{"id":139,"date":"2007-12-10T00:13:01","date_gmt":"2007-12-09T22:13:01","guid":{"rendered":"http:\/\/operapoint.com\/blog\/?p=139"},"modified":"2008-02-18T20:11:29","modified_gmt":"2008-02-18T18:11:29","slug":"oper-koln-l%e2%80%99italiana-in-algeri","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=139","title":{"rendered":"Oper K\u00f6ln &#8211; L\u2019ITALIANA IN ALGERI"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioacchino Rossini (1792-1868), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Angelo Anelli<br \/>\nUA: 22. Mai 1813, Venedig, Teatro San Benedetto<br \/>\nDirigent: Enrico Delamboye, Orchester: G\u00fcrzenich Orchester in K\u00f6ln, Chor: Herrenchor der Oper K\u00f6ln(Irina Bekowski)<br \/>\nSolisten: Reinhard Dorn (Mustaf\u00e0), Katharina Leyhe (Elvira), Adriana Bastidas Gamboa (Zulma), Shannon Chad Foley (Haly), Juan Diego Fl\u00f3rez (Lindoro) Viola Zimmermann (Isabella), Johannes Beck (Taddeo)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 7. Dezember 2007 (Premiere 17. November 2007)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<img ALIGN=\"right\" TITLE=\"Italienerin in Agier\" ALT=\"Italienerin in Agier\" SRC=\"http:\/\/operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/12\/Italienerin.jpg\" \/>Mustaf\u00e0 will eine neue Frau. Elvira, seine Frau, langweilt ihn entsetzlich. Da kommt die Beute eines italienischen Schiffs mit der reizenden Signorina Isabella ihm gerade recht. Aber der Italiener Lindoro, ebenfalls durch Schiffs\u00fcberfall in Gefangenschaft geraten, ist nicht erbaut davon, da\u00df seine Geliebte sich scheinbar dem unbeschr\u00e4nkten Herrscher andient. Doch Isabella wei\u00df, den l\u00fcsternen Mustaf\u00e0 sich vom Hals zu halten, ihn aber gleichzeitig vor Liebe irre zu machen. Mustaf\u00e0 allerdings will den quirligen Italiener mit Elvira verheiraten. F\u00fcr den Bey l\u00e4uft dabei alles schief: Isabelle flieht zusammen mit Lindoro und Taddeo, Isabellas tolpatschigem Verehrer. Der Auss\u00f6hnung mit seiner Frau kann Mustaf\u00e0 nun nicht mehr entgehen.<br \/>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\nDiese heitere Geschichte fa\u00dft man normalerweise als Liebesgeschichte von Isabella und Lindoro auf. Es ist aber eine Parodie auf die damals wie heute angebetete Primadonna (s. Anna Netrebko?): ein Tenor (Lindoro), ein Ba\u00df (Mustaf\u00e0) und ein Bariton (Taddeo) umschw\u00e4rmen eine selbstsichere Primadonna (Isabella). Dies hatte der Ironiker Rossini im Sinn. Dar\u00fcber hinaus ist das Ganze eine Persiflage auf die Opera seria im Gewande einer Opera buffa.<br \/>\n<strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIm vollbesetzten Haus erwarten alle mit Spannung <strong>Juan Diego Fl\u00f3rez<\/strong>. Sein Auftritt in der dritten Szene mit <em>Languir per una bella \u2013 sich nach einer Sch\u00f6nen sehnen<\/em> wird von einem sauber geblasenen Hornsolo eingeleitet. Im dritten Takt erscheint der h\u00fcbsche Peruaner, der Langersehnte. Einigen rutschen dabei die H\u00e4nde zum Begr\u00fc\u00dfungsapplaus aus, nicht gerade h\u00f6flich gegen\u00fcber dem Hornist mit seinem gerade gespielten Solo! Zum Gl\u00fcck gab\u2019s nur wenige Enthusiasten. Fl\u00f3rez\u2019 Aussprache ist deutlich, die Stimme fest, die Intonation sicher, obwohl er sich mit einigen Schleifern bei den h\u00f6heren T\u00f6nen stabilisiert. Nun, auch ein routinierter S\u00e4nger mu\u00df sich einsingen. Ansonsten war er \u00fcberragend und erfreute mit seiner lyrischen Stimme. Dennoch war auszumachen, da\u00df seine Stimme ihre fr\u00fchere faszinierende Schlankheit etwas eingeb\u00fc\u00dft hat. Fl\u00f3rez mu\u00df ja meist in sehr gro\u00dfen H\u00e4usern singen, z.B. in der New Yorker Met mit ihren 3000 Pl\u00e4tzen. Da mu\u00df die Stimme durchdringen. Auch die hohen Cs wurden leider mit Brustregister gesungen, etwas, was Rossini durchaus ablehnte. Aber dem sympathischen S\u00e4nger sollte man das nachsehen: sein schauspielerisches Agieren war im \u00fcbrigen eine Augenweide. Des \u00f6fteren mu\u00dfte er sich umziehen. Am besten stand ihm die Soldatenuniform.<br \/>\nEinem solchen Weltstar gegen\u00fcber hatten es die anderen Akteure schwer. Aber sie konnten in ihrem Part bestehen. Ganz schlecht fand ich allerdings die Aussprache aller. Man glaubt wohl, da man sich in Deutschland befindet, braucht es kein deutliches Italienisch? Aber, daraus resultiert eine schlechte Vokalisation. Das vergi\u00dft man allzu h\u00e4ufig.<strong> Reinhard Dorn<\/strong> als gro\u00dfer Bey Mustaf\u00e0 machte sich gut. Das Kom\u00f6diantentum ist ihm auf den Leib geschrieben. <strong>Johannes Beck<\/strong> (Taddeo) war genauso umwerfend in seiner kurzen Hose und seinem riesigen Turban. Stimmlich war er auf der H\u00f6he. <strong>Viola Zimmermann<\/strong> (Isabella) m\u00fchte sich redlich, ihre Belcantotechnik war allerdings nicht \u00fcberzeugend. Um die Primadonna als Mittelpunkt der Oper darzustellen, fehlte ihr leider doch einiges. Die Ensembles, vor allem der Schlu\u00df (die Stretta der Cabaletta) des ersten Akts, wurde mit dem Chor zusammen gut hingelegt. Gro\u00dfen Anteil daran und \u00fcberhaupt am ganzen Geschehen ist dem G\u00fcrzenich-Orchester zu verdanken, wobei der umsichtige Dirigent, <strong>Enrico Delamboye<\/strong>, manchen Gesangslapsus elegant ausglich.<br \/>\nNoch ein Wort zu B\u00fchne und Kost\u00fcmen: <strong>Jean-Pierre Ponnelle <\/strong>konnte mit seinem Einheitsb\u00fchnenbild doch die ganze orientalische Atmosph\u00e4re geschickt einfangen. <strong>Grischa Asagaroff<\/strong> hielt sich mit allem eng an die vorgegebene Vorlage des unvergessenen Ponnelle, der diese Inszenierung in Wien 1987 erstmals schuf.<br \/>\nDr. Olaf Zenner \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Bild: Klaus\u00a0Lef\u00e8vre<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioacchino Rossini (1792-1868), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Angelo Anelli UA: 22. 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