{"id":1371,"date":"2010-03-06T22:42:58","date_gmt":"2010-03-06T21:42:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1371"},"modified":"2010-03-28T10:45:55","modified_gmt":"2010-03-28T09:45:55","slug":"hof-theater-luther","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1371","title":{"rendered":"LUTHER &#8211; Hof, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p>von Roland Baumgartner (geb. 1955), Neoromantische Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto von Rolf Rettberg, UA:2010, Hof.<br \/>\nRegie: Uwe Drechsel, B\u00fchne: Rudolf Rischer<br \/>\nDirigent: Arn Goerke, Hofer Symphoniker, Opernchor, Kinderchor und Ballett Theater Hof.<br \/>\nSolisten: Thomas Rettensteiner (Martin Luther), Yelda Kodalli (Heilige Anna), Ingrid Katzengruber (Katharina von Bora), Karsten Schr\u00f6ter (Friedrich III. Kurf\u00fcrst von Sachsen), Peter Dittmann (Johann Tetzel), J\u00fcrgen Schultz (Michelangelo), Thilo Andersson (Teufel), Karsten Jesgarz (Papst Leo X.), Stefanie Rhaue (\u00c4btissin), Marianne Lang (Maria, eine J\u00fcdin), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 5. M\u00e4rz 2010 (Urauff\u00fchrung)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Hof-Luther.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1372\" title=\"Hof-Luther\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Hof-Luther.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"228\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Hof-Luther.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Hof-Luther-300x195.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Die in abgeschlossene Episoden (Bilder) gegliederte Oper\u00a0 zeigt das Leben Martin Luthers von seinem Sendungserlebnis als M\u00f6nch (als ihn die heilige Anna aus einem Gewittersturm rettet) bis zu seiner Erkenntnis, da\u00df er die Welt ins Chaos gest\u00fcrzt hat. In den weiteren Stationen wird die Geschichte der Katharina von Bora erz\u00e4hlt, die sp\u00e4ter Luthers Frau wird. Ebenso wird seine Auseinandersetzung mit Papst Leo X., dem Abla\u00dfprediger Tetzel und Kaiser Karl dargestellt, ihr Drang nach Geld und ausschweifendem Leben. Sein Besch\u00fctzer Kurf\u00fcrst Friedrich von Sachsen erm\u00f6glicht ihm hingegen die Bibel\u00fcbersetzung, nachdem er seine Thesen an die Wittenberger Schlo\u00dfkirche genagelt hat.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Sehr bunt, sehr detailreich, mit vielen Einf\u00e4llen und verschwenderisch in der Ausstattung, so kann man diese Bebilderung der einzelnen Szenen durch <strong>Uwe Drechsel<\/strong> charakterisieren. Jedes Bild ist in sich abgeschlossen und bedingt dann im Abschlu\u00df eine unterschiedlich lange Umbaupause. Dabei ist es offensichtlich gewollt, da\u00df man die musikalische N\u00e4he zum Musical auch szenisch durch Anspielungen auf bestimmte Musicals unterstreicht: Die Tierwelt scheint aus <em>Der<\/em> <em>K\u00f6nig der L\u00f6wen <\/em>\u00fcbernommen zu sein, die Choreographie aus <em>Cats<\/em>, die Heiligen im Himmel tauchen wie im <em>Phantom der Oper<\/em> auf, das Nonnenballett ist sichtlich von <em>Sister Act<\/em> beeinflu\u00dft, die Heiligenverehrung erinnert blasphemisch an den Triumphzug der <em>Evita Peron<\/em> und manche Bewegungschoreographie l\u00e4\u00dft ein bi\u00dfchen an die <em>Rocky Horror Picture Show <\/em>denken. Folge ist, da\u00df dadurch die wenigen Opernarien (vor allem die der Heiligen Anna) in der optischen Bilderflut bzw. der Choreographie untergehen. Die aufwendigen Kost\u00fcme sind im Stil der Zeit Luthers gehalten und lassen verst\u00e4rkt durch passende Hintergrundbilder, wie z.B. Breughels Werke, die Vergangenheit bildlich wiederauferstehen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Einen Vorwurf mu\u00df man Roland Baumgartner auf jeden Fall machen: Er verlangt ein riesiges Ensemble, gl\u00e4nzen k\u00f6nnen mit ihren Auftritten jedoch nur wenige. Dazu z\u00e4hlt <strong>Thomas Rettensteiner<\/strong> als Martin Luther, der mit ausdrucksstarker Stimme zu Werke geht. <strong>Yelda Kodalli<\/strong> (Heilige Anna) ist der weibliche Gesangsstar des Abends. Ihre sicheren Koloraturen besonders in den hohen Registern verzaubern die Zuh\u00f6rer. <strong>Stefanie Rhaue<\/strong> legt als \u00c4btissin eine Einlage \u00e0 la <em>Sister Act <\/em>aufs Parkett, die dieses Musical zu \u00fcbersteigern sucht. <strong>Thilo Andersson<\/strong> verk\u00f6rpert wie schon in Offenbachs <em>Orpheus in der Unterwelt <\/em>den Teufel mit D\u00e4monie und H\u00e4me in der Stimme. <strong>Karsten Jesgarz<\/strong> als Papst sei stellvertretend f\u00fcr die vielen Nebenrollen genannt, die in jeder Hinsicht zufriedenstellend besetzt werden konnten. <strong>Arn Goerke<\/strong> f\u00fchrt die Hofer Symphoniker sicher durch die wirre Mischung aus Musical und Opernarien, ohne kl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, wo der Schwerpunkt musikalisch zu suchen ist.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Wahrlich ein Augenschmaus, mit welch eindrucksvollen B\u00fchnenbildern, mit wieviel M\u00fche und wieviel Personal (bis zu 130 Darsteller stehen auf der B\u00fchne) man in Hof dieses Werk in Szene setzt. Zu Recht langer und heftiger Applaus f\u00fcr alle Beteiligten, vor allem f\u00fcr die beiden Hauptdarsteller und das Regie-Team um den Hofer Intendanten Uwe Drechsel. Da\u00df die angek\u00fcndigte \u201eNeoromantische Oper\u201c leider im Treibsand bekannter Musicals stecken blieb, daf\u00fcr konnten die Beteiligten nichts. Das Publikum ignorierte allerdings Komponisten und Librettisten fast v\u00f6llig. Zu Recht, denn Luther h\u00e4tte mehr opern\u00e4hnliche Momente verdient als an diesem musikalisch lauen Abend. Trotzdem unbedingt sehenswert!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Fotodesign Hof, Harald Dietz<br \/>\nDas Bild zeigt: Thomas Rettensteiner (Luther) ger\u00e4t auf dem Reichstag von Worms unter Druck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Roland Baumgartner (geb. 1955), Neoromantische Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto von Rolf Rettberg, UA:2010, Hof. 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