{"id":1383,"date":"2010-03-26T21:59:48","date_gmt":"2010-03-26T20:59:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1383"},"modified":"2010-03-28T10:14:31","modified_gmt":"2010-03-28T09:14:31","slug":"basel-theater-le-nozze-di-figaro-die-hochzeit-des-figaro","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1383","title":{"rendered":"LE NOZZE DI FIGARO (DIE HOCHZEIT DES FIGARO) &#8211; Basel, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Opera buffa in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais\u2019 Kom\u00f6die <em>La folle Journ\u00e9e, ou le Mariage de Figaro<br \/>\n<\/em>Regie: Elmar Goerden, B\u00fchn: Silvia Merlo, Ulf Stengl, Kost\u00fcme: Lydia Kirchleitner, \u00dcbertitelung: Claudia Christ, Dramaturgie: Brigitte Heusinger, Chorleitung: Henryk Polus, Dirigent: Mario Venzago, Sinfonieorchester Basel, Chor des Theater Basel<br \/>\nSolisten: Jacquelyn Wagner (Contessa di Almaviva), Eugene Chan (Conte de Almaviva), Eung Kwang Lee (Figaro), Maya Boog (Susanna), Franziska Gottwald (Cherubino), Rita Ahonen (Marcellina), Andrew Murphy (Bartolo), Jeanine de Bique (Barbarina), Karl-Heinz Brandt (Basilio), Martin Baumeister (Antonio), Carlos Osuna (Don Curzio), Franziska Gottwald\/Jeanine de Bique (Due Fanciulle\/Villanelle)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 25. M\u00e4rz 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Basel-Figaro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1384\" title=\"Basel-Figaro\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Basel-Figaro.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Basel-Figaro.jpg 233w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Basel-Figaro-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Figaro und Susanna, zwei Kammerdiener des Grafen Almaviva, wollen heute heiraten. Der Graf selbst hat jedoch ebenfalls ein Auge auf die Braut geworfen, und versucht mit allen Mitteln die Hochzeit des Paares zu vereiteln. Marcellina ihrerseits will Figaro ehelichen, da er seine Finanzschulden bei ihr nicht beglichen hat. Cherubino wiederum liebt die Gr\u00e4fin Almaviva. Nach etlichen Irrungen und Wirrungen, und vor allem dank der Unterst\u00fctzung der Gr\u00e4fin, gelingt es Figaro und Susanna, den F\u00fcrsten zu diffamieren. So kann die Heirat der beiden Verliebten schlie\u00dflich am Ende des Tages dennoch gl\u00fccklich gefeiert werden.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Auf der B\u00fchne ein Raum, der das Gef\u00fchl weckt, in ein Aquarium zu blicken: Wie auch f\u00fcr die Fische wird hier f\u00fcr jede Situation ein spezieller Lebensraum eingereichtet. Das Zimmer Figaros und Susannes \u2013 wohl urspr\u00fcnglich als Zimmer f\u00fcr den Spr\u00f6\u00dfling des Hauses gedacht \u2013 ziert ein \u00fcbergro\u00dfer Hase, der an ein Pok\u00e9mon erinnert (1. Akt I). Der zweite Akt spielt in gro\u00dfz\u00fcgig gestalteten Gem\u00e4chern der Gr\u00e4fin. Im dritten Akt kann man im Hintergrund, angedeutet mittels Kakteen, schon den Garten erkennen, der schlu\u00dfendlich Schauplatz des Finales wird. Verbunden werden die verschiedenen Szenerien durch Motive, beispielsweise die immer wieder umherfliegende Papierflugzeuge, oder fallendes Papier \u2013 versteckte Finessen der Handlung. Die Inszenierung spielt auf humorvolle Weise mit der Komplexit\u00e4t der Oper, liebevoll eingesetzte Details lassen immer wieder l\u00e4cheln und gleichzeitig wird die extrem verworrene Handlung stringent und klar erz\u00e4hlt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>An diesem Abend einem der S\u00e4nger den Vorzug zu geben ist schier