{"id":1506,"date":"2010-03-27T14:53:02","date_gmt":"2010-03-27T13:53:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1506"},"modified":"2010-04-03T12:14:28","modified_gmt":"2010-04-03T11:14:28","slug":"montezuma-fallender-adler-mannheim-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1506","title":{"rendered":"MONTEZUMA &#8211; FALLENDER ADLER &#8211; Mannheim, Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">von Bernhard Lang (* 1957), Musiktheater f\u00fcr 6 Stimmen, Chor, Jazz-Combo, Turntables, Ensemble und Zuspiel, Libretto nach dem gleichnamigen Text von Christian Loidl, erg\u00e4nzt, kompiliert und erweitert von Peter Leisch<br \/>\nRegie: Peter Missotten, B\u00fchne: Peter Missotten, Kost\u00fcme: Peter Missotten, Licht: Peter Missotten\/Bernhard H\u00e4usermann, Dramaturgie: Regine Elzenheimer<br \/>\nDirigent: Walter Nu\u00dfbaum, Orchester und Chor des Nationaltheater Mannheim, Choreinstudierung: Tilman Michael<br \/>\nSolisten: Cornelia Ptassek (Malintzin), Katrin Wagner (Tlaloc\/Malintzins Schatten), Daniel Gloger (Montezuma), Tim Severloh (Damiano\/Montezumas Schatten), Ekkehard Abele (Cort\u00e9z), Martin Busen (Pinotzin\/Cort\u00e9z Schatten)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 26. M\u00e4rz 2010 (Urauff\u00fchrung)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Mannheim-Montezuma.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1507\" title=\"Mannheim-Montezuma\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Mannheim-Montezuma.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Mannheim-Montezuma.jpg 233w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Mannheim-Montezuma-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Die Handlung spielt im 16. Jahrhundert w\u00e4hrend der Eroberung des Aztekenreiches durch die Spanier. Unter der F\u00fchrung von Hern\u00e1n Cort\u00e9z werden die goldgierigen Spanier von den Azteken zun\u00e4chst unterw\u00fcrfig mit Geschenken begr\u00fc\u00dft. Bald stellt sich jedoch heraus, da\u00df Cort\u00e9z, den man f\u00fcr den wiedergeborenen Gott Quetzalcoatl h\u00e4lt, nur auf Beute und Zerst\u00f6rung aus ist. Als Cort\u00e9z und der Aztekenf\u00fcrst Montezuma aufeinandertreffen, bietet der Spanier ihm an, sich damit zu retten, da\u00df er sich in Gold aufwiegen l\u00e4\u00dft. Montezuma nimmt das Angebot an. Nachdem die Spanier aus seinem brennenden Palast verschwunden sind, opfert Montezuma den zur\u00fcckgelassenen kranken M\u00f6nch Damiano der Sonne. Dem Wahnsinn verfallen, erreichen den Aztekenf\u00fcrst die Nachrichten von den Massakern an seinem Volk nicht mehr. Am Schlu\u00df treffen die Figuren in der Unterwelt, ihrer Identit\u00e4t beraubt, noch einmal aufeinander. Ein Chor aus Schatten singt davon, da\u00df die Bestimmung aller Menschen nur das Verschwinden sein kann.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Das spartanische B\u00fchnenbild der Urauff\u00fchrungsproduktion bleibt in beinahe s\u00e4mtlichen Szenen dasselbe: In der Mitte des weitgehend leeren und unverkleideten Guckkastens befindet sich ein viereckiges flaches Wasserbecken. In dessen Mitte wiederum ruht eine Dreiecksplattform, die Montezuma als eine Art Thronbereich dient. \u00dcber der Plattform hebt und senkt sich ein gl\u00e4nzender Tunnel aus Jalousien. Sp\u00e4ter schwebt der Tunnel, nach drei Seiten hin aufgesprengt, bewegungslos \u00fcber der B\u00fchne. In der Unterwelt ist das Wasserbecken dann nach unten abgesenkt. Gelegentliche Videoprojektionen begleiten das Geschehen. Zu Beginn und am Ende sind auf einer wei\u00dfen Leinwand Schatten und von Dunkel umgebene Gesichter zu sehen. W\u00e4hrend die Spanier allesamt graue Anz\u00fcge tragen, sind die Azteken mit bunten Gew\u00e4ndern bekleidet. Montezuma hat eine goldene R\u00fcstung an, die er w\u00e4hrend des Aufeinandertreffens mit Cort\u00e9z St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zerpfl\u00fcckt und ihm entgegen wirft.