{"id":1606,"date":"2010-04-19T23:24:53","date_gmt":"2010-04-19T22:24:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1606"},"modified":"2010-04-26T23:30:08","modified_gmt":"2010-04-26T22:30:08","slug":"alkestis-alceste-leipzig-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1606","title":{"rendered":"ALKESTIS (ALCESTE) &#8211; Leipzig, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Christoph Willibald Gluck (1714-1787), Tragedia messa in musica in 3 Akten, Libretto: Ranieri de\u2019 Calzabigi nach <em>Alkestis<\/em> von Euripides (Wiener Fassung 1767) u. Le Blanc du Roullet (Pariser Fassung 1776), UA: 26. Dezember 1767, Wien<br \/>\nRegie: Peter Konwitschny, B\u00fchne: J\u00f6rg Kossdorf, Kost\u00fcme: Michaela Mayer-Michnay, Choreinstudierung: S\u00f6ren Eckhoff<br \/>\nDirigent: George Petrou, Gewandhausorchester, Chor und Kinderchor der Oper Leipzig<br \/>\nSolisten: Chiara Angella (Alkestis), Yves Saelens (Admetos), Norman Reinhardt (Evandros), Viktorija Kaminskaite (Ismene), J\u00fcrgen Kurth (Oberpriester), Ryan McKinny (Herkules), Tomas M\u00f6wes (Apollo) u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 17. April 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Leipzig-Alkestis.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1607\" title=\"Leipzig Alkestis\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Leipzig-Alkestis-300x198.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Leipzig-Alkestis-300x198.jpg 300w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Leipzig-Alkestis-1024x677.jpg 1024w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Leipzig-Alkestis.jpg 1890w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Admetos, K\u00f6nig von Thessalien, liegt im Sterben. Das Orakel weissagt, da\u00df der K\u00f6nig sterben wird, wenn sich nicht jemand f\u00fcr ihn opfert. Seine Frau Alkestis beschlie\u00dft, f\u00fcr ihn in den Tod zu gehen und sie l\u00e4\u00dft sich auch nicht von ihrer Vertrauten Ismene von diesem Vorhaben abhalten. Im Totenreich angekommen bittet Alkestis um einen letzten Aufschub f\u00fcr ihr Leben, da sie ein letztes Mal ihren Mann und ihre Kinder wiedersehen m\u00f6chte. Ihr inzwischen genesener Gemahl erf\u00e4hrt von Alkestis Opfer \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0  und geht ins Totenreich, um ihr zu folgen. Da st\u00f6\u00dft Herkules zu ihnen, und er besiegt die Toteng\u00f6tter. Alkestis kann so aus dem Hades gerettet werden und die Opferbereitschaft des Ehepaares wird gepriesen.<br \/>\n<strong>Vorbemerkung<br \/>\n<\/strong>Die Inszenierung stellt die erste Oper im sog. Gluck-Ring an der Oper Leipzig dar, in dem Glucks vier tragische Opern von Peter Konwitschny bis zum Jahr 2013 inszeniert werden sollen. Zur Auff\u00fchrung kam die so titulierte Leipziger Fassung, die Teile der der Wiener Fassung von 1767 und der Pariser Fassung von 1776 sowie neue deutsche Textstellen von Werner Hintze verwendete, so da\u00df die ersten beiden Akte in italienischer Sprache, der dritte Akt zus\u00e4tzlich in deutscher Sprache gesungen wurde.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>In den ersten beiden Akten mit antikisierenden Ausstattungselementen und Kost\u00fcmen dominiert die B\u00fchne ein zentrales Podest, welches einen Opferaltar darstellt, zu dem Stufen hinauff\u00fchren. Im Hintergrund ziehen auf einer Projektionsfl\u00e4che Wolkenbilder vor\u00fcber. Durch Anhebung eines B\u00fchnenteiles wird der Blick in den Bereich der in Nebel getauchten Unterwelt frei. Im letzten Akt wandelt sich die B\u00fchne zu einer bunten Fernsehshow mit flankierend ansteigenden