{"id":1040,"date":"2010-02-02T21:54:46","date_gmt":"2010-02-02T19:54:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1040"},"modified":"2010-03-21T13:25:12","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:12","slug":"karlsruhe-badisches-staatstheater-i-masnadieri-die-rauber","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1040","title":{"rendered":"Karlsruhe, Badisches Staatstheater &#8211; I MASNADIERI (DIE R\u00c4UBER)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma tragico in vier Akten, Libretto: Andrea Maffei nach Schillers Drama Die R\u00e4uber<br \/>\nRegie: Alexander Schulin, B\u00fchne: Christoph Sehl, Kost\u00fcme: Ursina Z\u00fcrcher, Licht: Stefan Woinke<br \/>\nDramaturgie: Margrit Poremba<br \/>\nDirigent: Jochem Hochstenbach, Badische Staatskapelle und Badischer Staatsopernchor<br \/>\nChoreinstudierung: Ulrich Wagner<br \/>\nSolisten: Barbara Dobrzanska (Amalia), Konstantin Gorny (Massimiliano\/Moser), Keith Ikaia-Purdy (Carlo\/Rolla), Stefan Stoll (Francesco), Klaus Schneider (Arminio)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 30. Januar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"karlsruhe-rauber.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/karlsruhe-rauber.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"karlsruhe-rauber.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/karlsruhe-rauber.jpg\" \/><\/a>Carlo Moor, der \u00e4lteste Sohn des Grafen Massimiliano, ist nach einem Streit mit seinem Vater im wahrsten Wortsinne unter die R\u00e4uber gefallen. Noch hofft er auf eine Vers\u00f6hnung mit ihm, doch sein Bruder Francesco l\u00e4\u00dft ihm eine gef\u00e4lschte Nachricht im Namen des Vaters zukommen, und Carlo wird in seiner Entt\u00e4uschung zum R\u00e4uberhauptmann. Francesco mu\u00df nun nur noch den Vater aus dem Weg r\u00e4umen, dann ist er endlich an der Macht. Er spielt Amalia, der Geliebten Carlos, und dem Vater die Nachricht \u00fcber den vermeintlichen Tod Carlos zu und will Amalia zu seiner Maitresse machen.<br \/>\nSie flieht und ger\u00e4t in die F\u00e4nge der R\u00e4uber, so da\u00df die Intrige Francescos durchschaut wird und Carlo auf Rache sinnt. Da Carlo durch seinen Schwur auf ewig an die R\u00e4uber gebunden ist, er Amalia aber ein Leben unter den Gesetzlosen nicht zumuten will, t\u00f6tet er sie und stellt sich der Justiz.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nSobald sich der mit einem Waldmotiv bedruckte Vorhang hebt, gibt er den Blick auf ein Haus mit drei R\u00e4umen frei: Ein hohes blaues Zimmer f\u00fcr den Vater, eines mit vielen Pflanzen versehenes gr\u00fcnes Zimmer f\u00fcr Carlo und ein rosa erscheinendes Kinderzimmer f\u00fcr Francesco. Im Zentrum steht die r\u00e4umliche und auch psychische Distanz der drei m\u00e4nnlichen Protagonisten. Die S\u00e4nger des Carlo und des Massimiliano treten noch in je einer anderen Rolle auf, was einen bestimmten Aspekt in ihren Hauptpartien unterstreichen soll: Carlo ist zugleich auch Rolla und wird so zum K\u00e4mpfer, der nach Harmonie strebt; Massimiliano, als Vater scheiternd, wird als Pater Moser zum liebenden \u00dcbervater.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Barbara Dobrzanska<\/strong> war der unbestrittene Star des Abends. In der Rolle der Amalia wurde ihrer Stimme viel abverlangt, zumal der Part sich fast ausschlie\u00dflich im oberen Register bewegt. In der Intonation sicher meisterte sie alle Spr\u00fcnge brillant und gl\u00e4nzte mit ihrem perlenden Sopran, was sie nicht nur in <em>Carlo vive? \u2013 Carlo lebt?<\/em> bewies. Eine \u00dcberraschung war <strong>Konstantin Gorny<\/strong> in der Doppelrolle Massimiliano\/Pater Moser. Das samtig-weiche Timbre seines dunklen Basses korrespondierte harmonisch mit den \u00fcbrigen Akteuren, verlieh seiner v\u00e4terlichen Gestalt aber leider nicht immer den n\u00f6tigen Nachdruck. Schauspielerisch gl\u00e4nzte vor allem <strong>Stefan Stoll<\/strong> (Francesco), der auch stimmlich eine \u00fcberzeugende Leistung bot: Da\u00df er intriganter Sohn und reuiger S\u00fcnder in einem ist, spiegelte sich in seinem sonoren Bariton wider, mit dem er seine Rolle angemessen interpretierte. Ein wenig r\u00e4tseln l\u00e4\u00dft hingegen <strong>Keith Ikaia-Purdy<\/strong> (Carlo\/Rolla), dessen pr\u00e4chtiger Tenor im Ensemble volumin\u00f6s und durchdringend, im Solo, besonders bei <em>O mio castel paterno \u2013 Oh Schlo\u00df meines Vaters<\/em>, hingegen angestrengt-gepre\u00dft erklang.<br \/>\nLobenswert war die Leistung des Chores, der rhythmisch immer sicher agierte. Ein zuverl\u00e4ssiges Fundament f\u00fcr die Solisten bildete das <strong>Orchester<\/strong> unter der Leitung von <strong>Jochem Hochstenbach<\/strong>. Klar artikulierend und klangfarbig differenziert pr\u00e4sentierte es sich von seiner besten Seite, wenn auch zu Beginn etwas schwerf\u00e4llig.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\n<em>I Masnadieri<\/em> ist bestimmt nicht eine der st\u00e4rksten Opern aus der Feder Verdis. Musikalisch war der Abend ein gro\u00dfer Erfolg, auch wenn der dramatische Spannungsbogen manchmal zu brechen drohte. Dies lag nicht zuletzt an der Inszenierung, die die Problematik der Partitur mehr zum eigenen Vorteil h\u00e4tte nutzen k\u00f6nnen. Dementsprechend geriet die Oper szenisch zeitweise langatmig und handlungsarm. Bedauernswerterweise wu\u00dfte die Regie gerade mit dem Chor der R\u00e4uber nicht besonders viel anzufangen, so da\u00df dieser neben den in den Vordergrund ger\u00fcckten Konflikten der drei Adligen oft deplaziert erschien.<br \/>\nIsabell Seider<\/p>\n<p>Bild: Jaqueline Krause-Burberg<br \/>\nDas Bild zeigt v. l.: Barbara Dobrzanska (Amalia), Konstantin Gorny (Massimiliano\/Moser), Stefan Stoll (Francesco), Klaus Schneider (Arminio)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma tragico in vier Akten, Libretto: Andrea Maffei nach Schillers Drama Die R\u00e4uber Regie: Alexander Schulin, B\u00fchne: Christoph Sehl, Kost\u00fcme: Ursina Z\u00fcrcher, Licht: Stefan Woinke Dramaturgie: Margrit Poremba Dirigent: Jochem Hochstenbach, Badische Staatskapelle und Badischer Staatsopernchor<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1040\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[91,1],"tags":[],"class_list":["post-1040","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-karlsruhe-badisches-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1040","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1040"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1040\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1198,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1040\/revisions\/1198"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1040"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1040"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1040"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}