{"id":1056,"date":"2010-02-17T13:17:59","date_gmt":"2010-02-17T11:17:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1056"},"modified":"2010-03-21T13:24:16","modified_gmt":"2010-03-21T12:24:16","slug":"leipzig-oper-die-liebe-zu-drei-orangen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1056","title":{"rendered":"Leipzig, Oper &#8211; DIE LIEBE ZU DREI ORANGEN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Sergej Prokofjew, Text: Sergej Prokofjew, UA: 30. Dezember 1921, Chicago<br \/>\nRegie: Wolfgang Engel, B\u00fchne: Andreas Jander, Kost\u00fcme: Michael Sieberock-Serafimowitsch<br \/>\nDirigent: Roland Kluttig, Gewandhausorchester und Chor der Oper Leipzig, Choreinstudierung: S\u00f6ren Eckhoff<br \/>\nSolisten: Roman Astakhov (K\u00f6nig und Kreonta), Michael Baba (Prinz), Jean Broekhuizen (Prinzessin Clarice), Morgan Smith (Leander), Martin Petzold (Truffaldino), Viktorija Kaminskaite (Ninetta), J\u00fcrgen Kurth (Pantalone), Tuomas Pursio (Zauberer Celio), Susan Maclean (Hexe Fata Morgana), Jennifer Porto (Smeraldina), Friedhelm Eberle (Prinzipal der Theatergruppe und Farfarello)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 12. Februar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"leipzig-drei-orangen.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/leipzig-drei-orangen.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"leipzig-drei-orangen.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/leipzig-drei-orangen.jpg\" \/><\/a>Prokofjews M\u00e4rchen f\u00fcr Erwachsene ist ein Lustspiel \u00fcber einen Prinzen, der erst an hypochondrischen Depressionen leidet und nicht lachen kann, bis er sich \u00fcber die b\u00f6se Zauberin Fata Morgana schieflacht und schlie\u00dflich von dieser verhext wird, sich in drei Orangen zu verlieben, aus denen er sich seine gro\u00dfe Liebe sch\u00e4lt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEin Spiegelbild des Zuschauersaals stellte die B\u00fchne dar. In der Mitte war ein Podest, das in der H\u00f6he bei mehreren Gelegenheiten ver\u00e4ndert wurde und mal als B\u00fchne auf der B\u00fchne oder als gro\u00dfe Tafel fungierte, dahinter mehrere Sitzreihen, in welchen \u201eechte\u201c Zuschauer und auch die Darsteller sa\u00dfen. W\u00e4hrend des dritten und vierten Aktes wurde die B\u00fchne zur K\u00fcche der Kreonta, die eher an eine Pathologie erinnerte, zum Gefangenenlager und zum Thronsaal umgebaut. Insgesamt wurde die B\u00fchne sehr h\u00e4ufig ver\u00e4ndert, zumeist w\u00e4hrend l\u00e4ngerer Orchesterpassagen oder w\u00e4hrend vor dem Vorhang gespielt wurde, so da\u00df die Handlung anschlie\u00dfend ungest\u00f6rt weitergehen konnte. Die Kost\u00fcme wiesen keine gemeinsame Linie auf, nur die einzelnen Gruppen, die im Prolog zu Worte kamen, hatten ein einheitliches Konzept. Auffallend jedoch, da\u00df die meisten weiblichen Figuren stets Reizw\u00e4sche trugen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Roman Astakhov<\/strong> (K\u00f6nig und Kreonta) hatte zu Beginn der Vorstellung etwas M\u00fche, seinen Ba\u00df in voller Kraft zu entfalten und wirkte daher im ersten Akt recht bla\u00df. Ab dem zweiten Akt bewegte er sich sicher durch die Partie und sorgte als in Reizw\u00e4sche gekleidete K\u00f6chin f\u00fcr Slapstick-Komik. Eine gute Darbietung war von <strong>Michael Baba<\/strong> (Prinz) zu erleben. Gesanglich war er einer der H\u00f6hepunkte, sein Spiel pa\u00dfte gut zur komisch-romantischen Auslegung seiner Rolle. <strong>Martin Petzold<\/strong> stellte den Spa\u00dfmacher Truffaldino witzig dar, was ihm nach gefallenem Vorhang, auch wegen seiner Gesangsdarbietung, den einen oder anderen Bravoruf einbrachte. Die beiden B\u00f6sewichte am Hofe, <strong>Jean Broekhuizen<\/strong> (Clarice) und <strong>Morgan Smith<\/strong> (Leander), \u00fcberboten sich gegenseitig in der \u00fcbertriebenen Zurschaustellung von Hinterlist und Durchtriebenheit und sangen ihre Partien ordentlich. Ebenfalls Heiterkeit weckend pr\u00e4sentierte sich <strong>J\u00fcrgen Kurth<\/strong> (Pantalone), der unnachgiebig \u00fcber die B\u00fchne humpelte und sein lahmes Bein vielleicht ein paar Male zu h\u00e4ufig zum Spa\u00dfen nutzte. Seine Sangeskunst verdient jedoch viel Lob, so wie die von <strong>Tuomas Pursio<\/strong> (Celio), <strong>Susan Maclean<\/strong> (Fata Morgana) und <strong>Jennifer Porto<\/strong> (Smeraldina). Letztere versetzte das Publikum wegen ihrer jugendlichen Frische in Verz\u00fcckung.<br \/>\nDas <strong>Gewandhausorchester<\/strong> unter der Leitung von <strong>Roland Kluttig<\/strong> war unbestreitbar das Glanzlicht an diesem Abend. Kluttig verstand es, sowohl Orchester als auch das Ensemble auf der B\u00fchne von der besten Seite zu zeigen. Es gelang ihm, eine emotionale Dichte aufzubauen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nGr\u00f6\u00dftenteils war diese Auff\u00fchrung szenisch viel zu \u00fcberzogen. Mit radikaler Gewalt, so schien es, wollte der Regisseur Kom\u00f6die, Slapstick, Travestie und Schockelemente miteinander verbinden. Was dabei herauskam, war ein Flickenteppich, der keinen roten Faden hatte. Zwar liefern das Libretto und die sich immer wieder dem Gestus der Situation anpassende Musik eine daf\u00fcr geeignete Vorlage, doch der Funke sprang nicht \u00fcber \u2013 es war bei allem ein bi\u00dfchen zu viel. Das tr\u00fcbte in manchem Moment das Vergn\u00fcgen an der Vorstellung. Was blieb war jedoch die hervorragend interpretierte Musik, wegen der sich der Besuch auf jeden Fall lohnt.<\/p>\n<p>Tom Zackl<\/p>\n<p>Bild: Andreas Birkigt<br \/>\nDas Bild zeigt: Michael Baba (Prinz) und Viktorija Kaminskaite (Ninetta)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Sergej Prokofjew, Text: Sergej Prokofjew, UA: 30. 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