{"id":1354,"date":"2010-03-22T22:03:10","date_gmt":"2010-03-22T21:03:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1354"},"modified":"2010-03-28T10:18:14","modified_gmt":"2010-03-28T09:18:14","slug":"essen-aalto-theater-die-csardasfurstin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1354","title":{"rendered":"DIE CS\u00c1RD\u00c1SF\u00dcRSTIN &#8211; Essen, Aalto-Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Operette in drei Akten von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n, Text von Leo Stein und B\u00e9la Jenbach, Neufassung der Dialoge: Michael Sturminger, UA 13. November 1915, Wien<br \/>\nRegie: Michael Sturminger, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Renate Martin\/Andreas Donhauser, Choreographie: Craig Revel Horwood<br \/>\nDirigent: Stefan Soltesz, Essener Philharmoniker, Chor des Aalto-Theaters<br \/>\nSolisten: Bea Robein (Sylva Varescu), Peter Bording (Edwin), Albrecht Kludszuweit (Boni K\u00e1ncsi\u00e1nu\/Benjamin Koppstein), Astrid Kropp-Men\u00e9ndez (Stasi), G\u00fcnter Kiefer (Feri B\u00e1csi), Mark Weigel (Eugen von Rohnsdorff) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 20. M\u00e4rz 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Essen-Csardasf\u00fcrstin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1355\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Essen-Csardasf\u00fcrstin.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Essen-Csardasf\u00fcrstin.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Essen-Csardasf\u00fcrstin-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>\u00d6sterreich-Ungarn kurz vor dem ersten Weltkrieg: In Budapest genie\u00dft F\u00fcrst Edwin von Lippert-Weylersheim mit seinen Freunden Boni K\u00e1ncsi\u00e1nu und Feri B\u00e1csi das s\u00fc\u00dfe Leben. Er verliebt sich in die Variet\u00e9-S\u00e4ngerin Sylva Varescu und will sie heiraten. Edwins standesbewu\u00dfte Eltern sind entsetzt. Bevor sie ihn zur R\u00fcckkehr nach Wien zwingen, gibt er Sylva ein schriftliches Heiratsversprechen. Sie aber trennt sich von Edwin, als sie erf\u00e4hrt, da\u00df er bereits mit der Komtesse Stasi verlobt ist. In Wien begegnen sich die beiden wieder: Sylva gibt sich auf einem Ball der Lippert-Weylersheims als Gattin von Boni K\u00e1ncsi\u00e1nu aus. Die Situation scheint bereinigt, als sich Boni und Stasi ineinander verlieben. Da Edwins Eltern aber nach wie vor gegen die Verbindung sind, zerrei\u00dft Sylva \u00f6ffentlich das Heiratsversprechen. Erst nach einer Reihe von weiteren Verwicklungen finden die Paare zueinander und brechen gemeinsam zu einer Amerika-Tournee auf.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Die Regie verlegt die Handlung in das Jahr 1940 und hat daf\u00fcr neue Dialoge verfa\u00dft. B\u00fchnenbild, Kost\u00fcme und Choreographie geben Zeit und Ort historisch genau wieder. Die ausgiebig genutzte Drehb\u00fchne garantiert schnelle, fast filmreife Szenenwechsel. Sylva wird in der Essener Fassung zur J\u00fcdin, Edwin zum arischen Wehrmachtsoffizier. Boni K\u00e1ncsi\u00e1nu hei\u00dft hier Benjamin Koppstein und ist ein j\u00fcdischer Impresario, der mit Sylva nach Amerika fliehen will. Edwins Vetter Eugen von Rohnsdorff, f\u00fcr den K\u00e1lm\u00e1n eigentlich nur einen kurzen Auftritt vorgesehen hat, wird als fieser SS-Obersturmbannf\u00fchrer zu einer wichtigen Figur. Immer wieder versucht er das Paar auseinanderzubringen \u2013 bis er schlie\u00dflich von Edwins Mutter erschossen wird. Am Ende entschlie\u00dfen sich Sylva, Edwin, Boni-Benjamin, Stasi und die Eltern Lippert-Weylersheim zur gemeinsamen Flucht nach Amerika.