{"id":1119,"date":"2010-03-03T22:11:49","date_gmt":"2010-03-03T21:11:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1119"},"modified":"2010-04-02T21:19:11","modified_gmt":"2010-04-02T20:19:11","slug":"augsburg-theater-der-ferne-klang","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1119","title":{"rendered":"DER FERNE KLANG &#8211; Augsburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Franz Schreker (1878-1934) Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto vom Komponisten, UA: 18. August 1912, Opernhaus Frankfurt am Main<br \/>\nRegie: Renate Ackermann, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Timo Dentler und Okarina Peter, Dramaturgie: Ralf Waldschmidt, Choreografie: Dimas Casinha<br \/>\nDirigent: Dirk Kaftan, Philharmonisches Orchester Augsburg, Chor des Theaters Augsburg, Choreinstudierung: Karl Andreas Mehling<br \/>\nSolisten: Sally du Randt (Grete), Eckehard Gerboth und Wilhelmine Busch (Ihre Eltern), Mathias Schulz (Fritz), Markus Hauser (Wirt\/Polizist), Jan Friedrich Eggers (Schmierenschauspieler\/Baron\/Rudolf), Stephen Owen (Dr. Vigelius), Kerstin Descher (altes Weib) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 28. Februar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a title=\"Augsburg-Ferner-Klang\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Augsburg-Ferner-Klang.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Augsburg-Ferner-Klang.jpg\" alt=\"Augsburg-Ferner-Klang\" align=\"right\" \/><\/a>Der junge Komponist Fritz und Grete lieben sich, doch vor der Heirat m\u00f6chte er noch den ihm vorschwebenden fernen Klang finden. Fritz reist ab. Bald darauf kommt Gretes betrunkener Vater. Er hat seine Tochter im Spiel mit dem Wirt verloren. Grete weigert sich, ergreift die Flucht. Dabei begegnet sie der Kupplerin. Zehn Jahre vergehen, Grete ist in Venedig eine gefeierte und von den Herren begehrte Halbweltdame. Doch kann sie ihren geliebten Fritz nicht vergessen. Als Grete ihr Herz demjenigen verspricht, der es mit seinem Lied am tiefsten r\u00fchren kann, gewinnt ein zuf\u00e4llig erschienener Komponist. Grete erkennt ihren Fritz, er ist aber von ihr zutiefst entt\u00e4uscht. Als weitere f\u00fcnf Jahre vergehen wird Fritz sich seiner Schuld bewu\u00dft. Diesmal endet die Begegnung der Liebenden tragisch. Fritz kann endlich den fernen Klang h\u00f6ren, doch er stirbt in Gretes Armen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Das B\u00fchnenbild enth\u00e4lt viele wechselnde gestalterische Elemente, auch wenn es schlicht bleibt. Es ist fast durchgehend perspektivisch aufgebaut, gro\u00dfe Metallw\u00e4nde an den Seiten schillern und reflektieren die farbige Beleuchtung. Die Kost\u00fcme versetzen die Zuschauer in die Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts. Ein beweglicher Kreis auf der B\u00fchne leitet den zweiten Aufzug ein, er \u201eschwimmt\u201c wie eine Gondel im Zeitlupentempo dem Publikum entgegen und tr\u00e4gt die venezianische Musikkapelle. Alle Halbweltdamen tragen schwarze Reizw\u00e4sche mit Leopardenm\u00e4nteln, wei\u00dfe Gymnastikb\u00e4lle bieten ihnen Sitzgelegenheit. Der dritte Aufzug \u00fcberrascht das Publikum mit einem Spiegel \u00fcber dem Orchestergraben: Die Musik schwebt dem Publikum entgegen. Schillernder Glanzregen auf der B\u00fchne gibt dem fernen Klang eine optische Gestalt, bevor Fritz seine letzte Begegnung mit Grete erlebt. Er stirbt allerdings nicht in ihren Armen, wie das Libretto es vorschreibt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Alle S\u00e4nger erbringen eine hervorragende Leistung. Sie singen die anspruchsvolle Musik mit Gef\u00fchl und Hingabe \u2013 auch die stark expressiven gro\u00dfen Spr\u00fcnge \u2013 und die Dialoge strahlen Nat\u00fcrlichkeit aus. Der gesungene Text ist gut zu verstehen. Besonderes Lob verdient <strong>Sally du Randt<\/strong> (Grete). Sie singt klar und leidenschaftlich mit ihrer sch\u00f6nen Sopranstimme; dabei spielt sie die Rolle der gl\u00fccklich liebenden, dann trauernden, erheiterten und letztlich verlorenen Grete packend. Ihre Registerwechsel sind flie\u00dfend, wie aus einem Gu\u00df. Sie vermag dar\u00fcberhinaus stimmungsm\u00e4\u00dfig gut zu schattieren, der Beleuchtung der B\u00fchne entsprechend. Zu nennen ist hier vor allem ihre ausdrucksstarke Darstellung der im Mondlicht nachsinnenden Grete in der siebten Szene des ersten Aufzugs. Die achte Szene des ersten Aufzugs setzt diese Stimmung fort, in der <strong>Kerstin Descher<\/strong> (altes Weib) mit ihrer farbenreichen Mezzosopranstimme in Aktion tritt. <strong>Mathias Schulz<\/strong> (Fritz) ist ein attraktiver, durchsetzungskr\u00e4ftiger Tenor. Besonders gelungen ist sein Dialog mit Sally du Randt in der achten Szene. Ihre Stimmen erg\u00e4nzen sich in Klangspektrum und Klangfarbe. Er meistert seine Partie mit verhaltener Leidenschaft und hat auch im vorgeschriebene Sprechgesang genug Durchsetzungsverm\u00f6gen. <strong>Stephen Owen<\/strong> (Dr. Vigelius) mit seinem angenehmen Ba\u00df und Mathias Schulz<strong> <\/strong>bestimmen s\u00e4ngerisch das Geschehen im dritten Aufzug, auch ihre Stimmen harmonieren gut mit einander. Das Orchester erbringt eine \u00fcberw\u00e4ltigende Realisierung, seine gesamte Leistung ist ein Ohrenschmaus. Es spielt mit Begeisterung, was bisweilen wiederum \u2013 aber nur an einigen H\u00f6hepunkten \u2013 den Gesang \u00fcbert\u00f6nt.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Diese in sich stimmige Auff\u00fchrung war musikalisch wie auch spielerisch perfekt. Das Publikum spendete tosenden Beifall. Das Zusammenspiel zwischen Licht, Orchesterklang, Gesang und Spiel brachte den \u201efernen Klang\u201c in den Raum, versetzte den Zuschauer in die Illusion, ihn tats\u00e4chlich erfahren zu k\u00f6nnen. Renate Ackermanns Regiearbeit ist psychologisierend, sie setzte den Schwerpunkt auf die Gef\u00fchlswelt der Protagonisten. Manche Librettoanweisungen lie\u00df sie au\u00dfer acht und interpretierte frei. Es gab vulg\u00e4re und erniedrigende Elemente in der Begegnung zwischen dem Wirt und Grete, um die Tragik ihres Schicksals zu verdeutlichen. Die <strong>musikalische Leistung<\/strong> aller unter <strong>Dirk Kaftans<\/strong> Dirigat war enorm.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: A. T. Schaefer<br \/>\nDas Bild zeigt. Sally du Randt (Grete) auf dem beweglichen Kreis vor dem Venezianischen Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Schreker (1878-1934) Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto vom Komponisten, UA: 18. 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