{"id":1623,"date":"2010-04-18T17:42:48","date_gmt":"2010-04-18T16:42:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1623"},"modified":"2010-04-27T17:51:13","modified_gmt":"2010-04-27T16:51:13","slug":"der-fliegende-hollander-greifswald-theater-vorpommern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1623","title":{"rendered":"DER FLIEGENDE HOLL\u00c4NDER &#8211; Greifswald, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto vom Komponisten, UA: 1843 Dresden<br \/>\nRegie: Anton Nekovar, B\u00fchne: Susanne Thomasberger, Kost\u00fcme: Christine Becke<br \/>\nDirigent: Karl Prokopetz, Philharmonisches Orchester Vorpommern, Opernchor des Theaters Vorpommern, Einstudierung: Thomas Riefle, Singakademie Stralsund, Einstudierung: G\u00fcnther Wolf<br \/>\nSolisten: Duccio Dal Monte (Holl\u00e4nder), Andr\u00e9 Eckert (Daland), Antje Jansen (Senta), Heiko B\u00f6rner (Erik), Wiebke Damboldt (Mary), Noriyuki Sawabu (Steuermann)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 17. April 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Greifswald-Hollaender.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1624\" title=\"Greifswald-Hollaender\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Greifswald-Hollaender.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Greifswald-Hollaender.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Greifswald-Hollaender-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Daland, ein norwegischer Seefahrer, ist auf dem Weg nach Hause. Unbemerkt geht das Schiff des fliegenden Holl\u00e4nders neben seinem vor Anker. Der Holl\u00e4nder beklagt sein Schicksal: Weil er Gottes Zorn herausgefordert hatte, ist er nun dazu verdammt, bis zum Ende der Welt die Meere zu befahren. Jedes siebte Jahr geht er an Land, um eine Frau zu finden, die ihm bis in den Tod treu ist \u2013 die Bedingung f\u00fcr seine Erl\u00f6sung. Der Holl\u00e4nder bietet Daland Sch\u00e4tze f\u00fcr seine Gastfreundschaft, worauf ihm dieser die Ehe mit seiner Tochter Senta anbietet. Senta, die seine Geschichte seit ihrer Kindheit kannte, begeistert der Gedanke, den Verfluchten zu erl\u00f6sen. Sie erkennt ihn sofort und schw\u00f6rt ihm Treue. Sentas Verehrer Erik versucht, sie von der Heirat abzubringen und erinnert sie daran, da\u00df sie einst ihm Treue gelobt h\u00e4tte. Das h\u00f6rt der Holl\u00e4nder; um Senta zu retten, beschlie\u00dft er, ohne sie abzufahren. Sie aber l\u00e4uft ihm nach und st\u00fcrzt sich ins Meer.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Das B\u00fchnenbild zeigt sehr wenige Elemente. Dominierend ist eine metallene Galerie quer \u00fcber die ganze B\u00fchne. Diese bleibt die gesamte Oper hindurch bestehen. Spielt sich die Handlung auf dem Schiff ab, ist die Wand oberhalb der Galerie ge\u00f6ffnet. In Dalands Haus ist diese Wand geschlossen, und das Bild des Holl\u00e4nders h\u00e4ngt lebensgro\u00df in der Mitte. Das Portrait zeigt den ber\u00fchmten <em>Wanderer \u00fcber dem Nebelmehr<\/em> des in Greifswald geborenen Malers Caspar David Friedrich. Die Kost\u00fcme sind diesem Bild angepa\u00dft, also im Stil des fr\u00fchen 19. Jahrhunderts gehalten. Das Schiff des Holl\u00e4nders taucht an der gleichen Stelle auf, so da\u00df der Mast mit den roten Segeln den Platz des Portraits einnimmt.<br \/>\nW\u00e4hrend des Vor- und Nachspiels tritt ein kleines M\u00e4dchen auf, das die junge Senta verk\u00f6rpert. Zu Beginn spielt es mit einem kleinen Schiff mit roten Segeln und enth\u00fcllt das Portrait des Holl\u00e4nders. Am Ende hat sie neben dem Schiff noch zwei Puppen bei sich, die den Holl\u00e4nder und Senta darstellen; mit diesen Puppen deutet sie die von Wagner vorgesehene Erhebung der beiden in den Himmel an.