{"id":1046,"date":"2010-02-02T11:10:39","date_gmt":"2010-02-02T09:10:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1046"},"modified":"2010-03-21T13:25:14","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:14","slug":"halle-oper-tannhauser-und-der-sangerkrieg-auf-wartburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1046","title":{"rendered":"Halle, Oper &#8211; TANNH\u00c4USER UND DER S\u00c4NGERKRIEG AUF WARTBURG"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner, Text: vom Komponisten, UA: 19. Oktober 1845 Dresden<br \/>\nRegie: Christian Georg Fuchs, B\u00fchne: Gregor Sturm, Kost\u00fcme und Figuren: Gisa Kuhn<br \/>\nDirigent: Karl-Heinz Steffens, Staatskapelle Halle, Opernchor, Choreinstudierung: Jens Petereit, Extrachor, Einstudierung: Tobias Horschke<br \/>\nSolisten: Christoph Stegemann (Landgraf Hermann), Lars Clevemann (Tannh\u00e4user), Sebastian Noack (Wolfram von Eschenbach), Romelia Lichtenstein (Elisabeth), Ulrike Schneider (Venus), Sophie Klu\u00dfmann (Hirt) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 30. Januar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/halle-tannhauser.jpg\" TITLE=\"halle-tannhauser.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/halle-tannhauser.jpg\" ALT=\"halle-tannhauser.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Tannh\u00e4user weilt im Venusberg, den Verlockungen der Liebesg\u00f6ttin hingegeben, sehnt sich jedoch zur\u00fcck in die reale Welt. Venus will ihn nicht ziehen lassen, aber nach der Anrufung der heiligen Jungfrau Maria kehrt Tannh\u00e4user zur\u00fcck in die Wirklichkeit. Dort trifft er auf seine ehemaligen Konkurrenten in der Sangeskunst. Sie nehmen ihn zum S\u00e4ngerwettstreit auf die Wartburg mit, wo Tannh\u00e4user Elisabeth wieder trifft. Die S\u00e4nger bekommen die Aufgabe, ihre Vorstellungen vom wahren Wesen der Liebe vorzutragen, wobei Tannh\u00e4user gesteht, da\u00df er im Venusberg gewesen ist. Deshalb hat er sein Leben verwirkt, doch Elisabeth gelingt es durchzusetzen, da\u00df er sich einem Pilgerzug nach Rom anschlie\u00dft. Von dort kehrt er zwar ohne p\u00e4pstliche Vergebung wieder, wird aber durch das Selbstopfer Elisabeths erl\u00f6st.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas gesamte B\u00fchnenbild bestand aus grauen Quadern, die je nach Situation in der H\u00f6he variierten. In der Venusbergsszene \u00fcberragte ein riesiger, stilisierter Kopf mit beweglichen Lidern den B\u00fchnenhintergrund. Vier Statistinnen bewegten t\u00e4nzerisch zwei \u00fcberlebensgro\u00dfe H\u00e4nde, die Tannh\u00e4user immer wieder zur\u00fcckhielten. \u00dcberdimensionierungen von K\u00f6rperteilen fanden sich in weiteren Szenen. So zum Beispiel als der Hirt mit unnat\u00fcrlich gro\u00dfem Kopf die Ankunft des Mai besingt. Die S\u00e4nger waren mit Pferdeges\u00e4\u00dfen best\u00fcckt und mit Jockeykleidung versehen. Am Schlu\u00df des dritten Aktes liegen sich zahlreiche Paare mit von Farbe besudelter Kleidung \u2013 als Versinnbildlichung der S\u00fcnde \u2013 dem\u00fctig in den Armen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDem Ensemble kann eine gute Leistung attestiert werden, auch wenn es andererseits nur sehr wenige herausragende Momente gab. <strong>Sebastian Noacks<\/strong> (Wolfram von Eschenbach) Gesang war mitrei\u00dfend, klar und \u00fcberaus emotional. Er spielte mit kleineren Gesten, seine Figur war gut herausgearbeitet. Nicht umsonst erhielt Noack vielfach spontane Bravo-Rufe. Nicht minder gut war <strong>Ulrike Schneider<\/strong> (Venus) an diesem Abend. Wenn auch hinter einer Maske verborgen, flammte trotzdem eine Leidenschaft auf, die einer Liebesg\u00f6ttin w\u00fcrdig war, was auch von ihrem Gesang zu sagen ist. <strong>Romelia Lichtenstein<\/strong> (Elisabeth) sang ihre Partie mit gewohnter Sicherheit, doch war ihr Spiel entschieden \u00fcbertrieben und unnat\u00fcrlich. Sie beleuchtete keine Facetten ihrer Rolle, und irgendwann wurde man ihres leidlich tr\u00fcbseligen Blickes \u00fcberdr\u00fcssig. <strong>Lars Clevemann<\/strong> (Tannh\u00e4user) konnte leider nur einen gut dargebotenen zweiten Aufzug vorweisen. Im ersten Aufzug schien er stimmlich noch nicht die n\u00f6tige Sicherheit gefunden zu haben und im dritten Akt wirkte er etwas matt und kraftlos. Sein Spiel war zu aufgesetzt. Die anderen S\u00e4nger sangen ihre Partien gut, hatten aber wenig M\u00f6glichkeiten, ihr K\u00f6nnen zu zeigen. Das <strong>Orchester<\/strong> kam \u00fcber eine durchschnittliche Leistung nicht hinaus. Unter <strong>Karl-Heinz Steffens<\/strong> Dirigat begleitete es zwar gut die S\u00e4nger, auch dynamisch unterst\u00fctze es sie gut, aber vereinzelte Intonationsprobleme bei den Instrumentalisten tr\u00fcbten das Bild. Eine sehr gelungene Darbietung gab der <strong>Chor<\/strong>, der unter <strong>Jens Petereit<\/strong> seine Passagen solide eingearbeitete hatte und sie genau und beherzt vortrug.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEigentlich er\u00f6ffnet eine \u201enackte\u201c B\u00fchne dem Darsteller die M\u00f6glichkeit, den Charakter einer Figur ohne Voreingenommenheit durch Kost\u00fcme, B\u00fchne oder Requisiten zu entwickeln. An diesem Abend fand das Publikum jedoch \u2013 bis auf die angesprochenen Ausnahmen Noack und Schneider \u2013 nur Klischees vor. Es fehlten der n\u00f6tige Tiefgang und die Subtilit\u00e4t, beim Ensemble wie bei der Regie. Leider ein recht fader Abend. Die \u00fcbertriebenen proportionierten Figuren wirkten mit zunehmender Dauer des St\u00fcckes sogar unfreiwillig komisch. Die f\u00fcr Regie, B\u00fchne und Kost\u00fcme Verantwortlichen ernteten einige Buh-Rufe.<br \/>\nTom Zackl<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<br \/>\nDas Bild zeigt: Christoph Stegemann (Hermann), Sebastian Noack (Wolfram), Lars Cleveman (Tannh\u00e4user),<br \/>\nKi-Hyun Park (Reinmar von Zweter) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner, Text: vom Komponisten, UA: 19. 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