{"id":1065,"date":"2010-02-27T23:36:51","date_gmt":"2010-02-27T22:36:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1065"},"modified":"2011-02-20T19:03:10","modified_gmt":"2011-02-20T18:03:10","slug":"karlsruhe-staatstheater-radamisto","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1065","title":{"rendered":"RADAMISTO &#8211; Karlsruhe, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p>von G.F. H\u00e4ndel, Opera seria in drei Akten, Libretto: Nicola Francesco Haym nach dem Libretto von Benedetto Domenico Lalli, UA: 27. April 1720, King\u2019s Theatre Haymarket, London (1. Fassung, in Karlsruhe gespielt)<br \/>\nRegie\/Choreographie: Sigrid T\u2019Hooft, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: Stephan Dietrich, Corpo Barocco, Gent<br \/>\nDirigent: Peter van Heyghen, Deutsche H\u00e4ndelsolisten<br \/>\nSolisten: Mika Kares (Farasmane, K\u00f6nig von Thrakien), Tamara Gura (Radamisto, Sohn Farasmanes), Delphine Galou (Zenobia, Radamistos Frau), Patrick Henckens (Tiridate, K\u00f6nig von Armenien), Kirsten Blaise (Polissena, Frau Tiridates und Radamistos Schwester), Berit Barfred Jensen (Fraarte, Bruder Tiridates), Ina Schlingensiepen (Tigrane , F\u00fcrst von Ponto)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 25. Februar 2010 (Premiere der Wiederaufnahme von 2009, szenische authentische Urauff\u00fchrung)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"ka-radamisto.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/ka-radamisto.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"ka-radamisto.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/ka-radamisto.jpg\" \/><\/a>Tiridate, verliebt in Radamistos Frau Zenobia, will deswegen seine Frau Polissena verlassen. Um Zenobia zu erobern, \u00fcberf\u00e4llt Tiridate mit seinen Soldaten Thrakien und nimmt Farasmane gefangen. Radamisto entkommt mit Zenobia. Auf der Flucht erleidet Zenobia einen Schw\u00e4chanfall und st\u00fcrzt sich in den Flu\u00df, um der Gefangenschaft zu entgehen. Sie wird gerettet und kommt mit Radamisto in Tiridates Hand. Dieser bietet Zenobia Zepter und Krone der vereinigten K\u00f6nigreiche Armenien\/Thrakien, doch sie lehnt jeden Ann\u00e4herungsversuch ab. Radamisto kommt als Bote verkleidet in Tiridates Palast, um ihn zu t\u00f6ten. Dies verhindert Polissena. Radamisto soll sterben, wird aber von Tigrane gerettet. Tiridate, seiner Macht beraubt, vers\u00f6hnt sich mit seiner Frau.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nMan erblickt eine Kulissenb\u00fchne, die in perspektivischer Anordnung die auf Leinw\u00e4nden gemalten B\u00fchnenbilder von der B\u00fchnentiefe nach vorne seitlich anordnet oder vom Schn\u00fcrboden herabl\u00e4\u00dft, wobei die Kulissenw\u00e4nde sich vom B\u00fchnenhintergrund nach vorne f\u00e4cherf\u00f6rmig \u00f6ffnen. Diese Leinw\u00e4nde zeigen die \u00d6rtlichkeiten, in denen sich die Handlung abspielt. Je Akt gibt es drei Ortsver\u00e4nderungen: k\u00f6nigliches Lagerzelt, Feldlager, Palasthof, Landschaft mit querverlaufendem Flu\u00df, k\u00f6niglicher Garten, Palastsaal, Hof innerhalb des Palastes, k\u00f6nigliches Gemach und Tempel. Die B\u00fchne wird von m\u00e4chtigen Kronleuchtern erhellt, die mit Dutzenden von Kerzen best\u00fcckt sind. Von der Rampe her gibt es verdecktes Kunstlicht, das einzige \u201eModerne\u201c der Beleuchtung. Durch Farbunterschiede sind die pr\u00e4chtigen, ausladenden Kost\u00fcme der Protagonisten unterscheidbar. So tragen Tiridate und Polissena schwarz-goldene Gew\u00e4nder, Radamisto und Zenobia wei\u00df-rote Kost\u00fcme etc. Alle tragen auf ihrem Kopf ungeheuer hohe Aufbauten, die ihre k\u00f6nigliche W\u00fcrde anzeigen. Die Kost\u00fcme der zum jeweiligen Aktschlu\u00df auftretenden T\u00e4nzer sind von einer variantenreichen Farbenpracht wie sie nur die Barockzeit hervorbringen konnte.