{"id":1364,"date":"2010-03-16T09:44:47","date_gmt":"2010-03-16T08:44:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1364"},"modified":"2010-03-28T10:34:47","modified_gmt":"2010-03-28T09:34:47","slug":"wiesbaden-staatstheater-die-spanische-stundegianni-schicchi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1364","title":{"rendered":"DIE SPANISCHE STUNDE\/GIANNI SCHICCHI &#8211; Wiesbaden, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p>Regie: Carlos Wagner, B\u00fchne: Conor Murphy, Kost\u00fcme: Christof Cremer, Licht: Thomas M\u00e4rker, Dramaturg: Bodo Busse, Serge Honegger<br \/>\nDirigent: Marc Piollett, Orchester des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Wiesbadener Knabenchor, Einstudierung: Marina Russmann<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13. M\u00e4rz 2010 (Premiere)<\/p>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<p><strong><em>Die spanische Stunde (L&#8217;Heure espagnole)<br \/>\n<\/em><\/strong>von Maurice Ravel (1875-1937), Musikalische Kom\u00f6die in einem Akt, Libretto: Franc-Nohain, UA: Paris 1911<br \/>\nSolisten: Ute D\u00f6ring (Concepcion), Jonas Gudmundsson (Gonzalvo), Erik Biegel (Torquemada), Brett Carter (Ramiro), Hye-Soo Sonn (Don Inigo Gomez)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>Der Uhrmacher Torquemada ist f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Uhren verantwortlich. W\u00e4hrend er unterwegs ist, empf\u00e4ngt seine Frau ihren Liebhaber Gonzalvo. Diesmal sorgen Ramiro, ein wartender Kunde, und Don Inigo Gomez, ein weiterer Verehrer, f\u00fcr Verwirrung. Als weder Gonzalvo noch Don Inigo Concepcion zufriedenstellen k\u00f6nnen, entdeckt sie Ramiros Vorz\u00fcge.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Auf der B\u00fchne stapeln sich Holzkisten. In manchen befinden sich Uhren, eine Sonne, Totensch\u00e4del, ein Ei. Davor stehen gro\u00dfe Uhrk\u00e4sten. Die B\u00fchne wird von einer Wand nach hinten und rechts begrenzt, darin befinden sich ein Fenster und eine T\u00fcr. Zwischen den Kisten f\u00fchrt eine Treppe nach oben. Concepcion tr\u00e4gt ein freiz\u00fcgiges Kleid, Ramiro Lederhose und Hemd, Don Inigo Gomez einen rosafarbenen Nadelstreifenanzug.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Die einzige Frau auf der B\u00fchne, <strong>Ute D\u00f6ring<\/strong>, meisterte ihren Gesangspart als Concepcion mit Bravour. Sie bewegte sich sicher und selbstbewu\u00dft in den hohen Lagen und wu\u00dfte ihre kr\u00e4ftige Stimme facettenreich einzusetzen. Auch <strong>Brett Carter<\/strong> als Ramiro zeigte sich von der besten Seite, er arbeitete die verschiedenen Stimmungen seiner Rolle glaubw\u00fcrdig heraus und setzte seine Stimme gekonnt differenziert ein. <strong>Jonas Gudmundsson<\/strong> sang den romantisch dichtenden Gonzalvo sehr treffend, aber leider etwas leise. <strong>Hye-Soo Sonn<\/strong> verf\u00fcgt \u00fcber eine warme Stimme, die er als liebeshungriger Don Inigo Gomez sehr weich und behutsam einsetzte, auch er blieb eher zur\u00fcckhaltend. <strong>Erik Biegel<\/strong> konnte vor allem durch seine Darstellung des kauzigen Torquemada begeistern, in den H\u00f6hen klang seine Stimme etwas spitz. Besonders das einzige Quintett der Oper im letzten Akt pr\u00e4sentierten die S\u00e4nger gut intoniert und vortrefflich aufeinander abgestimmt. Dennoch war dem gesamten Ensemble eine gewisse Unsicherheit auf der B\u00fchne anzumerken. Das Orchester gl\u00e4nzte mit gro\u00dfer Klangdifferenziertheit und Ausdrucksst\u00e4rke, die verschiedenen Klangfarben wurden unter der Leitung von <strong>Marc Piollet<\/strong> hervorragend herausgearbeitet.