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Bei dem Dirigenten <strong>Stefan Soltesz<\/strong>, Wiener ungarischer Herkunft, und den <strong>Essener Philharmonikern <\/strong>ist die <em>Csardasf\u00fcrstin<\/em> in den allerbesten H\u00e4nden: Federleicht kommt K\u00e1lm\u00e1ns mal spritzige, mal sentimentale, aber immer elegante Musik daher. Vorbildlich gelingen die abrupten Wechsel in Tempo und Dynamik, die nicht oft so vollendet ausmusiziert zu h\u00f6ren sind. Auch das Ensemble h\u00e4lt die Fahne f\u00fcr die Wiener Operette hoch. Zum Publikumsliebling avanciert <strong>Peter Bording<\/strong> (Edwin), ein hochgewachsener Beau und flotter T\u00e4nzer. Bording geh\u00f6rt zu der seltenen S\u00e4nger-Spezies, die ihre Dialoge in Wortsinn und Aussprache deutlich darstellen k\u00f6nnen. Da\u00df sich das Ohr an seinen nasalen, engen Bariton erst gew\u00f6hnen mu\u00df, f\u00e4llt kaum ins Gewicht. <strong>Bea Robeins<\/strong> (Sylva) voller, dunkler Mezzosopran ist vielleicht etwas zu schwer f\u00fcr dieses Repertoire (auch wenn sie die Stimme zur\u00fcckzunehmen wei\u00df), gibt der Figur aber eine Tiefe, die man sonst vermi\u00dft. <strong>Astrid Kropp-Men\u00e9ndez<\/strong> (Stasi) spielt und singt anmutig und mit leichtem Ton den verliebten Backfisch. Mit seinem Teddyb\u00e4ren-Charme und prickelnd wie Champagner dargebotenen Hits wie <em>Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht<\/em> kann <strong>Albrecht Kludszuweit<\/strong> (Boni) nach Bording den meisten Applaus f\u00fcr sich verbuchen.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Ein Werk durch Eingriffe in den Text passend f\u00fcr die eigene Sichtweise zu machen, ist ohne Zweifel ein fragw\u00fcrdiger Ansatz. Trotzdem: Die neuen Dialoge von Regisseur <strong>Michael Sturminger <\/strong>und die Musik f\u00fcgen sich nahtlos zu einem Ganzen. \u00dcberfl\u00fcssig sind nur aufgesetzt wirkende Anspielungen auf Hitlers Beziehung zu K\u00e1lm\u00e1n oder auf Hugo Boss\u2019 Vergangenheit als Designer f\u00fcr SS-Uniformen. Geschm\u00e4lert wird die Wirkung der temporeichen, Hollywood-reif ausgestatteten und mit Filmzitaten von Ernst Lubitsch bis Quentin Tarantino reichlich gespickten Inszenierung dadurch aber nicht: Sturminger h\u00e4lt die Spannung bis zum \u00fcberraschenden Showdown. Wie Dirigent und Orchester bekennt er sich zum ureigenen Auftrag der Operette: mit leichter Hand zu unterhalten. Dies ist rundum gelungen und wird vom Publikum angemessen gew\u00fcrdigt \u2013 auch wenn sich im allgemeinen Jubel f\u00fcr alle Beteiligten auch einige hartn\u00e4ckige Buhrufe halten.<\/p>\n<p>Dr. Eva-Maria Ernst<\/p>\n<p>Bild: Harald Reusmann<br \/>\nDas Bild zeigt: Verlobung: Bea Robein (Sylva Varescu) und Peter Bording (Edwin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Operette in drei Akten von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n, Text von Leo Stein und B\u00e9la Jenbach, Neufassung der Dialoge: Michael Sturminger, UA 13. 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