/>\nSelbst die Nationalhymnen werden mit Gef\u00fchl interpretiert und verm\u00f6gen auch den Zuschauer im Saal mit der gewissen Portion Pathos zu begl\u00fccken. Auch die \u00dcbertitel geben h\u00e4ufig Anla\u00df zum Schmunzeln, so erscheint bei der himmlisch sch\u00f6n gesungenen Arie <em>All&#8216; ombra amena del Gieglio d\u2019Or \u2013 Im lieblichen Schatten der Goldenen Lilie<\/em> von <strong>Karen Frankenstein <\/strong>(Corinna) kein Text, sondern kleine Herzchen.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Mit viel Liebe zum Detail wird <strong><em>Il viaggio a Reims<\/em><\/strong><strong><em> <\/em><\/strong>zu einer entz\u00fcckenden Geschichte und einer am\u00fcsanten Inszenierung. Auf der B\u00fchne gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken, und das Publikum ist begeistert und lacht herzlich. Die schwierigen Rollen und hochvirtuosen Koloraturpartien stellen ein Opernhaus und das dazugeh\u00f6rige Ensemble vor eine gro\u00dfe, schwierige Aufgabe, eine Aufgabe, die das Ensemble der Staatsoper Hannover fantastisch gel\u00f6st hat. Ein anspruchsvoller und zugleich lustiger Opernabend, der sich f\u00fcr die ganze Familie lohnt. Unbedingt ansehen!<\/p>\n<p>Katharina Rupprich<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landberg<br \/>\nDas Bild zeigt: Shavleg Armasi (Baron von Trombonok), Mareike Morr (Maddalena), Nicole Chevalier (Gr\u00e4fin von Follevill), Ania Vergy (Madame Cortese), Marek Durka (Antonio), Young Myoung Kwon (Don Profondo), v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioacchino Rossini (1792-1868), komische Oper in einem Aufzug, Libretto: Luigi Balocchi, UA: 19. 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