{"id":1105,"date":"2010-03-07T18:20:20","date_gmt":"2010-03-07T17:20:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1105"},"modified":"2010-03-28T10:44:35","modified_gmt":"2010-03-28T09:44:35","slug":"oper-frankfurt-la-rondine-die-schwalbe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1105","title":{"rendered":"LA RONDINE (DIE SCHWALBE) &#8211; Frankfurt, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Commedia lirica in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami nach der deutschen Vorlage Die Schwalbe von Alfred Maria Willner und Heinz Reichert<br \/>\nDirigent: Marc Soustrot, Chor: Matthias K\u00f6hler, Opern- und Museumsorchester und Chor der Oper Frankfurt<br \/>\nSolisten: Elaine Alvarez (Magda de Civry), Britta Stallmeister (Lisette), Joseph Calleja (Ruggero), Marius Brenciu (Prunier), Aris Argiris (Rambaldo), Christiane Karg (Yvette\/Georgette\/una voce interna), Sun Hyung Cho (Bianca\/Gabriella), Nina Tarandek (Suzy\/Lolette), Sungkon Kim (P\u00e9richaud\/Rabonnier\/Maggiodormo), Michael McCown (Gobin), Franz Mayer (Cr\u00e9billon)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 6. M\u00e4rz 2010 (Premiere, konzertante Auff\u00fchrung, Koproduktion mit der Alten Oper Frankfurt)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a title=\"Frankfurt-La-Rondine\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Frankfurt-La-Rondine.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/Frankfurt-La-Rondine.jpg\" alt=\"Frankfurt-La-Rondine\" align=\"right\" \/><\/a>Im Pariser Salon Magda de Civrys findet sich eine exklusive Gesellschaft ein. Der Dichter Prunier, der auf Dr\u00e4ngen tr\u00e4gt  einen Lobgesang an die romantische Liebe vor. Viele spotten dar\u00fcber doch Magda glaubt die wahre Liebe, die sie bei ihrem Geliebten, dem Bankier Rambaldo, vermi\u00dft; denn dieser liebt nur sein Geld. Man l\u00e4\u00dft den Abend im Caf\u00e9 Bullier ausklingen. Magda hat sich kost\u00fcmiert, und stellt sich dem gutaussehenden Ruggero als Paulette vor. Sie verlieben sich sofort ineinander. \u00dcberst\u00fcrzt trennt sich Magda von Rambaldo und das gl\u00fcckliche neue Paar verbringt liebestrunkene Tage in Nizza \u2013 doch als Ruggero Magda bittet, seine Frau zu werden, fl\u00fcchtet sie zur\u00fcck nach Paris.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDa\u00df eine konzertante Auff\u00fchrung nicht zwangsl\u00e4ufig statisch ist, stellten die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis. Angesteckt von der verhaltenen, dennoch erkennbaren mimischen Textdeutung, nahm <strong>Marc Soustrot<\/strong> am Pult die Einladung zum Tanz im zweiten Akt entgegen und bewegte sich t\u00e4nzerisch-elegant durch die vielen Rhythmuswechsel und differenziertesten Klangfarben. Er entlockte dem Orchester eine erstaunliche Palette facettenreicher Kl\u00e4nge, die den Stimmungswechseln der Protagonisten immer angepa\u00dft waren \u2013 humorvoll, schwerm\u00fctig, sentimental und leidenschaftlich erg\u00e4nzte das Orchester das Gesangsensemble. Soustrot lie\u00df genug Raum f\u00fcr die lyrischen Abschnitte, so da\u00df man die Entwicklung der Themen immer nachvollziehen konnte \u2013 und dabei ins Staunen geriet \u00fcber Puccinis feinsinnige und sensible Orchestrierung. Der von <strong>Matthias K\u00f6hler<\/strong> sehr gut einstudierte <strong>Chor der Oper Frankfurt <\/strong>agierte im zweiten Akt harmonisch mit dem Ensemble und blieb trotz aller klanglichen Kraft in gutem Mischungsverh\u00e4ltnis zu Orchester und Solisten.