{"id":1351,"date":"2010-03-21T21:45:33","date_gmt":"2010-03-21T20:45:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1351"},"modified":"2010-03-28T10:27:56","modified_gmt":"2010-03-28T09:27:56","slug":"leipzig-oper-admeto-konig-von-thessalien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1351","title":{"rendered":"ADMETO, K\u00d6NIG VON THESSALIEN &#8211; Leipzig, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Opera seria in 3 Akten, Libretto: Nicola F. Haym, nach <em>L\u2019Antigona delusa da Alceste<\/em>, deutsche Textfassung: Bettina Bartz u. Werner Hintze, UA: 31. Januar 1727, London<br \/>\nRegie: Tobias Kratzer, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Rainer Sellmaier<br \/>\nDirigent: Federico Maria Sardelli, Gewandhausorchester, Team ATEF<br \/>\nSolisten: Hagen Matzeit (Admeto), Soula Parassidis (Alceste), Mikl\u00f3s Sebesty\u00e9n (Herkules), Kathrin G\u00f6ring(Orindo), Axel K\u00f6hler (Trasimede), Elena Tokar (Antigona), Lars Arvidson (Meraspe)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 19. M\u00e4rz 2010 (Premiere)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Leipzig-Admeto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1352\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Leipzig-Admeto.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Leipzig-Admeto.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Leipzig-Admeto-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>Der todkranke K\u00f6nig Admeto kann nur gerettet werden, wenn sich jemand f\u00fcr ihn opfert, der ihm nahe steht. So beschlie\u00dft seine Gattin Alceste, f\u00fcr ihn in den Tod zu gehen. Der genesene K\u00f6nig findet Alcestes Abschiedsbrief und bittet Herkules, sie aus den Tiefen der Unterwelt wieder zu befreien. Unterdessen buhlt Antigona um Admeto, die von dessen Bruder Trasimede als G\u00e4rtnerin angestellt worden ist. Alceste konnte unterdessen von Herkules gerettet werden. Sie verkleidet sich als Mann, um die Treue ihres Gatten zu pr\u00fcfen. Admeto glaubt seine Gattin tot und geht auf das Werben von Antigona, die sich zu erkennen gibt, ein. Trasimede versucht seinen Bruder daraufhin zu t\u00f6ten, da er Antigona f\u00fcr sich selber gewinnen will. Durch Alceste, die sich zu erkennen gibt, kann der Mordversuch vereitelt werden. Der K\u00f6nig verzeiht seinem Bruder und Alceste vergibt ihrem Mann.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Die deutschsprachig gehaltene Inszenierung verlegt den griechischen Mythenstoff im ersten Teil der Auff\u00fchrung in das neogotische Interieur eines englischen Adelssitzes mit geradezu typisch assoziierten Ausstattungsmerkmalen des Wohnsaales, wie gro\u00dfer Holztreppe, die in das obere Schlafgemach mit Vorhang f\u00fchrt, Ritterr\u00fcstung, Vitrine mit ausgestellten K\u00f6nigskronen, gro\u00dfem Kamin, lederner Sitzgruppe und Absperrborten f\u00fcr Touristen, die durch den Adelssitz gef\u00fchrt werden. Durch Drehung des B\u00fchnenbildes im zweiten Teil der Inszenierung, das mit Festtafel im Vorder- und K\u00fcchenausstattung im Hintergrund aufwartet, wird der Blick auf gro\u00dfe M\u00fclltonnen frei, in welche Admeto seine Liebe zu seiner Gattin symbolisch entsorgt. Admeto selber sowie auch Alceste, tummeln sich als F\u00fcrstenpaar von Monaco in der Szenerie, w\u00e4hrend die Kleidung der anderen Darsteller eher dem englischen Interieur entspricht. Immer wieder betreten f\u00fcnf Mitglieder des K\u00fcnstlerkollektivs ATEF die B\u00fchne, die