{"id":1112,"date":"2010-03-02T21:45:24","date_gmt":"2010-03-02T20:45:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1112"},"modified":"2010-04-02T21:21:59","modified_gmt":"2010-04-02T20:21:59","slug":"gelsenkirchen-musiktheater-im-revier-die-tote-stadt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1112","title":{"rendered":"DIE TOTE STADT &#8211; Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p>von Erich Wolfgang Korngold (1897 &#8211; 1957), Oper in drei Bildern, Libretto: Paul Schott<br \/>\nUA: 4. Dezember 1920, Hamburg und K\u00f6ln<br \/>\nRegie: Thilo Reinhardt, B\u00fchne: Wilfried Buchholz, Kost\u00fcme: Gisa Kuhn, Dramaturgie: Juliane Schunke, Licht: J\u00fcrgen Rudolph, Dirigent: Heiko Mathias F\u00f6rster, Neue Philharmonie Westfalen, Chor: Christian Jeub, Opernchor des Musiktheaters im Revier, Kinderchor der St\u00e4dtischen Musikschule Gelsenkirchen, Einstudierung: Francis Corke, Askan Geisler und Bernhard Stengel<br \/>\nSolisten: Burkhard Fritz (Paul), Majken Bjerno (Marietta, Erscheinung Mariens), Bj\u00f8rn Waag (Frank, Pierrot), Almuth Herbst (Brigitta, Lucienne), Elena Kofina (Gestalt Maries)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 27. Februar 2010 (Premiere)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a title=\"Gelsenkirchen-Tote-stadt\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Gelsenkirchen-Tote-stadt.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Gelsenkirchen-Tote-stadt.jpg\" alt=\"Gelsenkirchen-Tote-stadt\" align=\"right\" \/><\/a>Paul lebt zur\u00fcckgezogen in Br\u00fcgge und betreibt einen obsessiven Totenkult um seine verstorbene Frau Marie. Eines Tages begegnet Paul der T\u00e4nzerin Marietta, die in seinen Augen der verstorbenen Marie vollkommen gleicht. Er l\u00e4\u00dft sich mit Marietta ein, sieht aber stets Marie in ihr. Marietta will sich jedoch nicht in diese Rolle dr\u00e4ngen lassen und verlangt von Paul sie um ihretwillen zu lieben. Eines Morgens findet Marietta eine von Maries Locken und beginnt mit dieser zu tanzen. Hier\u00fcber ist Paul derart erbost, da\u00df er Marietta umbringt. Pl\u00f6tzlich erwacht er allein in seinem Zimmer, kurz nach dem ersten Besuch Mariettas. Ihm wird klar, da\u00df er einen schrecklichen Alptraum hatte, und er beschlie\u00dft Br\u00fcgge zu verlassen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Im ersten Akt besteht das B\u00fchnenbild aus einem gro\u00dfen, heruntergekommen, sp\u00e4rlich m\u00f6blierten Raum mit einem zugemauerten Ausgang auf der rechten Seite. Trotz seiner Verwahrlosung erahnt man noch die einstige erlesene Ausstattung. Die Wand auf der Stirnseite ist als kahle Betonfl\u00e4che gestaltet. Von Beginn des zweiten Aktes an wird die Betonwand entfernt und gibt den Blick auf eine Stra\u00dfenszene im Stil des Historismus frei. Als Besonderheit hat Wilfried Buchholz den Boden der B\u00fchne mit Wasser bedecken lassen, welches lediglich durch wenige Holzplanken \u00fcberbr\u00fcckt wird.<br \/>\nIn Thilo Reinhardts Inszenierung dient der Raum im Vordergrund als Pauls Heim, das Stra\u00dfenpanorama im Hintergrund einerseits als Stra\u00dfe, andererseits als Theater f\u00fcr Mariettas Ensemble. Der von Wasser bedeckte Boden wird vor Allem zu Beginn des dritten Aktes als Spielfl\u00e4che f\u00fcr herumtollende Kinder genutzt, hat aber ansonsten keine Bedeutung.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Die Neue Philharmonie Westfalen setze Korngolds imposante und massive Musik mit viel spielerischem K\u00f6nnen um. Alle L\u00e4ufe und Soli kamen auf den Punkt. Gleichzeitig war die Musik aber niemals so sehr im Vordergrund, da\u00df sie die Solisten \u00fcbert\u00f6nt h\u00e4tte. Pauls Rolle bedarf einer gro\u00dfen Anstrengung, da der Solist meist gegen das Orchester ansingen mu\u00df. Dies l\u00f6ste <strong>Burkhard Fritz<\/strong> (Paul) mit Bravour. Trotz seiner kr\u00e4ftezehrenden Gesangspartie erreichte er die hohen T\u00f6ne sicher und ohne\u00a0 Ausdrucksverlust. Seine Gesangspartnerin <strong>Majken Bjerno<\/strong><strong> <\/strong>(Marietta, Erscheinung Mariens) lieferte eine solide Vorstellung ab. Sie zeigte zwar leichte Schw\u00e4chen in der mittleren Lage, in der die T\u00f6ne manchmal etwas gedr\u00fcckt schienen, glich diese aber durch ihre Tonstabilit\u00e4t in der hohen Lage aus und bewies als Erscheinung Mariens gro\u00dfe stimmliche Zartheit.<br \/>\n<strong>Almuth Herbst<\/strong> (Brigitta) konnte mit den Leistungen der Protagonisten leider nicht immer mithalten. Ihre Stimme wies zwar auch einen gro\u00dfen Umfang an Ausdruck und Beweglichkeit auf, es fehlte ihr aber an der n\u00f6tigen Kraft, das Orchester zu \u00fcbert\u00f6nen. Ebenso mu\u00dfte auch <strong>Bj\u00f8rn Waag<\/strong> (Frank) mit seiner Stimme k\u00e4mpfen. Die hohe Lage kam bei ihm \u00e4u\u00dferst gequetscht,\u00a0 daher fehlte es seiner Stimme leider an Volumen, Dynamik und Ausdruck. Der Opern- und Kinderchor gab eine gute Vorstellung ohne besondere Glanzpunkte.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Es ist mit Sicherheit nicht leicht, den inneren Kampf Pauls mit sich selbst anschaulich auf die B\u00fchne zu bringen. Dennoch stellt sich die Frage, ob es auf eine solche Art geschehen mu\u00df. <strong>Thilo<\/strong> <strong>Reinhardt<\/strong> hat hierzu einen Weg gew\u00e4hlt, der dem Betrachter nicht immer einleuchtet. So z.B. das Trugbild im zweiten Akt oder die Gestalt der nackten Marie im dritten. Warum erschien diese erst im Bischofsgewand und war dann darunter vollkommen nackt? Und warum mu\u00dfte sie im sp\u00e4teren Verlauf des Aktes eine Hostie an der Wand befestigen und sich mit deren Blut besudeln? Im Gro\u00dfen und Ganzen fragte man sich bis zum Schlu\u00df: \u201eWas wollte uns der Regisseur damit sagen?\u201c<\/p>\n<p>Fabian Sch\u00e4fer<\/p>\n<p>Bild: Pedro Malinowski<br \/>\nDas Bild zeigt: Majken Bjerno (Marietta) und Burkhard Fritz (Paul)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Erich Wolfgang Korngold (1897 &#8211; 1957), Oper in drei Bildern, Libretto: Paul Schott UA: 4. 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