{"id":1035,"date":"2010-01-20T21:38:50","date_gmt":"2010-01-20T19:38:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1035"},"modified":"2010-03-21T13:25:27","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:27","slug":"coburg-landestheater-turandot","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1035","title":{"rendered":"Coburg, Landestheater &#8211; TURANDOT"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini, Musik vervollst\u00e4ndigt von Franco Alfano, Dramma lirico in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni, UA: 26. April 1926, Mail\u00e4nder Scala<br \/>\nRegie: Detlef Altenbeck, B\u00fchne: Lars Peter<br \/>\nDirigent: Alois Seidlmeier, Philharmonisches Orchester, Chor und Extrachor Landestheater Coburg<br \/>\nSolisten: Sorina Munteanu (Turandot), Wolfgang M\u00fchlenbeck (Altoum), Michael Lion (Timur), Ernesto Grisales (Kalaf), Sofia Kallio (Li\u00f9), Marek Reichert (Ping), Milen Bozhkov (Pong), Karsten M\u00fcnster (Pang), Jason Tomory (Mandarin), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 16. Januar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"coburg-turandot.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/coburg-turandot.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"coburg-turandot.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/coburg-turandot.jpg\" \/><\/a>Prinzessin Turandot soll denjenigen heiraten, der die drei R\u00e4tsel l\u00f6st, die sie ihm aufgibt. Versagt er, wird der Freier enthauptet. Als Prinz Kalaf Turandot auf dem Balkon erblickt, verliebt er sich in sie, und nichts kann ihn davon abhalten, sich ihren Fragen zu stellen. Er l\u00f6st alle R\u00e4tsel und bringt dadurch die Prinzessin in Verlegenheit, denn eigentlich will sie niemals heiraten. Kalaf gibt ihr nun seinerseits ein R\u00e4tsel auf, n\u00e4mlich seinen Namen zu erraten. Wenn sie es nicht schaffen sollte, soll sie seine Frau werden. Turandot l\u00e4\u00dft Li\u00f9 foltern, um den Namen zu erfahren, weshalb diese sich selbst erdolcht. Schlie\u00dflich nennt Kalaf seinen Namen, und die Prinzessin beginnt, sich ihre Liebe zu ihm einzugestehen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas B\u00fchnenbild besteht nur aus einer gro\u00dfen wei\u00dfen Rampe, auf der der Chor als Volk oder als Palastwache agiert. Am oberen Ende befindet sich eine Plattform mit einem gro\u00dfen Tor, durch das Turandot, der Kaiser oder seine Minister auftreten und abgehen k\u00f6nnen. Farbe bringen die Kost\u00fcme ins Spiel, farbenfrohe Kost\u00fcme im fern\u00f6stlichen Stil. Wichtig ist auch die Bewegungschoreographie, die mit dem Erscheinen von Ping, Pang und Pong ihren H\u00f6hepunkt erreicht. Es wurde gestenreich gekichert und \u00fcber die B\u00fchne geschlurft. Man k\u00f6nnte auch sagen: Die komischen Figuren der Commedia dell\u2019arte (sie hatte Puccini im Blick, als er die Rollen komponierte) haben hier ihre w\u00fcrdige Entsprechung in Gestalt chinesischer Clowns gefunden. Das Blut der gescheiterten Kandidaten wird durch den b\u00fchnenf\u00fcllenden, roten Schleier der Turandot angedeutet. Der von Franco Alfano komponierte Schlu\u00df \u2013  nach dem Selbstmord Li\u00f9s hatte der Tod Puccini die Feder aus der Hand gerissen \u2013 wurde durch eine kurze Pause und Lichtprojektionen auf der B\u00fchne deutlich von der \u00fcbrigen Oper abgesetzt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nEindeutiger H\u00f6hepunkt des Abends war das Terzett von Ping, Pang und Pong, das erstens musikalisch sehr gut war \u2013 stimmlich passen die drei S\u00e4nger ausgezeichnet zueinander -, und zweitens durch Gestik, Bewegung, B\u00fchnenbild und Beleuchtung wirkungsvoll unterst\u00fctzt wurde. <strong>Marek Reichert<\/strong> als Ping ist ein sehr variabler Spielbariton, hat gegen Ende jedoch ein paar schwache Momente. <strong>Karsten M\u00fcnster<\/strong> (Pang) und <strong>Milen Bozhkov<\/strong> (Pong) stehen etwas im Schatten von Reichert, k\u00f6nnen aber eine saubere H\u00f6he vorweisen. <strong>Sofia Kallio<\/strong> als Li\u00f9 ist ein jugendlicher, glockenklarer Sopran und trat mit gelungenen Koloraturen und sicherer H\u00f6he und Tiefe in Erscheinung. Der Kolumbianer <strong>Ernesto Grisales<\/strong> ist ein sehr durchschlagkr\u00e4ftiger Tenor, dessen Stimme f\u00fcr das Haus in Coburg allerdings zu gro\u00df ist; deshalb fallen bei ihm kleinere Unsauberkeiten in der Stimmf\u00fchrung auf, besonders im allseits bekannten <em>Nessun Dorma \u2013 Keiner schlafe<\/em>. \u00c4hnliches ist auch \u00fcber <strong>Sorina Munteanu<\/strong> in der Titelrolle zu sagen. Ihre gro\u00dfe, hochdramatische Stimme hat den Weg an die gro\u00dfen B\u00fchnen bereits gefunden, und zwar im schweren italienischen Fach. Das <strong>Philharmonische Orchester<\/strong> unter der bew\u00e4hrten Leitung von <strong>Alois Seidlmeier<\/strong> konzentrierte sich auf den Part des dezenten Begleitens und unterstrich so die Bedeutung des Gesanges in dieser italienischen Oper.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEs sind solche Abende, die belegen, da\u00df Produktionen, die sich szenisch deutlich am Libretto orientieren (in diesem Fall mit viel chinesischem Kolorit) nicht nur ihre Berechtigung haben, sondern, wenn sie so gut gemacht werden wie hier, auch zuverl\u00e4ssig auf Zuspruch beim Publikum sto\u00dfen. Heftiger Beifall und Beigeisterung f\u00fcr Inszenierung, S\u00e4nger und Dirigenten sind ein deutliches Zeichen. Auch die musikalische Leistung wurde allgemein gelobt.<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Henning Rosenbusch<br \/>\nDas Bild zeigt: Ping (Marek Reichert), Pong (Milen Bozhkov), Pang (Karsten M\u00fcnster) demonstrieren chinesische Beweglichkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini, Musik vervollst\u00e4ndigt von Franco Alfano, Dramma lirico in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni, UA: 26. 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