{"id":1619,"date":"2010-04-25T17:34:17","date_gmt":"2010-04-25T16:34:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1619"},"modified":"2010-04-27T17:38:24","modified_gmt":"2010-04-27T16:38:24","slug":"der-wildschutz-weimar-deutsches-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1619","title":{"rendered":"DER WILDSCH\u00dcTZ &#8211; Weimar, Deutsches Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Albert Lortzing, Komische Oper in drei Akten nach August von Kotzebues Schauspiel <em>Der Rehbock<\/em>, UA: 31. Dezember 1842, Stadttheater, Leipzig<br \/>\nRegie: Anthony Pilavachi, B\u00fchne: Markus Meyer, Kost\u00fcme: Tatjana Ivschina<br \/>\nDirigent: Martin Hoff, Staatskapelle Weimar, Opernchor des Deutschen Nationaltheaters Weimar, Die Ameisenkinder (Chor des Goethe-Gymnasiums Weimar)<br \/>\nSolisten: Philipp Meierh\u00f6fer (Baculus), Alexandra Steiner (Gretchen), Uwe Schenker-Primus (Graf von Eberbach), Christine Hansmann (Gr\u00e4fin), Szabolcs Brickner (Baron Kronthal), Heike Porstein (Baronin Freimann), Carolina Krogius (Nanette), G\u00fcnter Moderegger (Pancratius), Oliver Luhn (Gast)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 24. April 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Weimar-Wildschuetz.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1620\" title=\"Weimar-Wildschuetz\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Weimar-Wildschuetz.gif\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Weimar-Wildschuetz.gif 234w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Weimar-Wildschuetz-200x300.gif 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Schulmeister Baculus m\u00f6chte seine junge Braut Gretchen mit einem Rehbock als Festschmaus \u00fcberraschen, doch l\u00e4\u00dft er sich beim verbotenem Wildern erwischen und erh\u00e4lt von seinem Vorgesetzten Graf von Eberbach prompt die K\u00fcndigung. Gleichzeitig treffen Baronin Freimann, Schwester des Grafen sowie Baron Kronthal, Bruder der Gr\u00e4fin, in Verkleidung ein. Beide sind verwitwet und sollen durch ihre Geschwister einander vorgestellt werden. Doch zun\u00e4chst wollen sie den anderen unerkannt kennenlernen. So trifft die Baronin als Mann kost\u00fcmiert auf den ungl\u00fccklichen Baculus und seine Frau. Sie bietet an, den Grafen verkleidet als Baculus Frau zu umschmeicheln, damit dieser die K\u00fcndigung zur\u00fcckzieht. Der Baron, verkleidet als Stallmeister, trifft auf das falsche Gretchen. Beide verlieben sich sofort. Nach weiteren Verwechslungen und allerlei komischer Situationen erkennen sich die Geschwister, Baron und Baronin finden zu einander und selbst dem Schulmeister wird verziehen, da er in Wirklichkeit nur seinen eigenen Esel erschossen hat und keinen Rehbock.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Der erste Akt spielt in einer Art K\u00fcchenraum der Dorfschenke mit weis gekachelten W\u00e4nden, einem langen Tisch und niedriger Decke. Der gr\u00e4fliche Salon hingegen \u2013 Schauplatz des zweiten und dritten Aktes \u2013 ist zur H\u00f6he hin offen und ger\u00e4umig. Die W\u00e4nde schm\u00fccken riesige, farbintensive Vogeldarstellungen jeglicher Art zur Verdeutlichung der Jagdthematik. Die Kost\u00fcme entsprechen der gew\u00e4hlten Epoche. So tr\u00e4gt Gretchen ein modernes, leichtes Sommerkleid im typischen Charlestonschnitt. Die Gr\u00e4fin, ganz in Schwarz und mit dramatischem Federschmuck auf dem Kopf, \u00e4hnelt, verst\u00e4rkt durch eine absichtlich \u00fcbertriebene Darstellung, den Stummfilmdarstellerinnen der 20er Jahre.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Mit gewohnt transparenten, differenzierten Instrumentalklang verw\u00f6hnt die <strong>Staatskapelle Weimar<\/strong> unter der Leitung von <strong>Martin Hoff<\/strong> das Weimarer Publikum. Schon in der Ouvert\u00fcre werden die verschiedenen Instrumentengruppen mit pr\u00e4ziser Intonation und herrlichem Schmelz deutlich in Szene gesetzt. Wenn auch die Komposition Lortzings im Folgenden dem Orchester nur geringen dramatischen Spielraum gibt, so bleibt es dennoch durchweg pr\u00e4sent ohne dabei die S\u00e4nger \u00fcbert\u00f6nen zu wollen.<br \/>\nTrotz Kehlkopfentz\u00fcndung lie\u00df es sich <strong>Christine Hansmann<\/strong> (Gr\u00e4fin) nicht nehmen, ihre besonders eindrucksvoll ausgedeutete Rolle selbst darzustellen und zu sprechen. <strong>Christiane Basseck<\/strong> \u00fcbernahm von der Seite aus die Gesangspartien. Auch der imposante vollt\u00f6nende Bariton <strong>Uwe Schenker-Primus<\/strong> (Graf) und der ihm zur Seite gestellte Tenor <strong>Szabolcs Brickner<\/strong> (Baron) lieferten eine ausgezeichnete, subtil komische Darstellung ihrer gegenseitigen Eifersucht. Beide sangen hervorragend, vor allem in den Ensembles stachen sie aus der Gruppe heraus. Die Sopranistin <strong>Heike Porstein<\/strong> (Baronin) interpretierte ihre Rolle, wie schon die Norina in <em>Don Pasquale,<\/em> mit brillanter H\u00f6he, \u00e4u\u00dferst keck in der Darstellung und mit viel Witz im Ausdruck. Die feminine, weiche Seite h\u00e4tte eventuell sowohl stimmlich, als auch darstellerisch noch etwas mehr hervorgehoben werden k\u00f6nnen. Dies fehlte bei <strong>Alexandra Steiner<\/strong> (Gretchen) keinesfalls. Mit geballter Weiblichkeit und einem strahlenden, sicher noch ausbauf\u00e4higem Sopran machte sie dem unglaublich komischen, stimmlich souver\u00e4nen <strong>Philipp Meierh\u00f6fer<\/strong> (Baculus) das Leben schwer. Der lang anhaltende Applaus nach seiner darstellerisch hervorragenden Bravourarie im dritten Akt war durchaus verdient. Grunds\u00e4tzlich mu\u00df die besonders gute Textverst\u00e4ndlichkeit der Dialogszenen hervorgehoben werden. Des weiteren fand das Publikum einen agilen, ausdrucksstarken <strong>Opernchor<\/strong> unter der Leitung von <strong>Markus Oppeneiger<\/strong> vor.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Diese <em>Wildsch\u00fctz<\/em>-Premiere verdient das Pr\u00e4dikat \u201esehr am\u00fcsant\u201c. Sowohl die teilweise ironische Inszenierung des leichten Opernstoffes, als auch die musikalische Leistung des gesamten Theaterensembles, gepaart mit einem k\u00fcnstlerisch beeindruckenden B\u00fchnenbild im zweiten und dritten Akt, machen diesen Opernabend unverge\u00dflich.<\/p>\n<p>Josephin Wietschel<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Bild: Bernd Uhlig<br \/>\nDas Bild zeigt: Verliebte inkognito: Heike Porstein (Baronin) und Szabolcs Brickner (Baron)<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Albert Lortzing, Komische Oper in drei Akten nach August von Kotzebues Schauspiel Der Rehbock, UA: 31. 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