{"id":1023,"date":"2010-01-30T22:56:29","date_gmt":"2010-01-30T20:56:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1023"},"modified":"2010-03-21T13:25:18","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:18","slug":"dusseldorf-deutsche-oper-am-rhein-les-paladins","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1023","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf, Deutsche Oper am Rhein &#8211; LES PALADINS"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jean-Philipe Rameau (1683-1764), Com\u00e9die lyrique in drei Akten, Libretto: Jean Fran\u00e7ois Duplat de Monticourt (?) von nach einer Erz\u00e4hlung von Jean de La Fontaine und nach 43. Gesang Orlando furioso (1516) von Ludovico Ariosto, UA: 12. Februar 1760, Acad\u00e9mie Royale de Musique, Paris<br \/>\nRegie\/Choreographie: Arila Siegert, B\u00fchne: Frank Philipp Schl\u00f6\u00dfmann, Licht: Volker Weinhart, Live-Malerei: Helge Leiberg<br \/>\nDirigent: Konrad Jungh\u00e4nel, Neue D\u00fcsseldorfer Hofmusik, Chor der Deutschen Oper am Rhein, Einstudierung: Gerhard Michalski<br \/>\nSolisten: Anna Virovlansky (Argie), Iulia Elena Surdu (N\u00e9rine), Laimonas Pautienius (Orcan), Anders J. Dahlin (Atis), Adrian Sampetrean (Anselme), Thomas Michael Allen (Manto, Fee\/Paladin), T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 28. Januar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"dusseldorf-les-paladins.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/dusseldorf-les-paladins.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"dusseldorf-les-paladins.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/dusseldorf-les-paladins.jpg\" \/><\/a>Der alternde Anselme f\u00fchlt sich zu seiner jungen und reichen Ziehtochter Prinzessin Argie hingezogen, die jedoch den jungen Paladin Atis begehrt. Mit ihrer Vertrauten N\u00e9rine wird sie von dem Diener Orcan bewacht. Als Atis erf\u00e4hrt, da\u00df Anselme Argie heiraten m\u00f6chte, schleicht er sich als Pilger verkleidet in den Palast. Anselme stimmt zum Schein der Verbindung der jungen Leute zu, beauftragt jedoch Orcan, Argie zu t\u00f6ten. Doch dieser bringt eine solche Tat nicht fertig. Atis m\u00f6chte den Greis seiner Doppelmoral \u00fcberf\u00fchren und verzaubert mithilfe der Fee Manto den Palast in eine chinesische Festung. Vom Reichtum angelockt, gibt der Alte sich den Verf\u00fchrungsk\u00fcnsten einer maurischen Sklavin hin. Sie ist niemand anderes als die Fee, und vor den Augen Argies wird er \u00fcberf\u00fchrt. Am Ende gibt er Argie und Atis seinen Segen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nVor der Ouvert\u00fcre ist die sp\u00e4ter mehrfach zu h\u00f6rende Windmaschine aus dem Orchestergraben zu vernehmen: Die gefl\u00fcgelte Fee Manto (historisch korrekt mit einem Mann besetzt) tritt vor einem schwarzem Hintergrund auf. Nach und nach f\u00fcllt sich die Szene. Mehrere helle Wandelemente werden zu einem Raum zusammengeschoben, welcher den W\u00e4chter Orcan, Argie und N\u00e9rine beherbergt. Argie betrauert ihr Schicksal als Gefangene. Detailverliebt hat die Choreographin <strong>Arila Siegert<\/strong> die Regief\u00e4den gesponnen: Eine bunte Gauklergruppe belebt die Instrumentals\u00e4tze mit modernem Bewegungstanz. Die hellen Wandelemente werden per Overheadprojektor von dem K\u00fcnstler <strong>Helge Leiberg<\/strong> bemalt, den jeweils besungenen