{"id":1027,"date":"2010-02-02T16:17:03","date_gmt":"2010-02-02T14:17:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1027"},"modified":"2010-03-21T13:25:14","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:14","slug":"mannheim-nationaltheater-roberto-devereux","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1027","title":{"rendered":"Mannheim, Nationaltheater &#8211; ROBERTO DEVEREUX"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti, Tragedia lirica in drei Akten, Libretto: Salvatore Cammarano, UA: 28. Oktober 1837, Teatro di San Carlo, Neapel<br \/>\nDirigent: Alexander Kalajdzic, Chor und Orchester des Nationaltheater Mannheim<br \/>\nSolisten: Ludmila Slepneva (Elisabetta), Juhan Tralla (Roberto Devereux), Marie-Belle Sandis (Sara), Thomas Berau (Herzog von Nottingham), Mihail Mihaylov (Sir Gualtiero Raleigh), Christoph Wittmann (Lord Cecil), Johannes Wimmer (Vertrauter Nottinghams), Avtandil Merebashvili (Page)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 30. Januar 2010 (Premiere, konzertante Auff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Inhalt<\/strong><br \/>\nRoberto Devereux ist wegen eines Komplotts gegen das K\u00f6nigshaus angeklagt. Die bereits in die Jahre gekommene K\u00f6nigin Elisabeth bietet dem jungen Grafen Freispruch f\u00fcr gegenseitige Liebe. Da er ablehnt, bleibt ihm als einziger F\u00fcrsprecher sein Freund, der Herzog von Nottingham. Dieser hat sich in Robertos Abwesenheit mit dessen eigentlicher Liebe Sara verm\u00e4hlt. Als sie dem Verurteilten einen goldbestickten Schal als Liebespfand schenkt und er einen ihm von der K\u00f6nigin geschenkten Ring bei Sara zur\u00fcckl\u00e4\u00dft, ist das Schicksal von allen dreien besiegelt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nIn zarten T\u00f6nen stimmte das Orchester unter <strong>Alexander Kalajdzic <\/strong>die mit der britischen K\u00f6nigshymne God save the Queen beginnende Ouvert\u00fcre an. Kalajdzic gelang es, die Instrumentalsoli an dramaturgisch relevanten Stellen aus dem Tuttiklang hervorzuheben, wie beispielsweise im <em>Marcia funebre<\/em> (Trauermarsch) und der Kerkerszene des dritten Aktes. Das Ensemble der S\u00e4nger, die alle ihr Rollendeb\u00fct gaben, beeindruckte mit individueller Vielfalt: <strong>Ludmila Slepneva<\/strong> (Elisabetta) tat sich vor der Pause noch schwer, ihrer Partie die ad\u00e4quate Expressivit\u00e4t zu verleihen, vor allem in ihren furioso-Abschnitten wie <em>Un lampo orribile \u2013 Ein graunhaftes Licht<\/em>. Bei ihrem <em>L\u2019amor suo mi fe beata \u2013 Seine Liebe machte mich gl\u00fccklich<\/em> fehlte eine gewisse Tragik und Glaubw\u00fcrdigkeit, w\u00e4hrend sie an den wenigen Stellen des ersten Aktes ihre kurzen Canto-fiorito-Passagen mit spielerischer Leichtigkeit zum besten gab. Auch ihre Spitzent\u00f6ne waren zu Beginn sehr offen artikuliert, was im Fortissimo zu unangenehmen Sch\u00e4rfen f\u00fchrte. Ihr finales <em>Quel sangue versato \u2013 Dieses vergossene Blut<\/em> war dagegen an Dramatik und stimmlicher Gewandtheit kaum zu \u00fcbertreffen, auch in den H\u00f6hen behielt sie die stimmliche Kontrolle. <strong>Juhan Tralla<\/strong> (Roberto Devereux) sang seine Rolle mit stark geschlossener, jedoch pr\u00e4senter Stimme, die im Piano wenig zur Geltung kommt, sondern eher im Forte oder Fortissimo. Vor allem die Kerkerszene <em>Ed ancor la tremenda porta non si dischiude \u2013 Noch immer \u00f6ffnet sich die schreckliche T\u00fcr nicht<\/em> \u00fcberzeugte, da hier sein Timbres eine gewisse Melancholie zum Ausdruck brachte.<strong> Christoph Wittmann<\/strong> (Lord Cecil) gelang es mit seinem ersten Auftritt, einen dramatischen Spannungsbogen mit den deklamatorischen Tonrepetitionen des <em>Nunzio son del parlamento \u2013 Ich bin Gesandter des Parlaments<\/em> zu erzeugen, ohne dabei monoton zu wirken. Das gr\u00f6\u00dfte Lob des Abends geb\u00fchrt <strong>Marie Belle Sandis<\/strong> (Sara). Mit ihrem atemdurchdrungenen, dunklen Timbre verk\u00f6rperte sie auf ergreifende Weise die Rolle der ungl\u00fccklichen Geliebten. Bereits in ihrem ersten Ausruf <em>Mestizia in me! \u2013 O Traurigkeit in mir<\/em>! bringt sie das ganze Schicksal dieser Figur zum Ausdruck. Ges\u00e4ttigtes Volumen in der Tiefe, samtweiche Spitzent\u00f6ne und ein Messa di voce, das keinerlei Unsicherheiten in der Stimmbeherrschung kennt, zeigen, wie routiniert sich Sandis in dieser Partie zurechtfindet.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin Abend der besonderen Art war dieser <em>Roberto Devereux <\/em>mit Sicherheit. Das Fehlen st\u00f6render Regieeinf\u00e4lle und irritierender B\u00fchnenbilder mag f\u00fcr den ein oder anderen zu Beginn noch gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig sein. Durch die R\u00fcckkehr zur musikalischen Reinform gibt allein die Musik Donizettis Einblick in die Seelenzust\u00e4nde der Protagonisten. Die Begeisterung des Publikums zeigte sich im h\u00e4ufig vorkommenden Zwischenapplaus. Diese Premiere h\u00e4tte eigentlich mehr als einen nur gut zur H\u00e4lfte ausverkauften Saal verdient. Hoffentlich kein Anla\u00df, in Zukunft auf konzertantes Musiktheater zu verzichten.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti, Tragedia lirica in drei Akten, Libretto: Salvatore Cammarano, UA: 28. 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