{"id":1550,"date":"2010-03-16T21:03:44","date_gmt":"2010-03-16T20:03:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1550"},"modified":"2010-04-12T21:08:09","modified_gmt":"2010-04-12T20:08:09","slug":"orpheus-magdeburger-telemann-tage-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1550","title":{"rendered":"ORPHEUS &#8211; Magdeburger Telemann Tage"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Philipp Telemann (1681\u20131767), Oper in drei Akten, Libretto vom Komponisten nach Michael Du Boullay, UA:1726 Hamburg<br \/>\nRegie: Jakob Peters-Messer, B\u00fchne: Markus Meyer<br \/>\nDirigent: David Stern, Opera Fuoco (Paris), Opernchor des Theaters Magdeburg<br \/>\nSolisten: Luanda Siqueira (Orasia), Pierrick Boisseau (Orpheus), Dana Marbach (Euridice), Caroline Meng (Ismene), Peter Diebschlag (Eurimedes), Bartolo Musil (Pluto), Clementine Margaine (Ascalax)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13. M\u00e4rz 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Magdeburg-Orpheus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1551\" title=\"Magdeburg-Orpheus\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Magdeburg-Orpheus.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Magdeburg-Orpheus.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Magdeburg-Orpheus-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Es handelt sich um eine Variante des bekannten Orpheus-Stoffes: Die b\u00f6se Prinzessin Orasia liebt Orpheus und bringt durch einen Schlangenbi\u00df ihre Konkurrentin Euridice in die Unterwelt. Orpheus folgt ihr und kann Pluto erweichen, ihm Euridice zur\u00fcckzugeben. Bedingung ist, da\u00df er sie nicht ansieht \u2013 bis zum Verlassen der Unterwelt. Als er es dennoch tut, verliert er sie f\u00fcr immer. Orpheus ist nicht bereit Orasia zu erh\u00f6ren, worauf er von ihr umgebracht wird. Sie verzweifelt schlie\u00dflich und t\u00f6tet sich selbst.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Diese Reiseproduktion (sie wird auch in Frankreich gezeigt) ben\u00f6tigt wenig Dekoration und wenige Bewegungen der Kulissen. Die wichtigsten Requisiten sind ein Bett (f\u00fcr Orasia), eine Fototapete im Gr\u00fcnen und eine Trennwand, die sich heben und senken kann, um den \u00dcbergang zur Unterwelt darzustellen. Einige wenige Accessoires wie ein kleines Krokodil (f\u00fcr die Mordpl\u00e4ne der Orasia), Lippenstift (um Eurimedes anzuschmieren) oder Totensch\u00e4del als glitzernde Deko runden das Bild ab. Die zeitlosen Kost\u00fcme wirken ein wenig nichtssagend. W\u00e4hrend die mond\u00e4ne Hofgesellschaft Abendgarderobe tr\u00e4gt, tragen Orpheus und seine Freunde eher legere moderne Freizeitkleidung. Die Unterwelt tr\u00e4gt Clownskost\u00fcme, die an Stanley Kubricks <em>Clockwork Orange<\/em> oder die Kost\u00fcmierung der Rockgruppe <em>KISS<\/em> erinnern. Auch das Benehmen der Unterwelt um Pluto erinnert an das Auftreten einer Rockgruppe.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Es ist sicherlich eine der Vorz\u00fcge dieser Produktion, da\u00df man in allen Positionen auf Nachwuchskr\u00e4fte gesetzt hat und damit in jeder Hinsicht ein einheitliches Bild erreicht hat. Der S\u00e4nger, der die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte, ist <strong>Bartolo Musil<\/strong> als Pluto, der den Charakter deutlich gerade in den tiefen Lagen und mit sch\u00f6nem Stimmklang auf die B\u00fchne brachte. Seine Arie <em>Ruhet ihr gemarterten Seelen<\/em> erhielt heftigen Szenenapplaus. Da konnte <strong>Pierick Boisseau<\/strong> als Orpheus nichts dagegen setzen. Er war als Ba\u00df angek\u00fcndigt, verf\u00fcgt aber \u00fcber eine baritonale Stimme mit sonore, Klang. Leider hatte er Probleme und konnte die hohen T\u00f6ne nur im Falsett stemmen. Das bemerkenswerte Duett zwischen ihm und seinem Freund Eurimedes\u00a0 <em>Alles was die Liebe entflammt <\/em>war hingegen eine Glanznummer. <strong>Peter Diebschlag<\/strong> gab diesen Eurimedes mit sch\u00f6nen gl\u00e4nzenden T\u00f6nen und tenoraler Wucht \u2013 besonders bei den hohen Koloraturen. <strong>Dana Marbach<\/strong> als Euridice kommt bei Telemann leider zu kurz. Das ist bedauerlich, denn ihr jugendlicher Sopran kann glockenklar entz\u00fccken, w\u00e4hrend ihrer Widersacherin Orasia dieser Glanz abgeht, da <strong>Luanda Siqueria<\/strong> mehr auf Dramatik setzt und zum Tremolieren neigt.<br \/>\n<strong>David Stern<\/strong> ist k\u00fcnstlerischer Leiter der Opera Fuoco, eines Ensembles, das sich auf Original-Instrumenten auch dem barocken Repertoire widmet. Ihr Erfahrungen im barocken Bereich k\u00f6nnen diese Musiker voll ausspielen. Dennoch ist kritisch zu bemerken, da\u00df die Sch\u00f6nheiten der Telemannschen Klangbilder an diesem Abend nicht so recht zur Geltung kommen.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Am Ende freundlicher Beifall des Publikums f\u00fcr eine typische zeitgen\u00f6ssische Interpretation einer Barockoper. Die Inszenierung ist bunt und peppig, aber leider werden Rezitative nichtssagend \u00fcberbr\u00fcckt oder sogar im Widerspruch zu der Handlung. Angenehm ist hingegen, da\u00df die Nachwuchss\u00e4nger in der Lage sind, die einzelnen Rollen auszuf\u00fcllen, wobei man hochkar\u00e4tige Leistungen nicht erwarten darf. Insgesamt also eine Durchschnittsproduktion.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Nilz B\u00f6hme<br \/>\nDas Bild zeigt: Am Grab der Euridice stehen auch die Schlangen: Luanda Siqueira (Orasia), Pierrick Boisseau (Orpheus), Ulrika B\u00e4ume, Heidi Peters, Uta Zierenberg, Emilia Abacioaie, Anna Warnecke, Caroline Meng (Ismene), \u00a0sowie Herren des Opernchores<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Philipp Telemann (1681\u20131767), Oper in drei Akten, Libretto vom Komponisten nach Michael Du Boullay, UA:1726 Hamburg Regie: Jakob Peters-Messer, B\u00fchne: Markus Meyer Dirigent: David Stern, Opera Fuoco (Paris), Opernchor des Theaters Magdeburg Solisten: Luanda Siqueira (Orasia), Pierrick Boisseau<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1550\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[130,1],"tags":[],"class_list":["post-1550","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-magdeburg-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1550","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1550"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1550\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1553,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1550\/revisions\/1553"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1550"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1550"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1550"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}