{"id":1502,"date":"2010-03-24T10:46:23","date_gmt":"2010-03-24T09:46:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1502"},"modified":"2010-04-03T12:17:03","modified_gmt":"2010-04-03T11:17:03","slug":"il-barbiere-di-siviglia-bremen-theater-am-goetheplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1502","title":{"rendered":"IL BARBIERE DI SIVIGLIA &#8211; Bremen, Theater am Goetheplatz"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), komische Oper in 2 Akten, Dichtung von Cesare Sterbini nach der Kom\u00f6die von P. A. Caron de Beaumarchais, UA: 20.Februar 1816, Rom, Teatro Argentina<br \/>\nRegie: Michael Hampe, B\u00fchne: Christian K\u00f6pper\/Andreas Hornburg, Ausstattung: Monika Gora (nach Entw\u00fcrfen von Mauro Pagano), Kost\u00fcme: Claudia Hartmann, Dramaturgie: Hans-Georg Wegner, Licht: Christian Kemmetm\u00fcller<br \/>\nDirigent: Daniel Montan\u00e9, Bremer Philharmoniker, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<br \/>\nSolisten: Leonardo Ferrando (Graf Almaviva), Thomas M\u00f6wes (Bartolo), Nadja Stefanoff (Rosina), Alberto Albarr\u00e1n (Barbier), Kurt Rydl (Don Basilio), Agnes Selma Weiland (Berta), Daniel Ratchev (Offizier), Loren Lang (Fiorillo), G\u00fcnter Schulz (Ambrosio), Bernd Tacke (Notar)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 20. M\u00e4rz 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Bremen-Barbier.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1503\" title=\"Bremen-Barbier\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Bremen-Barbier.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"210\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Bremen-Barbier.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/Bremen-Barbier-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Bartolo will sein M\u00fcndel Rosina, die er in seinem Haus in Sevilla streng bewacht, heiraten. Doch diese liebt den Grafen Almaviva. Beide versuchen zusammenzufinden. Damit es zu einem gl\u00fccklichen Ende kommt, unterst\u00fctzt Figaro oder der Barbier von Sevilla \u2013 eigentliche Hauptperson und h\u00f6chst einfallsreicher Vermittler jeglicher Gesch\u00e4fte \u2013 das Liebespaar mit List und T\u00fccke, guten Ratschl\u00e4gen und vor allem mit Bestechungen, die jedoch \u00fcber kurz oder lang von seinem Gegenspieler Bartolo und Basilio (Rosinas Musiklehrer) aufgedeckt oder abgewendet werden. Selbst ein gut geplanter Fluchtversuch der beiden Liebenden scheitert. Letztlich arrangiert Figaro die Eheschlie\u00dfung der beiden mit einem Notar, der eigentlich f\u00fcr Bartolo und Rosina vorgesehen war.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Die vor 20 Jahren entstandene, in gedeckten Farben gehaltene Inszenierung von Michael Hampe wird in einem einfachen B\u00fchnenbild umgesetzt. Im ersten Akt wird vor der Hausfassade gespielt. Durch die nach hinten geschobene Fensterfront im zweiten Akt wandert der Blick des Zuschauers in den Wohnbereich. Dort intensiviert sich das literarische Gewebe der Kom\u00f6die um Intrigen und Geld in Gestalt von dem aus der alten Dienerrolle zum Unternehmer avancierenden Barbier, der durch nichts einzusch\u00fcchtern ist. Die Szenen wechseln schnell, die Handlung baut sich z\u00fcgig auf, auch die Bewegungen der Protagonisten sind mit wenigen Ausnahmen auf Tempo ausgerichtet. Die Kost\u00fcme sind im Stil des 18. Jahrhunderts gehalten. Eine die Tageszeiten wirkungsvoll wiedergebende Lichtpr\u00e4sentation bestimmt diese Auff\u00fchrung, die den Abschlu\u00df in einer Reihe von Rossini-Operninszenierungen am Bremer Haus bildet.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong><strong>Daniel Montan\u00e9<\/strong> und die Bremer Philharmoniker beeindrucken besonders mit der Ouvert\u00fcre, Tarmo Vaask mit dem gut einstudierten M\u00e4nnerchor, eindrucksvoll auch die Gewitterdarstellung mit Sturm und Regen durch entsprechende instrumentale und lichtgebende Effekte. Der kurzfristig eingesprungene\u00a0 <strong>Alberto Albarr\u00e1n <\/strong>bem\u00fcht sich nach Kr\u00e4ften stimmlich und schauspielerisch um die Darstellung der vielschichtigen Komik der Rolle des Barbiers, durch die diese Opera buffa an Fahrt gewinnt. <strong>Leonardo Ferrando<\/strong> (Almaviva) ist mit seiner ausdrucksstarken Tenorstimme sowie seiner \u00e4u\u00dferen Attraktivit\u00e4t ein w\u00fcnschenswerter Liebhaber f\u00fcr Rosina. <strong>Thomas M\u00f6wes<\/strong> wirkt als Doktor der Medizin (Bartolo) doch ein wenig zu herzkrank und als Ba\u00df zu schwach, um eine ernstzunehmende Konkurrenz f\u00fcr Almaviva um die Gunst von Rosina zu verk\u00f6rpern. <strong>Kurt Rydl<\/strong> (Basilio) singt mit starkem Tremolo und poltert schirmschwenkend \u00fcber die B\u00fchne. <strong>Nadja Stefanoff <\/strong>gibt ihrer Rolle als verliebte Rosina Glanz und bew\u00e4ltigt \u2013 selbst in hohen Lagen sauber intonierend \u2013 mit ihrem klaren Sopran alle koloraturreichen Passagen mit Bravour. Trotz ihrer kurzen Auftritte schafft <strong>Agnes Selma Weilands<\/strong> (Berta) hohe B\u00fchnenpr\u00e4senz und ihrer Arie einen \u00fcberraschenden H\u00f6hepunkt. So gewinnt sie am Ende nicht nur den frustrierten Bartolo, sondern das gesamte Publikum f\u00fcr sich.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Wohltuend ist die eher zur\u00fcckhaltende Inszenierung Michael Hampes, da sie einmal nicht in die sonst so beliebten Ausuferungen des deutschen Regietheaters abgleitet. Doch Alberto Albarr\u00e1n konnte mit seinen schauspielerischen M\u00f6glichkeiten die Figur des Barbier, von dem die kom\u00f6diantischen Z\u00fcge der Oper wesentlich bestimmt werden, nicht so recht zum Leben erwecken. Auch Thomas M\u00f6wes war f\u00fcr die schlitzohrige Rolle des Doktor Bartolo zu grob. So blieb die Auff\u00fchrung verhalten, ihr fehlte der die Oper sonst charakterisierende Charme und Witz. So gefielen zwar die Ensemble-Szenen vor allem am Ende des ersten Aktes, doch insgesamt lie\u00dfen sich die S\u00e4nger nicht von den sonst Heiterkeit verbreitenden und musikalisch z\u00fcndenden Ideen Rossinis befeuern. Das Premierenpublikum war nachsichtig und klatschte zufrieden.<\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Fotos: J\u00f6rg Landsberg<br \/>\nDas Bild zeigt: Almaviva als betrunkener Offizier im Hause Bartolo<br \/>\nRechts neben Leonardo Ferrando (Graf Almaviva) steht Alberto Albarran (Figaro), li. von Almaviva stehen Thomas M\u00f6wes (Bartolo) mit Kurt Rydl (Don Basilio)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), komische Oper in 2 Akten, Dichtung von Cesare Sterbini nach der Kom\u00f6die von P. A. 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