unm\u00f6glich. Ein extrem starkes S\u00e4ngerensemble zeigte sich in Gesangspartien, denen jeder gewachsen war. <strong>Maya Boog<\/strong> (Susanna) und <strong>Eung Kwang Lee<\/strong> (Figaro) f\u00fcgen sich hervorragend in ihre Rollen als Dienende und harmonisieren gesanglich auf ganzer Linie. Bereits im ersten Duett <em>Cinque, dieci, venti, trenta, trentasei, quarantatre \u2013 F\u00fcnf, zehn, zwanzig, drei\u00dfig, sechsunddrei\u00dfig, dreiundvierzig<\/em>,<em> <\/em>bei welchem Figaro den Raum f\u00fcr den perfekten Platz des Ehebettes durchmi\u00dft, gl\u00e4nzen beide in heiterer, leichter Stimmf\u00e4rbung, die der n\u00f6tigen Komik, aber auch dem ad\u00e4quaten Ernst nichts schuldig bleibt. F\u00fcr die Darbietung ihrer Arien ernteten sie zurecht Szenenapplaus. Ebenso wie <strong>Jacquelyn Wagner<\/strong> (Gr\u00e4fin), die sich ausgezeichnet als sich nach Liebe sehnender Frau pr\u00e4sentiert und ihrem schlanken Sopran inst\u00e4ndige Leidenschaft verleiht. <strong>Eugene Chan <\/strong>(Graf) besticht stimmlich durch kraftvolle Autorit\u00e4t, verk\u00f6rpert aber von Anfang auch den impulsiven Liebhaber, der hartn\u00e4ckig um Susanna wirbt und gleichzeitig vor Eifersucht tobt. Eine glanzvolle Besetzung war <strong>Franziska Gottwald<\/strong>, die als Cherubino mehr als nur \u00fcberzeugte: Hier trifft gewaltiges stimmliches Potential und Flexibilit\u00e4t auf enormes schauspielerisches Talent.<br \/>\n<strong>Mario Venzago<\/strong> am Pult bewies bereits mit der Ouvert\u00fcre, da\u00df er den richtigen Ton anschl\u00e4gt: Heiter-fr\u00f6hlich und dennoch niemals den Spannungsbogen verlierend lotste er das makellos spielende <strong>Sinfonieorchester Basel <\/strong>durch den Abend und entlockte ihm eine bezaubernde Klangpalette. Fast vibratolos, in einigen Passagen hingegen im Klangergebnis romantisch anmutend, pr\u00e4sentierte er eine erfrischende Lesart des Stoffes, der an Witz und Elan der Inszenierung und den Solisten in nichts nachstand.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Das Resultat war eine rundum gelungene Premiere, die vom Publikum begeistert gefeiert wurde, was es mit lautstarken Bravorufen f\u00fcr Solisten, Orchester und auch Inszenierung demonstrierte. Es ist eine Inszenierung, der es trotz aller humorvollen Interpretation niemals am gebotenen Respekt vor dem Werk fehlt, welche die Vielschichtigkeit im Schaffen Mozarts auf der B\u00fchne gekonnt umsetzt und die Handlung nicht oberfl\u00e4chlich behandelt, geschweige denn ins L\u00e4cherliche zieht. Ein Opernbesuch, der sich lohnt.<\/p>\n<p>Isabell Seider<\/p>\n<p>Bild: t+t Fotografie, Tanja Dorendorf<br \/>\nDas Bild zeigt v.l.n.r. : Jacquelyn Wagner, Maya Boog, Franziska Gottwald<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Opera buffa in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais\u2019 Kom\u00f6die La folle Journ\u00e9e, ou le Mariage de Figaro Regie: Elmar Goerden, B\u00fchn: Silvia Merlo, Ulf Stengl, Kost\u00fcme: Lydia Kirchleitner,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1383\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[124,1],"tags":[],"class_list":["post-1383","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-oper-allgemein-2","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1383"}],"version-history":[{"count":7,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1383\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1409,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1383\/revisions\/1409"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1383"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}