{"id":1140,"date":"2010-02-16T14:43:12","date_gmt":"2010-02-16T13:43:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1140"},"modified":"2010-03-21T13:24:16","modified_gmt":"2010-03-21T12:24:16","slug":"nurnberg-staatstheater-moise-et-pharao","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1140","title":{"rendered":"N\u00fcrnberg, Staatstheater &#8211; MO\u00cfSE ET PHARAO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Opera in vier Akten, Libretto: Giuseppe Luigi Balocchi und Etienne de Jouy, UA: 1827, Salle de la rue le Peletier, Paris<br \/>\nRegie: David Mouchtar-Samorai, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Heinz Hauser<br \/>\nDirigent: Christian Reuter, N\u00fcrnberger Philharmoniker, Chor und Tanzensemble des Staatstheaters N\u00fcrnberg<br \/>\nSolisten: Nicolai Karnolsky (Moise), Melih Tepretmez (Pharaon), David Yim (Am\u00e9nophis), Richard Kindley (Eli\u00e9zer), Daeyoung Kim (Osiride, Hoherpriester), Kalle Kanttila (Aufide), Ezgi Kutlu (Sina\u00efde), Leah Gordon (Ana\u00ef), Teresa Erbe (Marie), Daeyoung Kim (Une voix mysterieuse)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 11. Februar 2010 (Premiere, in franz\u00f6sischer Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a title=\"Nuernberg-Moses\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Nuernberg-Moses.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Nuernberg-Moses.jpg\" alt=\"Nuernberg-Moses\" align=\"right\" \/><\/a>Die Oper behandelt die biblische Erz\u00e4hlung vom Auszug der Israeliten aus \u00c4gypten, versehen mit der Liebesgeschichte zwischen Amenophis, dem Sohn des Pharaos, und der Israelitin Ana\u00ef, um derentwillen er den Auszug verhindern will. In die Auseinandersetzung greift Gott ein und sendet seine Plagen. Am Ende teilt sich auf der B\u00fchne, und das Meer und schl\u00e4gt \u00fcber dem ertrinkenden Pharao zusammen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Die Handlung verlegt David Mouchtar-Samorai an den Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Juden versuchen die Auswanderung aus einem unbestimmten Land: Die B\u00fchne ist voll mit gepackten Koffern, auf denen die Juden sitzen. Ihre Peiniger, die sie an der Flucht hindern wollen, tragen Gesellschaftskleidung der Jahrhundertwende. Die Rolle des Moses wird zweigeteilt: Der S\u00e4nger stellt den j\u00fcdischen Theoretiker Theodor Herzl dar, was mit vielen Textzitaten als Einblendungen verdeutlicht wird, ein Schauspieler spielt den historischen Moses, der mit seinem Wanderstab anachronistisch \u00fcber die B\u00fchne zieht. Die Liebesbeziehung zwischen Amenophis und Ana\u00ef bleibt unkonkret: Scheinbar will der Sohn des Pharao nicht auf seine Sex-Sklavin verzichten. Die Plagen werden mit einfachen Theatermitteln dargestellt, es kriechen blutige Pestopfer \u00fcber die B\u00fchne, bei einem Erdbeben wanken die Darsteller darauf herum. F\u00fcr den Gang durch das rote Meer teilt sich der B\u00fchnenprospekt mit einer Meereslandschaft, bevor die W\u00e4nde einst\u00fcrzen und den Blick auf brennende H\u00e4user freigeben.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Die Hauptrolle konnte hervorragend besetzt werden: <strong>Nicolai Karnolsky<\/strong> als Mo\u00efse ist ein vollt\u00f6nender, fast schwarzer Ba\u00df, der auch mit einer soliden H\u00f6he gl\u00e4nzt. Hingegen fehlt <strong>Melih Tepretmez<\/strong> (Pharao) die Strahlkraft in der Tiefe, was f\u00fcr einen Bariton in einer Ba\u00dfrolle nicht weiter erstaunlich ist. Viel Feuer verbreitet hingegen das Liebespaar: <strong>David Yim <\/strong>hat sich in der Rolle des Am\u00e9nophis zu einem strahlenden, schweren italienischen Tenor weiter entwickelt. <strong>Leah Gordon<\/strong> ist als Ana\u00ef ein jugendlich leichter Sopran mit gro\u00dfer Reichweite, auch wenn sie in den h\u00f6heren Lagen etwas zu stark tremoliert. In den beiden Duetten d\u00e4mmert eine Romanze auf, die auch musikalisch in einer Trag\u00f6die endet. Mitrei\u00dfender kann man eine Trennung nicht schildern, was ein Verdienst von Christian Reuter ist, der an dieser Stelle die Inszenierung ad absurdum f\u00fchrt \u2013 auch wenn etwas mehr Spannung dieser Grand Opera Rossinis gut getan h\u00e4tte. Ferner schien die Besetzung besonders der Streicher etwas zu klein zu sein. Szenenapplaus gab es auch f\u00fcr <strong>Ezgi Kutlu<\/strong> als Frau des Pharao, Sina\u00efde, die mit glockenklarer Stimme und sicheren Koloraturen die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Erw\u00e4hnenswert ist noch <strong>Teresa Erbe<\/strong> (Marie) als ausdrucksstarker Mezzo. <strong>Richard Kindley<\/strong> (Eli\u00e9zer) hat hingegen einen wahrlich rabenschwarzen Abend.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Eine Inszenierung, die zeigt, da\u00df eine Verlegung der Handlung selten aufgeht. Neben anderem pa\u00dft die Flucht aus \u00c4gypten in die W\u00fcste wohl kaum ins Europa des 20. Jahrhunderts. Die Gestaltung der Plagen als schlichte B\u00fchneneffekte stand der unfreiwilligen Komik, die man an der Urauff\u00fchrung der urspr\u00fcnglichen Oper von 1818 kritisierte, in nichts nach. Die nichtssagenden Theatergesten des Moses-Darstellers tun ein \u00fcbriges. Die f\u00fcr die Dramaturgie des St\u00fcckes wichtige Liebesbeziehung zwischen Amenophis und Ana\u00ef bleibt unglaubw\u00fcrdig. Das ist bedauerlich, denn die Leidenschaft und Verzweiflung in den Arien der beiden spricht eine ganz andere Sprache. Und daher feiert das Publikum die musikalische Seite dieser Produktion v\u00f6llig zu Recht, ein weiterer Glanzpunkt im Bem\u00fchen des Staatstheaters N\u00fcrnberg in der Pflege selten gespielter Opern.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<br \/>\nDas Bild zeigt: Amenophis (David Yim) verliert die Diskussion mit seiner Mutter (Ezgi Kutlu)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Opera in vier Akten, Libretto: Giuseppe Luigi Balocchi und Etienne de Jouy, UA: 1827, Salle de la rue le Peletier, Paris Regie: David Mouchtar-Samorai, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Heinz Hauser Dirigent: Christian Reuter, N\u00fcrnberger Philharmoniker, Chor und Tanzensemble des<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1140\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,1],"tags":[],"class_list":["post-1140","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nurnberg-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1140"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1140\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1188,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1140\/revisions\/1188"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}