{"id":1447,"date":"2010-03-28T22:40:08","date_gmt":"2010-03-28T21:40:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1447"},"modified":"2010-03-28T22:50:45","modified_gmt":"2010-03-28T21:50:45","slug":"le-nozze-di-figaro-stockholm-konigliche-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1447","title":{"rendered":"LE NOZZE DI FIGARO &#8211; Stockholm, K\u00f6nigliche Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Opera buffa in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach P.A. Caron de Beaumarchais\u2019 <em>Le mariage de Figaro<\/em>, UA: 1786, \u00a0Wien<br \/>\nRegie\/B\u00fchne: Ole Anders Tandberg, Kost\u00fcm: Maria Geber, Licht: Ellen Ruge, Choreographie: Anna Koch, Dramaturgie: Stefan Johansson<br \/>\nDirigent: Stefan Klingele, K\u00f6nigliche Hofkapelle, Chor der K\u00f6niglichen Oper, Einstudierung: Folke Alin und Christina H\u00f6rnell<br \/>\nSolisten: Ola Eliasson (Graf Almaviva), Maria Fontosh (Gr\u00e4fin Almaviva), Elin Rombo (Susanna), Johan Edholm (Figaro), Katija Dragojevic (Cherubino), Marianne Ekl\u00f6f (Marcellina), Lennart Fors\u00e9n (Doktor Bartolo), Anton Ljungqvist (Antonio) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 27. M\u00e4rz 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Stockholm-Figaro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1448\" title=\"Stockholm-Figaro\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Stockholm-Figaro.jpg\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Stockholm-Figaro.jpg 232w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Stockholm-Figaro-198x300.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><\/a>Der Graf Almaviva stellt Susanna, der Verlobten seines Dieners Figaro, nach. Figaro droht au\u00dferdem eine Zwangsheirat mit der wesentlich \u00e4lteren Marcellina, wenn er ihr nicht seine Schulden zur\u00fcckzahlt. Als Figaro und Susanna Hochzeit halten wollen, \u00fcberschlagen sich die Ereignisse. Doch alles nimmt ein gl\u00fcckliches Ende, als sich herausstellt, da\u00df Marcellina die leibliche Mutter Figaros ist und als es der Gr\u00e4fin Almaviva gelingt, ihren l\u00fcsternen Gatten derart vorzuf\u00fchren und zu besch\u00e4men, da\u00df er Besserung gelobt und von Susanna abl\u00e4\u00dft.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Der erste Akt spielt in einem Korridor, der dritte und vierte in einem winterlich verschneiten Park. Die Kost\u00fcme und das B\u00fchnenbild siedeln die Handlung in der Gegenwart an. Die Akteure werden im Einklang mit der Handlung der Oper gef\u00fchrt, d.h. man bekommt alle die vom Text geforderten szenischen Aktionen zu sehen \u2013 und noch einige dazu. Die Personenregie ist beweglich und pointiert, das Tempo der Darsteller orientiert sich an der Musik. Durch zus\u00e4tzlich angebrachte Scheinwerfer am vorderen B\u00fchnenrand sind mehr Wechsel der Beleuchtung m\u00f6glich als sonst in diesem Hause.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Mit wenigen Ausnahmen waren die s\u00e4ngerischen Leistungen dieses Abends tadellos. Die Titelrolle der Oper ist mit <strong>Johan Edholm<\/strong> gl\u00e4nzend besetzt. Deutlich in der Aussprache und der Phrasierung und mit erkennbarer Lust an der Darstellung lieferte er eine in jeder Hinsicht gelungene Interpretation seiner Partie ab. Das gleiche ist von <strong>Elin Rombo<\/strong> als Susanna zu sagen. Beeindruckend war die Verk\u00f6rperung der Hosenrolle des Cherubino durch <strong>Katija Dragojevic<\/strong>. Zum einen verf\u00fcgt sie \u00fcber eine jugendlich schlanke und bewegliche Stimme, zum anderen war ihre K\u00f6rpersprache verbl\u00fcffend maskulin. <strong>Marianne Ekl\u00f6f <\/strong>gab darstellerisch wie stimmlich eine hervorragende Marcellina ab, die wie die \u00fcbrigen S\u00e4nger vor allem dynamisch mit dem Orchester harmonierte. Mit Einschr\u00e4nkungen gilt das auch f\u00fcr <strong>Maria Fontosh<\/strong> (Gr\u00e4fin Almaviva), deren Stimme an Beweglichkeit, Nuancierungsf\u00e4higkeit und F\u00fclle nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig l\u00e4\u00dft. Bemerkenswert dicht ist ihr Legato, sicher ihre Koloraturtechnik, doch \u00fcbertrieb sie es hin und wieder ein wenig mit der Lautst\u00e4rke. <strong>Ola Eliasson<\/strong> (Graf Almaviva) machte vor allem schauspielerisch eine gute Figur und mit Ausnahmen auch stimmlich, weil seine Akzente punktuell etwas zu gewaltsam daherkamen. \u00c4u\u00dferst erheiternd waren die Auftritte von <strong>Anton Ljungqvist<\/strong> als Antonio, der mit seiner enormen K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und seinem tiefschwarzen Ba\u00df im besten Sinne des Wortes buffonesk agierte. Stimmlich zu kraftlos war hingegen <strong>Lennart Fors\u00e9n<\/strong> als Dr. Bartolo.<br \/>\nDas Dirigat von <strong>Stefan Klingele<\/strong>, der auch am Hammerklavier virtuos die Rezitative begleitete, war differenziert und auf einen transparenten Klang angelegt. Nur bei zwei Aktschl\u00fcssen nahm er die Tempi ein wenig zu schnell, n\u00e4mlich bei Figaros <em>Non pi\u00f9 andrai \u2013 Niemals wirst du wieder gehen am Ende des ersten und bei dem Gente, gente! all\u2019armi, all\u2019armi! \u2013 M\u00e4nner! Zu den Waffen! <\/em>des Grafen am Ende des vierten Aktes. Auch h\u00e4tte der Einsatz bei der Ouvert\u00fcre pr\u00e4ziser gegeben werden m\u00fcssen. Schlie\u00dflich h\u00e4tte Cherubinos <em>Non so pi\u00f9 cosa son \u2013 Ich wei\u00df nicht, was ich bin<\/em> im ersten Akt vom Tempo her ein wenig elastischer sein k\u00f6nnen. Abgesehen davon gab es jedoch nichts an der Leistung des Orchesters auszusetzen. Die Phrasierung war sauber, die dynamische und vor allem rhythmische Koordination mit den Solisten musterg\u00fcltig. Ein wenig indifferent blieben in dieser Hinsicht die Choristen.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Bis auf ganz wenige vielleicht allzu zotige Anspielungen findet die Personenregie das richtige Ma\u00df zwischen Modernisierung und Tradition und vor allem das richtige Tempo f\u00fcr die Aktionen. Man sieht und h\u00f6rt, da\u00df man in Stockholm \u00fcber viel Erfahrung verf\u00fcgt, was das klassische Repertoire des 18. Jahrhunderts angeht. In musikalischer Hinsicht wahrt man historische Treue und kann ein insgesamt gesehen hervorragendes S\u00e4ngerensemble aufbieten. Der neue Stockholmer <em>Figaro <\/em>ist erfrischend und kurzweilig geraten.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Carl Thorborg<br \/>\nDas Bild zeigt: Johan Edholm (Figaro) und Elin Rombo (Susanna)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Opera buffa in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach P.A. 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