Sitzreihen voller Zuschauer, wobei Herkules als TV-Moderator mit Keulenmikrofon fungiert. Im Hintergrund sieht man das Kamerabild, das eine gro\u00dfe Studiokamera im Vordergrund der B\u00fchne aufnimmt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Sopranistin <strong>Chiara Angella<\/strong> (Alkestis) verleiht ihrer Rolle durch ihre wendige Stimmf\u00fchrung glaubhaften Ausdruck, auch wenn ihre dunkel satinierte Stimme in den H\u00f6hen einiges an Strahlkraft vermissen l\u00e4\u00dft, vor allem bei den lyrischen Passagen zeigt sich ihre St\u00e4rke im gehauchten Vibrato. <strong>Yves Saelens<\/strong> (Admetos) Tenorstimme ist von einem kr\u00e4ftigen Mittelbau gepr\u00e4gt, deren Intensit\u00e4t in den H\u00f6henlagen eine druckvolle Steigerung erf\u00e4hrt. Allein in den dramatischen Szenen wirkt seine Intonation in Bezug auf die Lautst\u00e4rkenvariation leicht unkontrolliert. <strong>Viktorija Kaminskaite<\/strong> gibt eine gesanglich ausdrucksstarke Ismene, die von ihrem strahlendem Sopran getragen wird. Tenor <strong>Norman Reinhardt <\/strong>(Evandros) pr\u00e4gt seine Rolle insbesondere mit jung-dynamischer Stimmflexibilit\u00e4t. Mit druckvollem Stimmvolumen und klarer Diktion kann Ba\u00dfbariton <strong>Ryan McKinny<\/strong> als Herkules bewegen, wobei seine teilweise Zur\u00fccknahme in den oberen Lagen weiteres Stimmpotential vermuten l\u00e4\u00dft. Ebenso k\u00f6nnen Bariton <strong>J\u00fcrgen Kurth<\/strong> (Oberpriester) mit farbenreicher Stimmtiefe und Bariton <strong>Tomas M\u00f6wes<\/strong> (Apollo) mit volumin\u00f6s gef\u00fchrter Mittellage gesanglich \u00fcberzeugen.<br \/>\nDas <strong>Gewandhausorchester<\/strong> unter <strong>George Petrou<\/strong> formt die Klangfiguren des Vorspiels (<em>la Sinfonia<\/em>) in breit angelegtem Klangteppich in romantisch assoziierender Spielweise aus. Dieser Eindruck wird insbesondere durch die pastosen \u00dcberzeichnungen im Blech im weiteren Verlauf des Werkes unterst\u00fctzt. Insgesamt wirkte das Spiel zwar engagiert, bisweilen jedoch unkonzentriert und ohne Tiefensch\u00e4rfe. Vor allem zu loben ist die hohe Qualit\u00e4t des <strong>Chores<\/strong> in Bezug auf farblich nuancenreiche Stimmf\u00fchrung.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Die Inszenierung bewegt sich in den ersten beiden Akten auf relativ uninspiriertem Terrain asketisch gehaltener B\u00fchnenausstattung, welche die S\u00e4nger in den Vordergrund stellt und den Mythos des antiken Griechenlands heraufbeschw\u00f6rt. V\u00f6llig unverst\u00e4ndlich bleibt die Abkehr von dieser Linie hin zu einem bunten B\u00fchnenzirkus im dritten Akt, der einen gro\u00dfen Gegensatz zum zuvor gesehenen darstellt. Die Handlung nimmt einen unverst\u00e4ndlichen Verlauf einer modernen Fernsehshow mit Herkules als TV-Kasper, der unvereinbar mit dem gereiften, antikisierenden Bild der ersten beiden Akte ist. Das beeintr\u00e4chtigt r\u00fcckblickend erheblich die Glaubw\u00fcrdigkeit der ersten beiden Akte, die disloziert vom letzten Akt im Raum stehen gelassen werden. Insgesamt betrachtet wird die Einheit der Handlung durch diese Vorgehensweise in unglaubw\u00fcrdiger und banaler Weise zerrissen.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Andreas Birkigt<br \/>\nDas Bild zeigt: Chiara Angella (Alkestis)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Christoph Willibald Gluck (1714-1787), Tragedia messa in musica in 3 Akten, Libretto: Ranieri de\u2019 Calzabigi nach Alkestis von Euripides (Wiener Fassung 1767) u. Le Blanc du Roullet (Pariser Fassung 1776), UA: 26. 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