als Geister auf ihren Melodicas (Harmonicainstrumente), auch Arien begleitend, spielen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Altus <strong>Hagen Matzeit <\/strong>verlieh seinem Admeto sowohl mit dramatischem Stimmgestus im <em>Schreckliche Geister<\/em>, wie auch mit perlend geschmeidigen Nuancierungen im <em>Entschlummert meine Augen<\/em> oder im <em>Traurigkeit und tiefen Schmerz<\/em> eine kontrastreiche, gut disponierte Stimmpalette. <strong>Soula Parassidis<\/strong> versteht es, ihren Sopran im <em>Liebe Augen, lebt nun wohl<\/em> in warmen Pastellt\u00f6nen sanft aufleuchten zu lassen, hat dabei die gro\u00dfe, ausdrucksvolle dramatische Linie wie in <em>Eifersucht, du rasende Furie<\/em>, mit eindr\u00fccklichen Phrasierungen, immer im Blick. Sie wirkt nie angestrengt, sondern f\u00e4llt wohltuend durch gewollte R\u00fccknahme in der Lautst\u00e4rke auf. Sopranistin <strong>Elena Tokar<\/strong> (Antigona) kann durch die Leuchtkraft ihrer Stimme in der Mittellage ebenso \u00fcberzeugen. So beeindruckt ihre Stimme in <em>Mein Los ist unbest\u00e4ndig<\/em> mit nuancenreich aufbl\u00fchenden Facettierungen. Ba\u00df <strong>Mikl\u00f3s Sebesty\u00e9n<\/strong> stemmt seinen Herkules stimmlich mit leichter Schulter. Seine erdige, gut situierte Stimme gestaltet das <em>Nur Ruhm und Ehre will ich erobern<\/em> zu einem Heroengesang voller Stimmkraft. Mit <strong>Kathrin G\u00f6ring<\/strong>(Orindo) und <strong>Lars Arvidson<\/strong> (Meraspe) hat man zwei Darsteller gefunden, die ihre Rollen sowohl gesanglich, wie auch spielerisch mehr als solide ausf\u00fcllen. Gleich zu Beginn der Auff\u00fchrung wurden die Zuschauer darauf hingewiesen, dass <strong>Axel K\u00f6hler<\/strong> (Trasimede) trotz einer Erk\u00e4ltung auftreten werde. Das war zwar gut im Sinne der Durchf\u00fchrbarkeit der Auff\u00fchrung, jedoch war seine Stimme un\u00fcberh\u00f6rbar angeschlagen. Sehr belegt und fahl erklingt so auch seine Arie <em>Ist Dir bestimmt zu leiden<\/em>.<\/p>\n<p>Gro\u00dfes Lob ist dem <strong>Gewandhausorchester <\/strong>unter Dirigent <strong>Federico Maria Sardelli<\/strong> auszusprechen. H\u00e4ndels Musik ert\u00f6nt unter ihrem Spiel in pastos aufgetragener Frische, wobei das Filigrane der Melodief\u00fchrung unter gekonnter Klangakzentuierung transparent atmen konnte.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Die Inszenierung \u00fcberzeugt in erster Linie durch die gesanglichen Qualit\u00e4ten. Die Verlegung des mythenbeladenen antiken Stoffes in die Schickimicki-Welt der Royals funktioniert nur ansatzweise. Bei Andeutungen im Gesangstext auf die griechische Mythenwelt oder auch bei den Auftritten von Herkules wird der Stoff in modern aufgekl\u00e4rter Staffage ad absurdum gef\u00fchrt. Zudem wird die geschlossene Gesamtheit des musikalischen Werkes durch den Einsatz epochenfremder, moderner Musikinstrumente, die sogar auch als Arienbegleitung und somit als Orchesterersatz fungieren, zerrissen. Hier w\u00e4re weniger, bei einigen durchaus einfallsreichen Ans\u00e4tzen in der Inszenierungsumsetzung, deutlich mehr gewesen.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Andreas Birkigt<br \/>\nDas Bild zeigt: Soula Parassidis (Alceste) und Team ATEF<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Opera seria in 3 Akten, Libretto: Nicola F. Haym, nach L\u2019Antigona delusa da Alceste, deutsche Textfassung: Bettina Bartz u. Werner Hintze, UA: 31. 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