Stimmungen entsprechend: Er zeichnet etwa ein schwarzes Gitternetz \u00fcber die Fassade, wenn Argie ihr Gef\u00e4ngnis beklagt. Bunt wird es, als sie die Liebe zu Atis besingt. Der chinesische Palast entsteht aus den gleichen hellen Kulissenelementen, er wird ebenfalls kommentierend bemalt. Bei den Kost\u00fcmen herrscht nun die Farbe Gold vor. In Gruppen wird mit St\u00e4bchen gegessen, einige tragen chinesische Schirmchen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nBesonders hervorzuheben ist die Arbeit der <strong>Neuen D\u00fcsseldorfer Hofmusik<\/strong> unter <strong>Konrad Jungh\u00e4nel<\/strong>. Bruchlos gelingen die Wechsel von Tanzs\u00e4tzen zu Arien und Zwischenmusiken. Kunstvolles, mitunter perkussiv wirkendes Ensemblespiel, sowie eingesetztes, historische Instrumente, wie die zwei Musetten (eine franz\u00f6sische Variante des Dudelsack), tragen ihren Teil zur lebendigen Gestaltung der Musik bei. Die Solisten waren allesamt auch gute Schauspieler: <strong>Anna Virovlansky<\/strong> (Argie) und <strong>Anders J. Dahlin<\/strong> (als t\u00e4nzerisch begabter Atis) fanden sich gut in die historische Auff\u00fchrungspraxis ein, indem sie weitgehend auf das Vibrato verzichteten. <strong>Iulia Elena Surdu<\/strong> sang m\u00fchelos ihre Koloraturen, <strong>Adrian Sampetrean<\/strong> als Anselme und <strong>Laimonas Pautienius<\/strong> als Maulheld Orcan repr\u00e4sentierten ihre Rollen angemessen.<strong> Thomas Michael Allen<\/strong> als Fee Manto nahm sowohl als S\u00e4nger, als auch exaltierte Verf\u00fchrerin von Anselme f\u00fcr sich ein. Die T\u00e4nzer sorgten f\u00fcr phantasievoll gestaltete Szenen, die jedoch kaum dem h\u00f6fischen Tanz zu Zeiten Louis XV. verpflichtet waren. Der Chor \u00fcberzeugte musikalisch und wurde oft, gemeinsam mit den T\u00e4nzern, als bunt gekleidete Menge zum Blickfang.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine rundum gelungene, moderne Adaption der franz\u00f6sischen Barockoper. Arila Siegert sp\u00fcrte den vielf\u00e4ltigen Elementen des zwischen Com\u00e9die lyrique und Com\u00e9die-ballet, stehenden Werkes nach. Ihr chinesischer Palast pr\u00e4sentierte wirkungsvoll eine verzauberte, fremde Welt. Gelungene optische Effekte pr\u00e4gten die Szenen. Die Live-Bemalung der Kulissen, die nicht zuletzt an eine hervorragende Lichtregie gekoppelt war, verlieh der vor 250 Jahren entstandenen Oper im wahrsten Sinne des Wortes neue Farbe. Die T\u00e4nze wurden mit \u00dcberlegung modernisiert. Man k\u00f6nnte einwenden, da\u00df die Regisseurin, die auch Choreographin ist, nicht den historischen Tanzstil pflegte, stattdessen moderne Tanzbewegungen einsetzte, beispielsweise Breakdance-Elemente. Doch wirkte sich das auf den positiven Gesamteindruck nicht st\u00f6rend aus, weil diese Elemente organisch in die Inszenierung eingearbeitet worden sind.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<br \/>\nDas Bild zeigt: Chor, T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer. In der Mitte Anders J. Dahlin als Atis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jean-Philipe Rameau (1683-1764), Com\u00e9die lyrique in drei Akten, Libretto: Jean Fran\u00e7ois Duplat de Monticourt (?) von nach einer Erz\u00e4hlung von Jean de La Fontaine und nach 43. Gesang Orlando furioso (1516) von Ludovico Ariosto, UA: 12. 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