{"id":144,"date":"2007-12-30T12:53:20","date_gmt":"2007-12-30T10:53:20","guid":{"rendered":"http:\/\/operapoint.com\/blog\/?p=144"},"modified":"2008-02-18T20:10:10","modified_gmt":"2008-02-18T18:10:10","slug":"london-covent-garden-royal-opera-house-%e2%80%93-la-cenerentola","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=144","title":{"rendered":"London Covent Garden &#8211; Royal Opera House \u2013 LA CENERENTOLA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini, Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto von Jacopo Ferretti. UA: 25. Januar 1817, Rom<br \/>\nRegie: Moshe Leiser\/Patrice Caurier, B\u00fchnenbild: Christian Fenouillat, Kost\u00fcme: Agostino Cavalca<br \/>\nDirigent: Evelino Pid\u00f2, Orchester, Chor: Royal Opera House, Choreinstudierung: Renato Belsadonna<br \/>\nSolisten: Magdalena Ko\u017een\u00e1 (Angelina), Toby Spence (Ramiro), St\u00e9phane Degout (Dandini), Lorenzo Regazzo (Alidoro), Alessandro Corbelli (Don Magnifico), Elena Xanthoudakis (Clorinda), Leah-Marian Jones (Tisbe), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 17. Dezember 2007, Wiederaufnahme 17.12.2007 (Premiere: 16.12.2000)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<img ALIGN=\"right\" TITLE=\"La Cenerentola\" ALT=\"La Cenerentola\" SRC=\"http:\/\/operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/12\/Cenerentola-London.jpg\" \/>Ferrettis Libretto setzt das bekannte Aschenputtel-M\u00e4rchen in den Haushalt Don Magnificos, eines verarmten Barons. Dieser lebt zusammen mit seinen eingebildeten T\u00f6chtern Clorinda und Tisbe und tr\u00e4umt vom k\u00fcnftigen Reichtum durch deren f\u00fcrstliche Verheiratung. Seine Stieftochter Angelina (Cenerentola) ist das Dienstm\u00e4dchen f\u00fcr alle.<br \/>\nUm einen Erben zu bekommen, mu\u00df sich Prinz Ramiro verheiraten. Er will aber eine Frau, die er achten und lieben kann. Daher tritt sein Kammerdiener Dandini in den kostbaren Kleidern des Prinz Ramiro zur Brautschau an. Au\u00dferdem schickt er den als Bettler verkleideten Alidoro vor, um Don Magnificos T\u00f6chter auszukundschaften. Der \u201ePrinz\u201c Dandini wird sofort nach Erscheinen von Tisbe und Clorinda heftig umworben. Sein \u201eKammerdiener\u201c Don Ramiro ist allerdings fasziniert von der abseits am Kamin stehenden Angelina. Don Magnifico und seine T\u00f6chter werden ins Schlo\u00df eingeladen, nicht aber Angelina. Doch Alidoro bringt sie heimlich zum Schlo\u00df.<br \/>\nAuf dem Scho\u00df trinkt sich Don Magnifico durch 30 Weinsorten und erwirbt so die \u201eEhre eines f\u00fcrstlichen Kellermeisters\u201c. Beim offiziellen Ball kann sich Dandini vor der Aufdringlichkeit von Tisbe und Clorinda kaum retten. Da erscheint pl\u00f6tzlich Angelina und verwirrt alle durch ihre \u00c4hnlichkeit mit Aschenputtel (Cenerentola). Im Sturm erobert sie sich Don Ramiros Herz. Beim Verlassen des Balls \u00fcbergibt sie Ramiro ihren Armreif. Nun ist er auf der Suche nach seiner Angebeteten. Durch Zufall betritt Ramiro das Haus Don Magnificos und findet Angelina, die er am Armreif erkennt. Ohne Z\u00f6gern nimmt er sie zur Verlobten, sehr zum Entsetzen Don Magnificos und seiner T\u00f6chter. Trotz ihres vorrausgegangenen Kummers verzeiht Angelina ihrer Familie.<br \/>\n<strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie derzeit immer wieder auf den B\u00fchnen anzutreffende 50er-Jahre-Mode findet sich in der Leiser\/Caurier-Koproduktion erneut im Royal Opera House.<br \/>\nDas eher n\u00fcchterne B\u00fchnenbild von <strong>Christian Fenouillat<\/strong> stand in starkem Kontrast zu den \u00fcppig-farbenfrohen Kost\u00fcmen <strong>Agostino Cavalcas<\/strong>. Die Inszenierung gl\u00e4nzte mit guten Einf\u00e4llen, wirkte aber insgesamt \u00fcberladen und deplaziert. In seinem Kost\u00fcm sah der Prinz aus als w\u00fcrde er geradewegs aus den Bahamas kommen. Er wird vom Blitzlichtgewitter der New Yorker Trenchcoatfotografen begr\u00fc\u00dft, um im verblichenen Glanz von Magnificos Bl\u00fcmchentapetenpalast von seinen T\u00f6chtern in ihren knallgelben und orangenen Kleidern verehrt zu werden. Alidoro in Frack mit bunter Sch\u00e4rpe und Engelsfl\u00fcgeln entf\u00fchrt Angelina in einem himmelblauen vierziger Jahre Bentley Automobil zum Ball. Die Interpretation der Angelina als staksige und \u00e4ngstliche Verliererin erschien mir etwas deplaziert in diesem realistischen M\u00e4rchen und widerspricht der eigentlichen Botschaft von Ferretti\/Rossini.<\/p>\n<p>Nicht immer wurde die eigentlich recht bekannte S\u00e4ngerschar den filigran ausgearbeiteten Linien Rossinis wirklich gerecht. Der beim britischen Publikum recht beliebte <strong>Alessandro Corbelli<\/strong> (Don Magnifico) entt\u00e4uschte durch h\u00e4ufige f\u00fcr ihn untypische Koloraturverschleifung \u2013 ein Beleg daf\u00fcr, da\u00df Effizienzeinsparungen nicht immer funktionieren. Sein Gesang wirkte abgelenkt, vielleicht durch eine krampfhaft komische Ausarbeitung seiner Rolle, die den eigentlich v\u00f6llig ausreichenden Witz des Librettos eher vergr\u00f6berte.<br \/>\n<strong>Magdalena Ko\u017een\u00e1<\/strong> war jedoch durch ihren wundersch\u00f6n klaren Mezzosopran beeindruckend. Ihr Gegenpart <strong>Toby Spence<\/strong> (Don Ramiro) verbl\u00fcffte durch seinen hellen Tenor. Ein \u00fcberzeugender<strong> St\u00e9phane Degout<\/strong> (Dandini) strahlte mit Klarheit und meisterhaft gesungenen halsbrecherischen Koloraturen, die ihm trotz vorheriger Ank\u00fcndigung einer Unp\u00e4\u00dflichkeit nicht den Hals zu brechen schienen. Im Duett (oder Duell) un segreto d\u2019importanza mit Alessandro Corbelli (Don Magnifico) ging er als der klare Gewinner hervor. <strong>Evelino Pid\u00f2<\/strong> dirigierte ein geschmeidig spielendes Orchester, eindrucksvoll erg\u00e4nzt durch die fabelhaften Ch\u00f6re.<br \/>\nInsgesamt ein gesanglich recht gemischter und \u2013 bez\u00fcglich der Interpretation \u2013 glanzloser Abend.<\/p>\n<p>Dr. Dominik Zenner\t\t\t\t\t\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Bild: Johan Persson<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini, Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto von Jacopo Ferretti. UA: 25. 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