{"id":1146,"date":"2010-03-09T11:25:59","date_gmt":"2010-03-09T10:25:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1146"},"modified":"2010-03-28T10:43:26","modified_gmt":"2010-03-28T09:43:26","slug":"bonn-opernhaus-l%c2%b4elisir-damore-%e2%80%93-der-liebestrank","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1146","title":{"rendered":"L\u00b4ELISIR D`AMORE \u2013 DER LIEBESTRANK &#8211; Bonn, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Melodramma giocosa in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Felice Romani nach <em>Le Philtre<\/em> von Eug\u00e8ne Scribe, UA: 12. Mai 1832 Mailand, Teatro della Canobbiana<br \/>\nRegie: Vera Nemirova, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Werner H\u00fctterli<br \/>\nDirigent: Christopher Sprenger, Beethoven Orchester Bonn, Chor des Theaters Bonn, Einstudierung: Ulrich Zippelius<br \/>\nSolisten: Sigr\u00fan P\u00e1lmad\u00f3ttir (Adina), Tansel Akzeybek (Nemorino), Giorgos Kanaris (Belcore), Martin Tzonev (Dulcamara), Susanne Blattert (Gianetta)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 7. M\u00e4rz 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong><a title=\"Bonn-Liebestrank\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Bonn-Liebestrank1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Bonn-Liebestrank1.jpg\" alt=\"Bonn-Liebestrank\" align=\"right\" \/><\/a>Der einfache Bauer Nemorino ist ungl\u00fccklich in die reiche Adina verliebt. Sie hat, obwohl sie von dem b\u00e4urischen Verehrer wei\u00df, dem Dr\u00e4ngen des galanten Sergeanten Belcore nachgegeben und bereitet, auch um Nemorino zu provozieren, die Hochzeit vor. Inzwischen ist der Quacksalber Dulcamara ins idyllische Dorf gekommen und hat Nemorino ein Flasche Bordeaux als \u201eLiebestrank\u201c verkauft. Um seine Angebetete gewinnen zu k\u00f6nnen, unterzeichnet er einen Vertrag, der ihn als Soldaten an seinen Rivalen Belcore bindet. Als sich die Kunde vom Tod des Erbonkels von Nemorino ausbreitet, wird er der begehrteste Junggeselle. Er schreibt diesen Umstand jedoch der Wirkung des Liebestranks zu. Unterdessen hat Adina von Nemorinos Soldatendienst um ihrer Liebe willen erfahren und sorgt daf\u00fcr, da\u00df er von seinem Vertrag entbunden wird. Beide werden ein Paar und huldigen dem \u201eLiebeselexier\u201c.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Liegest\u00fchle, ein Pool, eine Palme auf Sand, eine Oase der Erholung sind auf der B\u00fchne zu sehen, als Nemorino in Arbeitslatzhose den kargen M\u00fcll beseitigt. Adina ist die Chefin der Anlage. Ihre reizvolle Erscheinung im t\u00fcrkisfarbenen Edel-Sportanzug beeindruckt Nemorino zutiefst. Der Chor tritt in Trainingskleidung auf, sportiv von der Animateurin Gianetta angetrieben. Es wird Gymnastik vorgef\u00fchrt, im flachen Pool Wasser getreten, und das K\u00f6rpergewicht gewogen. Nicht zu \u00fcbersehen sind die dargestellten feinen Seitenhiebe auf den aktuellen Wellnesswahn. Belcore tritt in schmucker Kapit\u00e4nsuniform auf, seine Soldaten sind Matrosen, die sich mit sehenswerten Judovorf\u00fchrungen als kampfbereite Truppe in Pose setzen. Dulcamara f\u00e4hrt mit einem Wohnmobil in die Oase hinein, begleitet von Assistentinnen. Sie sind gleichzeitig Erfolgsprodukte seiner Rezepturen: Schlank, langhaarig mit \u00fcbergro\u00dfen Br\u00fcsten und aufgespritzten Lippen. Dulcamara verkauft, als er das Gesch\u00e4ft wittert, keinen Bordeaux, sondern Wasser in einer Plastikflasche. Nemorino bleibt also ganz n\u00fcchtern, als er am Ende unter Lichterketten seine Adina in die Arme schlie\u00dfen kann und die Sportgruppe, der Chor, nunmehr in einheitlich grauer Businesskleidung die Wellness-Oase verl\u00e4\u00dft.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong><strong>Christopher Sprenger<\/strong> dirigierte eine h\u00f6renswerte Auff\u00fchrung, die sich gut auf die S\u00e4nger einstellte. Mitunter h\u00e4tte sie dem leichten Duktus von Donizettis Musik noch beherzter folgen k\u00f6nnen. Bemerkenswert war, wie punktgenau Handlungsabl\u00e4ufe auf der B\u00fchne, mit der Musik korrespondierten. <strong>Tansel Akzeybek <\/strong>f\u00fcllte mit seiner weichen Tenorstimme die Rolle des Nemorino gut aus. Seine Darstellung des Naiven war absolut glaubhaft. Schon beim Anblick seiner Adina machte er klar, welche Gef\u00fchle er f\u00fcr sie empfand. Besonders gefiel neben seinem gepflegten Belcanto, den er m\u00fchelos vorf\u00fchrte, die angenehme Schlichtheit mit der er die ber\u00fchmten Romanza <em>Una furtiva lagrima<\/em> im zweiten Akt, als er die heimliche Liebe Adinas erkannt hat, ausf\u00fchrte.<strong> Sigr\u00fan P\u00e1lmad\u00f3ttir<\/strong> stellte die hochn\u00e4sige, dann ehrlich empfindende Adina gl\u00e4nzend dar. Sie verf\u00fcgt \u00fcber eine beeindruckende Gesangstechnik, die sie \u00fcber die Rolle hob und mit der sie die klippenreiche Partie beherrschte, das ihrer Stimme eigene k\u00fchle Timbre mu\u00df man m\u00f6gen. <strong>Giorgos Kanaris<\/strong> (Belcore) sang seine Bariton-Partie solide und verk\u00f6rperte den Stolzen gut. Besonders nachhaltig wirkte sein Duett <em>Venti Scudi <\/em>im Parlandostil mit <strong>Tansel Akzeybek<\/strong>, in dem es um den per Vertrag geregelten Soldatenlohn geht. Ein Vergn\u00fcgen war es, das gesch\u00e4ftst\u00fcchtige Agieren von <strong>Martin Tzonev<\/strong> (Dulcamara) zu verfolgen. Er f\u00fchrte seinen Ba\u00dfbariton in den temporeichen, figurierten Gesangslinien bestens vor und war als Schauspieler eine gl\u00e4nzende Besetzung. <strong>Susanne Blattert<\/strong> machte aus der kleinen Partie der Gianetta im wahrsten Sinne des Wortes eine gl\u00e4nzende Figur. Besonderes Lob gilt dem Chorgesang, sowie der von ihm schauspielerisch dargestellten Sportaktionen. Der gemeinsame Gang zur Waage war ein Spa\u00df f\u00fcr sich.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Eine h\u00f6rens- und sehenswerte Auff\u00fchrung, \u00fcberzeugend in unsere Zeit transportiert. Donizettis Partitur wurde unaufdringlich, daf\u00fcr aber mit Gesp\u00fcr f\u00fcr musikalische Details, von der Regisseurin Vera Nemirova umgesetzt.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<br \/>\nDas Bildzeigt: v.l. Martin Tzonev (Dulcamara), Tansel Akzeybek (Nemorino)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Melodramma giocosa in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Felice Romani nach Le Philtre von Eug\u00e8ne Scribe, UA: 12. 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