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie H\u00e4ndelsolisten, ein Spezialorchester, unter <strong>Peter van Heyghen<\/strong> Leitung l\u00e4\u00dft H\u00e4ndels Musik aufbl\u00fchen. Stets werden angemessene Tempi vorgegeben. Obwohl van Heyghen seine Musiker fest im Griff hat, gelingt es ihm nicht immer, die Lautst\u00e4rke den solistischen Stimmen anzugleichen. Auch \u00fcbert\u00f6nen einige Male begleitende Solo-Instrumente, wie z.B. die Oboe Zenobias Cavatina <em>Quando mai, spietata sorte \u2013 Warum nur, unbarmherziges Schicksal<\/em> (2. Akt).<br \/>\nDen Naturh\u00f6rnern und -trompeten gelingen ihre Soli gut, was durch die schwere Spieltechnik dieser Instrumente keineswegs immer der Fall ist.<br \/>\nKurz nach Zenobias vermeintlichem Tod singt Radamisto eine <em>Ombra-Arie<\/em>. H\u00e4ndel selbst hat sie hochsch\u00e4tzte. <strong>Tamara Gura<\/strong> (Radamisto) <em>Ombra cara di mia sposa \u2013 Teurer Schatten meiner Gemahlin<\/em> (2. Akt) gelingt es nicht ganz, die Dimension dieser Largo-Arie herauszuarbeiten. Trotz ihres intonationssicheren Mezzosoprans befriedigt Dynamik und Betonung nicht ganz. <strong>Patrick Henckens<\/strong> (Tiridate) setzt seine Tenorstimme mit Verve ein, hat in den H\u00f6henlagen ein wenig M\u00fche, singt die parallel zum Orchester verlaufenden Stellen (colla parte) intonationsgenau, doch seine Partie ist nicht genug ausgefeilt. <strong>Berit Barfred Jensen<\/strong> (Fraarte) und <strong>Ina Schlingensiepen<\/strong> (Tigrane) geben den Koloraturen und Verzierungen die n\u00f6tige lyrische Note. <strong>Mika Kares<\/strong> (Farasmane) besitzt ein raumf\u00fcllendes Ba\u00dfvolumen. Seiner Gesangslinien sind dynamisch und kraftvoll. Die rasenden Koloraturketten ihrer Arie <em>Son contenta di morire \u2013 Zufrieden bin ich zu sterben<\/em> (1. Akt) singt <strong>Delphine Galou<\/strong> (Zenobia) einwandfrei. Beim Da capo spart sie nicht mit Verzierungen, die sich manchmal nicht so gut in H\u00e4ndels Ausdrucksweise einpassen. <strong>Kirsten Blaise<\/strong> in der Rolle des verlassenen und doch treuen Polissena, eine wahre K\u00f6nigin in Darstellung und Gesang, bringt umwerfend die kr\u00e4fteverzehrenden Colla-parte-Stellen zusammen mit der Solo-Violine \u00fcber die Rampe. Das Singen der \u00fcber sechs Takte gehaltenen langen Noten ist \u2013 nur f\u00fcr den Zuh\u00f6rer \u2013 atemberaubend. Verdienter langer Szenenapplaus!<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine Auff\u00fchrung, die mit ihrer Authentizit\u00e4t eine gro\u00dfe Eindringlichkeit vermittelt. Zu w\u00fcnschen w\u00e4re, da\u00df mehr Opernh\u00e4user sich veranla\u00dft f\u00fchlten, der Barockoper wieder \u201eihre Heimstatt\u201c zu geben. <strong>Sigrid T\u2019Hooft<\/strong> gelingt das hier: es war nicht nur eine Ohren- sondern auch eine Augenweide.<br \/>\nDr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Jacqueline Krause-Burberg<br \/>\nDas Bild zeigt: Tamara Gura (Radamisto) im Hintergrund, Kirsten Blaise (Polissena)<\/p>\n<p>(Hinweis: im OPERAPOINT-Heft 2\/2010 werden neben einem Interview mit Sigrid T\u2019Hooft weitere Informationen zum \u201eauthentischen Geschehen\u201c dieser Auff\u00fchrung zu lesen sein.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von G.F. H\u00e4ndel, Opera seria in drei Akten, Libretto: Nicola Francesco Haym nach dem Libretto von Benedetto Domenico Lalli, UA: 27. April 1720, King\u2019s Theatre Haymarket, London (1. 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