<br \/>\n<strong>Marius Brenciu<\/strong> (Prunier) meisterte mit unglaublicher Leichtigkeit alle Schwierigkeiten seiner Partie und war dabei ganz der leidenschaftliche, sinnliche Liebhaber und Dichter. Dies bewies er im romantischen <em>Forse, come la rondine \u2013 Vielleicht, wie die Schwalbe<\/em>. <strong>Joseph Calleja <\/strong>(Ruggero) etwas erkrankt, konnte die Auff\u00fchrung aber doch bestreiten. Stark und kr\u00e4ftig pr\u00e4sentierte er trotzdem seine Stimme, die in den H\u00f6hen v\u00f6llig sicher, wenn auch dynamisch etwas unflexibel war \u2013 was aber wohl auf seinen angeschlagenen Zustand zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Eindrucksvoll war sein Flehen <em>No! Non lasciarmi solo! \u2013 Nein! Verla\u00df mich nicht!<\/em>, das G\u00e4nsehaut verursachte. Prunier zur Seite stand eine starke <strong>Britta Stallmeister<\/strong> (Lisette), die wie ein Wirbelwind durch ihre textreichen Passagen fegte und gro\u00dfe Intonationssicherheit zeigte. Hell und schwebend f\u00fcgte sich ihr Sopran auch in den Duetten harmonisch ins Ensemble ein. <strong>Elaine Alvarez<\/strong> als Magda de Civry bestach durch einen stimmgewaltigen, dennoch elegant-schlanken Sopran, was sie sogleich bei <em>Chi il bel sogno di Doretta? \u2013 Der sch\u00f6nen Traum Dorettas<\/em>? und <em>Ore dolci e divine \u2013 S\u00fc\u00dfe und g\u00f6ttliche Stunden<\/em> offenbarte. Mit <strong>Aris Argiris<\/strong> (Rambaldo) war ein profunder und klarer Ba\u00df gefunden, jedoch ging er in den Ensemblenummern ab und an unter und wurde von den \u00fcbrigen Stimmern \u00fcberdeckt. <strong>Christiane Karg, Sun Hyung Cho, Nina Tarandek, Sungkon Kim, Michael McCown<\/strong> und <strong>Franz Mayer<\/strong> erg\u00e4nzten das Ensemble zu einer harmonisch agierenden Gruppe und zeigten ebenfalls eine solide Leistung.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nSollte jemand einer konzertanten Auff\u00fchrung reserviert gegen\u00fcberstehen, so hat diese Auff\u00fchrung deutlich gezeigt, da\u00df die Abwesenheit von Kulisse und Kost\u00fcm nicht zwangsl\u00e4ufig einem CD-Lauschen im Wohnzimmer gleichkommt. Im Gegenteil war das Fehlen der Szenerie keineswegs ein Mangel, sondern gab den Blick im wahrsten Wortsinne frei, auf ein musikalisches Werk, das (leider) eine Rarit\u00e4t im Operngeschehen darstellt. Keine Regielesart der Handlung lenkt von der wundervoll-romantischen Musik der Oper ab, und der Zuh\u00f6rer kann sich ganz auf die eindrucksvolle Darbietung konzentrieren. V\u00f6llig zutreffend wurde die Vorstellung vom Publikum entsprechend auch mit gro\u00dfer Begeisterung aufgenommen \u2013 nicht enden wollende Applaus und Bravorufe galten allen Akteuren und dem Orchester.<\/p>\n<p>Isabell Seider<\/p>\n<p>Bild: Wolfgang Runkel<br \/>\nDas Bild zeigt: v.l.n.r. den Tenor Joseph Calleja (Ruggero), die Sopranistin Elaine Alvarez (Magda de Civry) sowie den Dirigenten Marc Soustrot<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Commedia lirica in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami nach der deutschen Vorlage Die Schwalbe von Alfred Maria Willner und Heinz Reichert Dirigent: Marc Soustrot, Chor: Matthias K\u00f6hler, Opern- und Museumsorchester und Chor der Oper Frankfurt Solisten:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1105\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,1],"tags":[],"class_list":["post-1105","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-frankfurt-oper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1105","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1105"}],"version-history":[{"count":8,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1105\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1430,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1105\/revisions\/1430"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1105"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1105"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1105"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}