{"id":1405,"date":"2010-03-23T09:09:36","date_gmt":"2010-03-23T08:09:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1405"},"modified":"2010-03-28T09:18:11","modified_gmt":"2010-03-28T08:18:11","slug":"falstaff-halle-oper-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1405","title":{"rendered":"FALSTAFF &#8211; Halle, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi, Text: Arrigo Boito, UA: 9. Februar 1893, Mailand<br \/>\nRegie: Helmut Polixa, B\u00fchne: Stefan Rieckhoff, Kost\u00fcme: Gabriele Kortmann<br \/>\nDirigent: Karl-Heinz Steffens, Staatskapelle, Chor und Chor der Stadt Halle, Choreinstudierung: Jens Petereit und Sabine Bauer<br \/>\nSolisten: Marco Chingari (Falstaff), Michael Bachtadze (Ford), Nicholas Sales (Fenton), Mojtek Alicca (Dr. Cajus), Bj\u00f6rn Christian Kuhn (Bardolfo), Ki-Hyun Park (Pistola), Romelia Lichtenstein (Alice Ford), Sophie Klu\u00dfmann (Nannetta), Ulrike Schneider (Meg Page), M\u00e1ria Petrasovsk\u00e1 (Mrs. Quickley)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 20. M\u00e4rz 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Halle-Falstaff.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1406\" title=\"Halle-Falstaff\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Halle-Falstaff.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"226\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Halle-Falstaff.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Halle-Falstaff-300x193.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Falstaff ist ein \u00e4ltlicher Ritter und\u00a0 von stattlicher Figur. Da er seine besten Zeiten hinter sich hat, scheitern seine Bem\u00fchungen, die beiden Damen Alice Ford und Meg Page um ihr Verm\u00f6gen und\u00a0 ihre Ehem\u00e4nner zu bringen auf am\u00fcsante Art und Weise. Ford, Alice\u2019 Gemahl, m\u00f6chte seine Tochter Nannetta mit Dr. Cajus verheiraten, welche aber Fenton liebt. Schlie\u00dflich ergreifen die Frauen die Initiative und durchkreuzen die Machenschaften der M\u00e4nner.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Das gesamte Geschehen fand auf einer Drehb\u00fchne statt, auf der ein roter W\u00fcrfel mit T\u00fcren stand. Das war die Universalkulisse, die nur durch Requisiten erg\u00e4nzt wurde, sofern es das Drehbuch verlangte: So im zweiten Akt als die Handlung einen W\u00e4schekorb und einen Paravent vorschrieb. Zus\u00e4tzlich zu diesen notwendigen Requisiten wurden noch wenige symbolische genutzt. Zum einen wurde eine Attrappe eines Hei\u00dfluftballons immer dann heruntergelassen, wenn Nannetta und Fenton aus der Situation fl\u00fcchteten und ihre Liebe auslebten, und zum anderen ein roter Hirsch, welcher dann auf die B\u00fchne kam, wenn eine Person \u201egeh\u00f6rnt\u201c wurde. So im zweiten Bild des ersten Aktes, als Falstaff Ford erz\u00e4hlt, da\u00df er gleich Alice treffen und erobern wird und im dritten Akt, als die gesamte M\u00e4nnerriege von den Frauen an der Nase herum gef\u00fchrt wurde.<br \/>\nDie Kost\u00fcme orientierten sich an modernen wie historischen Moden. Die Frauen mit aufwendig geschnittenen Kleidern in Pastellfarben bekleidet, die M\u00e4nner hingegen waren nicht so einheitlich kost\u00fcmiert. Falstaff sah aus wie ein heruntergewirtschafteter Edelmann des sp\u00e4ten Mittelalters, Ford wirkte in seinem gl\u00e4nzend grauen Anzug mit r\u00fcschenbesetzem Kragen wie ein neuzeitlicher Modedesigner. Bardolfo und Pistola waren sehr zerlumpt und Doktor Cajus in einem gr\u00fcnen Anzug aus feinstem Samt gekleidet, wohingegen Fenton mit seiner braunen Lederjacke wie eine James Dean-Adaption aussah.