{"id":1374,"date":"2010-03-15T22:54:51","date_gmt":"2010-03-15T21:54:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1374"},"modified":"2010-04-12T15:46:40","modified_gmt":"2010-04-12T14:46:40","slug":"paris-opera-bastille-das-rheingold","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1374","title":{"rendered":"DAS RHEINGOLD &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Vorabend zum B\u00fchnenfestspiel <em>Der Ring des Nibelungen<\/em>, Libretto vom Komponisten, UA: 22. September 1869 M\u00fcnchen<br \/>\nRegie: G\u00fcnter Kr\u00e4mer, B\u00fchne: J\u00fcrgen B\u00e4ckmann, Kost\u00fcme: Falk Bauer<br \/>\nDirigent: Philippe Jordan, Orchestre de l\u00b4Op\u00e9ra National de Paris<br \/>\nSolisten: Falk Struckmann (Wotan), Kim Bergley (Loge), Peter Sidhom (Alberich), Sophie Koch (Fricka), Caroline Stein (Wellgunde), Daniela Sindram (Wellgunde), Nicole Piccolomini (Flo\u00dfhilde), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Mime), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13. M\u00e4rz 2010 (Premiere: 4. M\u00e4rz 2010)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Paris-Rheingold.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1375\" title=\"Paris-Rheingold\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Paris-Rheingold.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Paris-Rheingold.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Paris-Rheingold-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Die Rheint\u00f6chter h\u00fcten das das Rheingold. Der Nibelung Alberich verflucht die Liebe und entrei\u00dft dem Flu\u00df das Gold. Daraus schmiedet er einen Ring, mit dem er sich die Nibelungen unterwirft. Unterdessen haben die Riesen Fasolt und Fafner im Auftrag Wotans, des h\u00f6chsten Gottes, eine Burg f\u00fcr die G\u00f6tter errichtet und verlangen den vertraglich vereinbarten Lohn: die G\u00f6ttin Freia. Der Gott Loge schl\u00e4gt vor, Freia gegen den Ring einzutauschen. Gemeinsam mit Wotan gewinnt er durch eine List von Alberich den Ring, welchen der Nibelung verflucht: Nach seinem Besitz sollten alle streben, doch sein Besitzer in st\u00e4ndiger Furcht leben. Wotan verf\u00e4llt dem Fluch, gibt den Ring aber auf Raten Erdas dem Riesen Fasolt als Lohn. Fasolt wird von seinem Bruder Fafner erschlagen. Die G\u00f6tter ziehen in Walhall ein.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Der Grund des Rheins ist in der ersten Szene eine v\u00f6llig schwarze B\u00fchne, die lediglich von aufsteigendem gr\u00fcnen Nebel und einer linear angeordneten Reihe rot angeleuchteter Arme durchbrochen wird, die sich wie Algen auf und ab bewegen. W\u00e4hrend in Nibelheim eine gro\u00dfe, goldene, runde S\u00e4ge ohne Unterla\u00df vor einem Spiegel \u00fcber dem Rheingold hin und her pendelt, pr\u00e4sentiert sich der G\u00f6tterhimmel in Form einer begehbaren Erdkugel mit einem \u201eFenster\u201c zur Welt und umrahmt von wei\u00dfen Flaggen, auf denen \u201eGermania\u201c prangt. Bei der Ankunft der Riesen werden B\u00fchne und Zuschauerraum von einer Armee mit blutroten Flaggen gest\u00fcrmt, w\u00e4hrend Flugbl\u00e4tter auf das Publikum niederregnen. In der vierten Szene enth\u00fcllen die G\u00f6tter das hinter einem b\u00fchnengro\u00dfen Vorhang mit Himmelmotiv versteckte, goldgl\u00e4nzende und aus stufenf\u00f6rmig angeordneten Plateaus bestehende Walhall. Neben den G\u00f6ttern, die \u2013 mit Ausnahme Loges, der mit Clowngesicht und im Anzug auftritt \u2013 in wei\u00dfen Hosen bzw. R\u00f6cken sowie hautfarbenen Oberteilen erscheinen, treten die Rheint\u00f6chter in hautfarbenen, engen Kleidern und die Nibelungen in Bergwerkarbeitskleidung auf.