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Die s\u00e4ngerische Leistung an diesem Abend war insgesamt durchwachsen. Durchweg \u00fcberzeugen konnte lediglich <strong>Duccio Dal Monte<\/strong> (Holl\u00e4nder), der klangliche F\u00fclle und Vielschichtigkeit mit gro\u00dfem Ausdruck vereinte. <strong>Antje Jansen<\/strong> (Senta) zeigte gro\u00dfartige Momente, schien aber besonders zu Beginn stimmlich nicht ganz auf der H\u00f6he zu sein. Ihre Stimme brach im zweiten Akt gelegentlich, die Spitzent\u00f6ne wurden schrill. <strong>Wiebke Damboldt<\/strong> (Mary) fiel durch ein \u00fcberm\u00e4\u00dfiges Vibrato negativ auf. <strong>Andr\u00e9 Eckert<\/strong> (Daland), zu Beginn kernig, deutete seine Rolle mehr und mehr als eine Buffoba\u00dfpartie, betonte komische Elemente mit bauchiger Stimme und wirkte zeitweise etwas atemlos. <strong>Heiko B\u00f6rner <\/strong>(Erik), der in dieser Rolle deb\u00fctierte, wies besonders in der H\u00f6he einen angenehmen Klang auf, war jedoch in lauteren Partien manchmal forciert und gepre\u00dft. <strong>Noriyuki Sawabu <\/strong>(Steuermann) zeigte sich vielseitig in der stimmlichen Gestaltung, neigte aber im Forte zu einem blechernen Klang. Dagegen war die schauspielerische Leistung und die dramatische Gestaltung aller S\u00e4nger hervorragend, ebenso wie die des ausgezeichneten Chores.<br \/>\nDas Orchester zeigte sich an diesem Abend von seiner besten Seite. Nach anf\u00e4nglichen Abstimmungsschwierigkeiten in der Tempogestaltung w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre gelang die Koordination immer besser. Nur gelegentlich war zu h\u00f6ren, da\u00df die Besetzung der Streicher im Verh\u00e4ltnis zu den Bl\u00e4sern deutlich zu gering war, was der geringen Gr\u00f6\u00dfe des Hauses geschuldet ist.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Die Auff\u00fchrung hinterlie\u00df insgesamt einen guten Eindruck. Alle Vor- und Nachteile des kleinen Hauses machten sich bemerkbar: Einerseits fehlte der f\u00fcllige Klang einer vollen Streicherbesetzung, und die Lautst\u00e4rke der ge\u00fcbten Wagners\u00e4nger war kaum noch dem Raum angemessen. Andererseits entstand eine Stimmung voller Intimit\u00e4t, in der jede Regung der S\u00e4nger bemerkbar war. Die ausgezeichnete schauspielerische Leistung aller Beteiligten machte alle stimmlichen Defizite wett und sorgte f\u00fcr eine mitrei\u00dfende Vorstellung, die vom Greifswalder Publikum verdienterma\u00dfen mit langem Applaus bedacht wurde.<\/p>\n<p>Anna-Juliane Peetz<\/p>\n<p>Bild: Vincent Leifer<br \/>\nDas Bild zeigt: Antje Jansen (Senta), links, Duccio Dal Monte (Holl\u00e4nder), Bildmitte, und Heiko B\u00f6rner (Erik), rechts<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto vom Komponisten, UA: 1843 Dresden Regie: Anton Nekovar, B\u00fchne: Susanne Thomasberger, Kost\u00fcme: Christine Becke Dirigent: Karl Prokopetz, Philharmonisches Orchester Vorpommern, Opernchor des Theaters Vorpommern, Einstudierung: Thomas Riefle, Singakademie Stralsund, Einstudierung:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1623\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[70,1],"tags":[],"class_list":["post-1623","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-greifswald-theater-vorpommern","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1623","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1623"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1623\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1626,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1623\/revisions\/1626"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}