{"id":1033,"date":"2010-02-02T19:14:22","date_gmt":"2010-02-02T17:14:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1033"},"modified":"2010-03-21T13:25:13","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:13","slug":"hannover-staatsoper-macbeth","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1033","title":{"rendered":"Hannover, Staatsoper &#8211; MACBETH"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: G. Verdi, Francesco Maria Piave und Andrea Maffei nach The Tragedy of Macbeth (1606) von William Shakespeare, UA: 21. April 1865, Paris, Th\u00e9\u00e2tre-Lyrique, (Zweitfassung)<br \/>\nRegie: Frank Hilbrich, B\u00fchne: Volker Thiele, Kost\u00fcm: Olaf Habelmann, Licht: Elana Siberski, Dramaturgie: Sylvia Roth<br \/>\nDirigent: Lutz de Veer, Nieders\u00e4chsisches Staatsorchester, Staatsoperchor Hannover, Einstudierung: Dan Ratiu<br \/>\nBrian Davis (Macbeth), Brigitte Hahn (Lady Macbeth), Shavleg Armasi (Banco), Latchezar Pravtchev (Macduff), Ivan Tur\u0161i\u0107 (Malcolm), Anke Briegel (Kammerfrau), Young Myoung Kwon (Kammerherr), Peter Weidemann (K\u00f6nig Duncan)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 30. Januar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"hannover-macbeth.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/hannover-macbeth.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"hannover-macbeth.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/hannover-macbeth.jpg\" \/><\/a>Hexen prophezeien Macbeth, da\u00df er Than von Cawdor sowie K\u00f6nig von Schottland werden wird, Banco aber wird der Vater von K\u00f6nigen sein. Macbeth erreicht nach einer Schlacht die Nachricht, da\u00df er tats\u00e4chlich zum neuen Than von Cawdor ernannt worden sei. Mit diesem schnellen Aufstieg ist der Ehrgeiz des Ehepaares Macbeth bis zum \u00e4u\u00dfersten aufgestachelt, auch nach der K\u00f6nigsw\u00fcrde zu greifen. Macbeth ersticht K\u00f6nig Duncan im Schlaf, um danach selbst gekr\u00f6nt zu werden, und Macbeth l\u00e4\u00dft Banco ermorden. Dessen Sohn entkommt. Lady Macbeth wird wahnsinnig und stirbt, Macbeth wird bei einer Revolte umgebracht.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Vorhang ist ge\u00f6ffnet, die B\u00fchne ist wei\u00df. Ein Schattenspiel wird an die Wand geworfen. Macbeth umarmt seine schwangere Frau. Dieses Bild wird von den von hinten herannahenden Hexen, viele wild und bunt bekleidet, manche fast nackt, zerrissen. Beim Abendessen am wei\u00df gedeckten Tisch f\u00e4llt die Entscheidung, K\u00f6nig Duncan zu ermorden. Nach der Bluttat entschwebt das wei\u00dfe B\u00fchnenbild nach oben und gibt den Blick frei auf schwarze Vorh\u00e4nge. Ein Horrorkabinett \u00f6ffnet sich im hinteren Teil der B\u00fchne, Teile von Menschen h\u00e4ngen an Stahlger\u00fcsten herab und Leichens\u00e4cke liegen auf der B\u00fchne. Als die Lobeshymne f\u00fcr den rechtm\u00e4\u00dfigen K\u00f6nig angestimmt wird, geht die Leichenfledderei, die schon zuvor zu sehen war, weiter und Tumult bricht aus.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie beiden Hauptrollen werden von <strong>Brian Davis<\/strong> (Macbeth) und <strong>Brigitte Hah<\/strong>n (Lady Macbeth) gesungen. Davis singt mit kr\u00e4ftiger, eindringlicher Stimme und f\u00fcllt seine Rolle vor allem darstellerisch aus. Manchmal ger\u00e4t er allerdings so in Ekstase, da\u00df vor lauter Schauspielerei sein Gesang fast zur Nebensache wird. Der fortschreitende Wahnsinn wird mindestens ebenso gut von Brigitte Hahn darstellerisch und auch gesanglich umgesetzt. Mit eindringlichem Sprechgesang beginnt sie die Briefszene, in der sie die Koloraturen und Spitzent\u00f6ne einwandfrei zu singen vermag, und auch hohe Eins\u00e4tze in ihrer Partie bereiten ihr keine Probleme.<br \/>\nBeide Hauptdarsteller werden allerdings noch \u00fcberragt von <strong>Shavleg Armasi<\/strong> (Banco). Sein Ba\u00df erf\u00fcllt die Szene voll und ganz, zeichnet sich durch ein angenehmes Timbre und durch ein tiefes, vollklingendes Vibrato aus. Die Rolle als liebevoller Vater spielt er hinrei\u00dfend, z.B. wenn er mit seinem kleinen Sohn und Macbeth \u201eMensch \u00e4rgere dich nicht\u201c spielt. <strong>Latchezar Pravtchev<\/strong> (Macduff) singt ebenfalls wohlklingend und kann auch darstellerisch \u00fcberzeugen.<br \/>\nDas Orchester unter der Leitung von <strong>Lutz de Veer<\/strong> gab Verdis Musik die n\u00f6tige fahle, d\u00fcstere Farbe und bereitete den S\u00e4ngern und S\u00e4ngerinnen einen gut durchdachten und dynamisch fein abgestimmten Klangteppich. Besondere Erw\u00e4hnung mu\u00df der Staatsopernchor  finden. Der extreme K\u00f6rpereinsatz, wenn auch bisweilen schon fast \u00fcbertrieben, aber sicher vom Regisseur genau so gewollt, hindert die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger nicht daran, eine klangliche Einheit zu finden.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nAuch wenn manches ein wenig \u00fcberzogen daherkommt \u2013 immer wieder werden z.B. Plakate und Bilder des K\u00f6nigs zerrissen und gro\u00dfe und kleine Puppen in ihre Einzelteile zerlegt \u2013 , so ist die Grundeinstellung der Inszenierung doch immer zu erkennen: Es geht um die zunehmende seelische Erstarrung der Hauptcharaktere und den v\u00f6lligen Verfall aller menschlichen Werte. Regisseur Frank Hilbrich bedient sich hierf\u00fcr einfacher, aber zugleich klarer Mittel, n\u00e4mlich der Farbsymbolik von Wei\u00df und Schwarz. Warum die Hexen teilweise ihre Br\u00fcste und Hintern entbl\u00f6\u00dfen m\u00fcssen, ob sich dahinter irgendein tieferer Sinn verbirgt, bleibt der Rezensentin jedoch ein R\u00e4tsel. Fast wird man von dem vielen Tumult und Chaos auf der B\u00fchne vom Wesentlichen abgelenkt: der Musik. Aber nur fast, da die s\u00e4ngerischen Leistungen und auch das Orchester an diesem Abend glanzvoll sind und somit die Produktion zuallererst zu einem musikalischen Genu\u00df machen, die jedem w\u00e4rmstens zu empfehlen ist.<\/p>\n<p>Katharina Rupprich<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<br \/>\nDas Bild zeigt: Brian Davis (Macbeth) und Brigitte Hahn (Lady Macbeth)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: G. Verdi, Francesco Maria Piave und Andrea Maffei nach The Tragedy of Macbeth (1606) von William Shakespeare, UA: 21. 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