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong><em>Gianni Schicchi<br \/>\n<\/em><\/strong>von Giacomo Puccini (1858-1924), Komische Oper in einem Akt, Libretto: Giovacchino Forzano, UA: New York 1918<br \/>\nSolisten: Kiril Manolov (Gianni Schicchi), Emma Pearson (Lauretta), Ute D\u00f6ring (Zita), Felipe Rojas Velozo (Rinuccio), Erik Biegel (Gherardo), Betsy Horne (Nella), Maurice Effendy (Gherardino), Hye-Soo Sonn (Betto von Signa)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Wiesbaden-Schicchi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1365\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Wiesbaden-Schicchi.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Wiesbaden-Schicchi.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Wiesbaden-Schicchi-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Die Famile Donati trauert um den reichen Buoso. Leider hat Buoso alles einem Kloster hinterlassen, die Familie ist schockiert. Rinuccio verweist auf den listigen Schicchi, der vorschl\u00e4gt, sich ins Bett des Toten zu legen um dem Notar ein neues Testament zu diktieren. Die Familie ist einverstanden; Schicchi beerbt sich dabei selbst mit den besten St\u00fccken, l\u00e4\u00dft aber auch die Verwandtschaft nicht zu kurz kommen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>An der linken hinteren B\u00fchnenecke sind Kisten aufget\u00fcrmt. Rechts befindet sich ein Bett. Hinten und rechts wird die B\u00fchne von einer Wand begrenzt, darin befindet sich ein sehr gro\u00dfes Fenster, rechts eine T\u00fcr. Die Familie tr\u00e4gt dunkle extravagante Kleidung. Lauretta erscheint im wei\u00dfen m\u00e4dchenhaften Kleid, Schicchi mit Nadelstreifenhose und Felllederjacke.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong><strong>Felipe Rojas Velozos<\/strong> gestaltete seine Arien mit seiner warmen kr\u00e4ftigen Stimme gef\u00fchlvoll. Er spielte den fordernden und den verliebten Rinuccio mit selbstsicherer Leichtigkeit. <strong>Emma Pearson<\/strong> wurde f\u00fcr die \u00e4u\u00dferst feinf\u00fchlig dargebotene Arie der Lauretta <em>O mio babbino caro \u2013 Oh teurer Vater<\/em> zu Recht<em> <\/em>mit Bravorufen und Szenenapplaus belohnt. Auch <strong>Kiril Manolov<\/strong> \u00fcberzeugte in seiner vor Listigkeit spr\u00fchenden Darstellung des Gianni Schicchi. Er setzte seine volle Stimme treffend, differenziert und sehr ausdrucksstark ein, ob nun als gerissener Schicchi oder als kr\u00e4nkelnder Buoso. Ebenso begeisterten die anderen Darsteller, sie verk\u00f6rperten die korrupte Familie Donati sehr erfrischend und gaben ihre Charaktere pointiert und glaubw\u00fcrdig wieder. Insgesamt erg\u00e4nzte sich das Ensemble spielerisch sehr gut. Das Orchester zeigte sich auch hier von seiner besten Seite, es pr\u00e4sentierte eine fein nuancierte Dynamik und agierte als eigenst\u00e4ndiger Klangk\u00f6rper, ohne die S\u00e4nger dabei zu erdr\u00fccken.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>War das Ensemble im ersten Teil noch etwas zur\u00fcckhaltend und unsicher, begeisterte es mit seiner Darstellung der Familie Donati bei der zweiten Oper, was das Publikum wie auch die hervorragende Leistung des Orchesters mit lang anhaltendem Applaus und Bravorufen w\u00fcrdigte. Auch dank der Kost\u00fcme und der geschickt eingesetzten Kulisse eine abwechslungsreiche Auff\u00fchrung, die alles andere als langweilig war!<\/p>\n<p>P.-A. Lai<\/p>\n<p>Bild: Martin Kaufhold<br \/>\nDas Bild zeigt: Reinhold Schreyer-Morlock (Marco), Hye-Soo Sonn (Betto von Signa),Felipe Rojas Velozo (Rinuccio), Bernd Hofmann (Simon), Betsy Horne (Nella), Ute D\u00f6ring (Zita), v. l.n.r<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regie: Carlos Wagner, B\u00fchne: Conor Murphy, Kost\u00fcme: Christof Cremer, Licht: Thomas M\u00e4rker, Dramaturg: Bodo Busse, Serge Honegger Dirigent: Marc Piollett, Orchester des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Wiesbadener Knabenchor, Einstudierung: Marina Russmann Besuchte Auff\u00fchrung: 13. 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