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Die musikalischen Glanzpunkte des Abends setzten <strong>Falk Struckmann<\/strong> als Wotan und <strong>Peter Sidhom<\/strong> in der Rolle des Alberich. Struckmann gelang es einschr\u00e4nkungslos, der W\u00fcrde und Macht des h\u00f6chsten Gottes mit seinem volumin\u00f6sen Ba\u00df Ausdruck zu verleihen, was besonders an Stellen wie <em>Vollendet das ewige Werk <\/em>(\u2026)<em> prachtvoll prahlt der prangende Bau!<\/em> (2. Szene) oder <em>Nun halt\u00b4 ich, was mich erhebt<\/em> (4. Szene) zu h\u00f6ren war. Indes \u00fcberzeugte Sidhom sowohl s\u00e4ngerisch durch Qualit\u00e4t in Ausdruck und Intonation als auch mit einer schauspielerischen Leistung, die vor allem an Schl\u00fcsselstellen wie dem Ringfluch (4. Szene) zum Einsatz kam. Demgegen\u00fcber lie\u00df die Er\u00f6ffnungsszene der Rheint\u00f6chter Caroline Stein, Daniela Sindram und Nicole Piccolomini <em>Weia! Waga! <\/em>einiges zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Zwar wies die Deutlichkeit in der Aussprache keinerlei M\u00e4ngel auf, daf\u00fcr jedoch die Intonation, was sich fatal auf den Gesamtklang auswirkte und wenig von der naturhaften Reinheit \u00fcbrig lie\u00df, die man sich an dieser Stelle erwartet. <strong>Kim Bergley<\/strong> als Loge wurde der Listigkeit und dem Witz seiner Figur zwar gr\u00f6\u00dftenteils gerecht, doch lie\u00df er die n\u00f6tige Leichtigkeit manchmal in seinem zu schwerm\u00fctigen, schleppenden Gesang vermissen (2. Szene <em>Nur einen sah ich, der sagte der Liebe ab<\/em>). <strong>Sophie Koch<\/strong> in der Rolle der Fricka pr\u00e4sentierte die G\u00f6ttin mit dynamischem Facettenreichtum (Bsp. 2. Szene <em>Wotan! Gemahl! Erwache!<\/em>). Problematisch ist jedoch ihr \u00fcbertrieben starkes Vibrato, ohne das einige Passagen deutlich an Durchsichtigkeit gewonnen h\u00e4tten. Schauspielerisch und im musikalischen Ausdruck seiner Figur vollends gerecht wurde Wolfgang Ablinger-Sperrhacke als Mime. Ihm gelang es in der 3. Szene, die schmerzliche Geschichte der Unterwerfung der Nibelungen durch Alberich \u00fcberzeugend zu schildern. Das <strong>Orchestre de l\u00b4Op\u00e9ra National de Paris<\/strong> unter der Leitung von <strong>Philippe Jordan<\/strong> k\u00e4mpfte sich an diesem Abend regelrecht durch die Wagnerischen Leitmotive. Die schwerf\u00e4llige Angestrengtheit der Blechbl\u00e4ser, denen es zudem an Sauberkeit in der Intonation mangelte, konnte auch die Eleganz und klangliche Differenziertheit der Holzbl\u00e4ser und Streicher nicht ungeschehen machen.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Ein durchwachsener Opernabend mit Glanzpunkten und Makeln, den das Publikum dennoch mit begeistertem Applaus belohnte.<\/p>\n<p>Friederike Jurth<\/p>\n<p>Bild: Elisa Haberer<br \/>\nDas Bild zeigt: Falk Struckmann (Wotan) auf dem Gipfel der Erde<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Vorabend zum B\u00fchnenfestspiel Der Ring des Nibelungen, Libretto vom Komponisten, UA: 22. 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