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong><strong>Marco Chingari <\/strong>(Falstaff) bot eine herausragende Vorstellung. Er \u00fcberzeugte sowohl mit seiner wundervoll sonoren Stimme als auch mit einer fabelhaften darstellerischen Leistung. Er mimte den abgehalfterten Lebemann mit dem Respekt einfl\u00f6\u00dfenden Bauch \u2013 wobei hier von der Requisite nachgeholfen werden mu\u00dfte \u2013 sehr charmant und mit effektvollem Witz. Eine ebenfalls sehr gute Leistung war von <strong>Michael Bachtadze<\/strong> (Ford) zu erleben. Er spielte den scheinbar Geh\u00f6rnten mit reichlich Humor und seine Partien waren kr\u00e4ftig und pr\u00e4zise. <strong>Romelia Lichtenstein <\/strong>(Alice) lieferte wieder mal eine ausgezeichnete Gesangsdarbietung ab, lediglich ihr Spiel wirkte etwas h\u00f6lzern, wobei ihr trotzdem ein paar humoristische Einlagen gelangen. Wie Wirbelwinde sausten <strong>Ki-Hyun Park<\/strong> (Pistola) und <strong>Bj\u00f6rn Christian Kuhn<\/strong> (Bardolfo) \u00fcber die B\u00fchne. Doch leider wirkte <strong>Kuhn<\/strong> etwas matt und kraftlos bei seinen Partien, w\u00e4hrend <strong>Park<\/strong> \u00e4u\u00dferst kraftvoll sang. Verliebt, schwelgerisch und \u00fcberm\u00fctig spielten <strong>Nicholas Sales<\/strong> (Fenton) und <strong>Sophie Klu\u00dfmann<\/strong> (Nannetta) ihre Rollen. Bei <strong>Mari\u00e1 Petrasov\u00e1<\/strong> (Mrs. Quickley) kam das Gef\u00fchl auf, da\u00df sie ihre Partie stets zu getragen vortrug, wodurch ihr Gesang wie langgezogener Kaugummi erschien. Sie spielte etwas statisch im Gegensatz zu dem gut aufgelegten Rest des Ensembles. Wenig Gelegenheit f\u00fcr Glanzleistungen hatte <strong>Ulrike Schneider <\/strong>(Meg Page), kam aber nicht \u00fcber eine durchschnittliche darstellerische Leistung hinaus, wobei ihre Gesangskunst keinen Makel aufwies.<br \/>\n<strong>Karl-Heinz Steffens<\/strong> leitete die <strong>Staatskapelle Halle<\/strong> souver\u00e4n, lediglich vereinzelte Stellen \u2013 besonders bei der Schlu\u00dffuge im 3. Akt \u2013 waren etwas zu laut und \u00fcbert\u00f6nten die Solisten. Sonst war die Interaktion zwischen Orchester und Ensemble sehr gut. Der Choreinstudierung unter <strong>Jens Petereit<\/strong> kann man ein weiteres Mal eine erstklassige Arbeit attestieren. Die Chorpassagen waren tadellos und betteten sich pa\u00dfgenau in die Szenerie ein.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Dieser Abend kann als sehr gelungen bezeichnet werden. Allein die unglaubliche B\u00fchnenpr\u00e4senz von <strong>Marco<\/strong> <strong>Chingari<\/strong> erweckte das St\u00fcck zum Leben und das motivierte Ensemble versuchte es <strong>Chingari<\/strong> gleich zu tun. So war dieses St\u00fcck das, was es sein sollte: komisch. Zwar gab es einige irritierende Ideen seitens der Regie, wie z. B. der oben beschriebene Hei\u00dfluftballon, der insgesamt dreimal f\u00fcr je zehn Sekunden heruntergelassen wurde und dadurch etwas deplaziert wirkte, doch wurde auf eine charmante und lockere Atmosph\u00e4re Wert gelegt.<\/p>\n<p>Tom Zackl<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<br \/>\nDas Bild zeigt: Ulrike Schneider (Meg Page), \u00a0Sophie Klu\u00dfmann (Nannetta), \u00a0M\u00e0ria Petra\u0161ovsk\u00e1 (Mrs. Quickley), Romelia Lichtenstein (Alice Ford)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi, Text: Arrigo Boito, UA: 9. 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