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Bernhard Langs bunte Musik speist sich aus den unterschiedlichsten Quellen. So vereint sie sowohl Wagnerzitate als auch Jazz und Ger\u00e4usche. Das souver\u00e4n agierende <strong>Orchester des Nationaltheater Mannheim<\/strong> unter <strong>Walter Nu\u00dfbaums<\/strong> Leitung wird sowohl um eine Jazz-Combo als auch um Schlagwerk und Plattenspieler erweitert. Um eine ausgewogenen Balance zwischen allen Beteiligten zu gew\u00e4hrleisten, wurde das Gesangsensemble elektronisch leicht verst\u00e4rkt.<br \/>\nDen hervorragenden Leistungen von <strong>Cornelia Ptassek<\/strong> (Malintzin)<strong>, Katrin Wagner<\/strong>(Tlaloc\/Malintzins Schatten)<strong>, Daniel Gloger <\/strong>(Montezuma)<strong>, Tim Severloh<\/strong>(Damiano\/Montezumas Schatten)<strong>, Ekkehard Abele <\/strong>(Cort\u00e9z), und<strong> Martin Busen <\/strong>(Pinotzin\/Cort\u00e9z Schatten)<strong> <\/strong>tut das aber keinen Abbruch. Besonders die schier halsbrecherische Countertenorpartie des Montezuma und die f\u00fcr einen Ba\u00dfbariton geschriebene Partie des Cort\u00e9z werden imponierend wiedergegeben. Katrin Wagner und Cornelia Ptassek scheinen die vielen Intervallspr\u00fcnge und sonstigen Schwierigkeiten der Musik keine M\u00fche zu bereiten. Sonore Pr\u00e4senz zeichnet den <strong>Chor des Nationaltheater Mannheim<\/strong> vor allem in den tiefen Lagen aus. Insgesamt bringen die Beteiligten die repetitiven Strukturen der Musik wunderbar zur Entfaltung, auch wenn die zahlreichen Wiederholungen sogenannter Samples (kurze Musikausschnitte) besonders im letzten Drittel der rund 150 Minuten dauernden Auff\u00fchrung ihre anfangs hypnotische Wirkung einzub\u00fc\u00dfen beginnen. <strong><br \/>\nFazit<br \/>\n<\/strong>Langs kompositorischer Ansatz, S\u00e4nger und Orchester wie eine gro\u00dfe Wiederholungsmaschine zu behandeln, die Ausschnitte aus dem Archiv der Musikgeschichte kombiniert, ist in dieser Form originell und zeitgem\u00e4\u00df. Dennoch ist diese Auff\u00fchrung sicherlich nicht jedermanns Sache, weil die Produktion deutlich auf Irritation angelegt ist und sowohl Offenheit als auch viel Geduld seitens des Zuh\u00f6rers erfordert.<\/p>\n<p>Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Christian Kleiner<br \/>\nDas Bild zeigt: \u00a0Cornelia Ptassek (Malintzin), Martin Busen (Pinotzin\/Cort\u00e9z Schatten) und Statisterie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Bernhard Lang (* 1957), Musiktheater f\u00fcr 6 Stimmen, Chor, Jazz-Combo, Turntables, Ensemble und Zuspiel, Libretto nach dem gleichnamigen Text von Christian Loidl, erg\u00e4nzt, kompiliert und erweitert von Peter Leisch Regie: Peter Missotten, B\u00fchne: Peter Missotten, Kost\u00fcme: Peter Missotten, Licht:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1506\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29,1],"tags":[],"class_list":["post-1506","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mannheim-nationaltheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1506"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1506\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1510,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1506\/revisions\/1510"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}